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Laser sieht alles

Laser sieht alles

Mit einem auf der LIDAR-Technik basierenden bildgebenden Verfahren konnten Archäologen eine versunkene Stadt in der Nähe einer berühmten kambodschanischen Tempelanlage nachweisen.

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Über Laserscanner-Luftaufnahmen haben Forscher an der University of Sydney um den Archäologen Damian Evans Hinweise gefunden, dass sich neben Angkor Wat eine bislang unbekannte Siedlung befunden haben muss. Die Studie folgt einer früheren Untersuchung, die zeigte, dass die kambodschanische Tempelanlage einst Zentrum einer der komplexesten präindustriellen Städte der Welt gewesen sein muss.

Das "Wundermittel" der Forscher war dabei das "Light Detection and Ranging"-Verfahren, kurz LIDAR, mit dem potenzielle Ausgrabungsstätten auch in dichter tropischer Vegetation aufgespürt werden können. Frühere LIDAR-Forschungsarbeiten lieferten Beweise für bislang unbekannte, versunkene Städte in Zentralamerika oder halfen bei der Erstellung genauerer Karten zur ehemaligen Ausdehnung der Maya-Stadt Caracol.

Evans, der Leiter des archäologischen Forschungszentrums der University of Sydney in Kambodscha ist, sieht in seiner Untersuchung einen "Heureka"-Moment für die LIDAR-Technik. Bei der Studie wurde sie von einem Helikopter aus eingesetzt. Die Bildgebung arbeitete mit 200.000 Laser-Impulsen pro Sekunde. Die gesamte Datenerfassung dauerte nur zwei Tage mit einer Gesamtflugdauer von 20 Stunden. Die so gewonnenen Aufnahmen hätten vermutlich vom Boden aus nur in mehreren Jahren gesammelt werden können – wenn überhaupt, sagt Evans. Die LIDAR-Analyse spricht zudem dafür, dass die versunkene Stadt älter sein könnte als Angkor Wat selbst.

Entdeckt wurden neue Kanäle, Tempel und andere, noch nicht näher identifizierte menschengemachte Landschaftsobjekte. Tausende Menschen hätten dort leben können, glaubt Evans.

Kambodscha und Zentralamerika sind nicht die einzigen Regionen, in denen LIDAR verwendet wird. Das Giza Plateau Mapping Project ermittelt beispielsweise, welche Städte sich früher um die ägyptischen Pyramiden herum befunden haben.

Die Laserscanner werden immer günstiger und dürften deshalb in Zukunft noch häufiger in der Archäologie eingesetzt werden, um aus geografischen Merkmalen zu lesen, ob man es mit ehemaligen menschlichen Siedlungen zu tun hat. Dabei sind einzelne Spuren oftmals keinen Fußabdruck tief. "LIDAR ist mittlerweile so fortgeschritten, dass die Technik für die Forschung rentabel geworden ist", so Evans in seiner Studie. Die Genauigkeit sei so groß, dass sich archäologische Merkmale in der Größe von wenigen Zentimetern ausmachen ließen. (Conor Myhrvold) / (bsc)

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