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Künstliche Intelligenz: Drei Firmen, drei Ansätze

Künstliche Intelligenz: Drei Firmen, drei Ansätze

Google, Amazon und Apple wollen zum Topunternehmen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz für Endanwender werden. Ihr Vorgehen könnte nicht unterschiedlicher sein.

Wenn es um intelligente Assistenzsysteme für "Otto Normalnutzer" geht, konnten bislang nur drei Firmen signifikante Marktanteile erobern. Und alle drei kommen aus den USA: Google mit seinem Assistant, Amazon mit Alexa und Apple mit Siri.

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Abgeschlagen auf dem vierten Platz folgt Microsofts Cortana – und dann kommt erst einmal lange nichts. Samsung versucht sich derzeit zwar an seiner eigenen KI-Gerätesteuerung Bixby für das Handy-Modell Galaxy S8, doch verzögerte sich diese lange und kam erst kürzlich in englischer Sprache auf den Markt. Und Facebook arbeitet zwar an intelligenten Chatbots, kam in Sachen Sprachassistenz aber bislang nur zögerlich in die Puschen – auch wenn angeblich ein smarter Lautsprecher geplant ist.

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Der unternehmerische Ansatz von Google, Amazon und Apple unterscheidet sich dabei diametral. Das hat viel damit zu tun, dass die drei US-Riesen jeweils gänzlich andere Geschäftsmodelle verfolgen. So verdient Google nach wie vor den Löwenanteil seiner Gewinne mit Suchmaschinenwerbung. Wenn der Konzern den Google Assistant nun in Form seines smarten Lautsprechers namens Home auch als Hardware-Produkt verkauft, muss das kein großer Gewinnbringer werden.

Es geht der Firma vor allem darum, weiterhin Teil des Lebens der Kundschaft zu sein – das hat schon beim Übergang vom Desktop-PC zum Smartphone über das hauseigene Mobilbetriebssystem Android hervorragend funktioniert. Hinzu kommt die Möglichkeit, über Google Home mehr Daten der Kundschaft zu sammeln, was wiederum das Produkt besser macht, aber auch Anhaltspunkte liefert, wie man sein Sprachassistenzsystem in absehbarer Zeit auch als umsatzträchtigen Werbekanal nutzen kann. So mancher Datenschützer zittert bereits vor den potenziellen Auswirkungen für die Privatsphäre der Kundschaft.

Auch bei Amazons Alexa scheint eher der Weg das Ziel zu sein. Die verschiedenen Lautsprecherprodukte wie Echo, Echo Dot, Amazon Tap und Echo Show sowie die smarte Kamera Echo Look werden höchst günstig verkauft, so dass nur wenig Gewinn übrig bleibt. Auch hier geht es offenbar vor allem darum, Amazon im Leben der Kundschaft zu verankern. Die Devise: Wer Alexa im Haus hat, kauft sicher auch häufiger bei Amazon ein, schließlich ist das Shopping per Sprache so einfach wie noch nie.

Apple wiederum müsste heute eigentlich viel weiter sein. Schon 2011 hatte das Unternehmen aus Cupertino mit Siri das erste breitenwirksame Sprachassistenzsysteme für Mobilgeräte auf den Markt gebracht. Seit dieser Zeit hat die Technik viel gelernt, sie weiß mehr über den Benutzer, steuert auf Wunsch auch Smart-Home-Geräte und wurde, was der Erkennen von Zusammenhängen anbetrifft, stetig besser. Und doch sehen unabhängige Tests die Konkurrenz von Google & Co. zum Teil vorne.

Das wiederum könnte auch daran liegen, dass Apples Geschäftsmodell ein ganz anderes ist als das von Google und Amazon. Der Konzern setzt nicht auf das in der Künstlichen Intelligenz und beim maschinellen Lernen offenbar so wichtige Horten von Nutzerdaten, sondern versucht, Daten zu anonymisieren oder das Erfassen sensibler Angaben ganz zu vermeiden.

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Das wiederum gilt für den Konzern auch als Verkaufsargument für seine im Vergleich zur Konkurrenz eher teure Hardware. Mit dem HomePod kommt im Dezember ein erster smarter Lautsprecher mit Siri auf den amerikanischen Markt. Mit mindestens 350 Dollar zahlt man fast das Doppelte wie für einen Amazon Echo. Und Google Home kostet gar nur 130 Dollar.

(Ben Schwan)

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