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Jennifer Lepies

"Digital Health Pioneers" sind ausgewählt

"Digital Health Pioneers" sind ausgewählt

Technology Review gibt die Finalisten des Wettbewerbs "Digital Health Pioneers" bekannt.

Eine hochkarätige Jury hat fünf Start-ups ausgewählt, deren Ideen neue Möglichkeiten für das Gesundheitswesen eröffnen. Sie stellen sich auf dem "Innovators Summit – Digital Health" am 30. November in Berlin vor. Dort wird auch der Gewinner bekannt gegeben. Er erhält ein Preisgeld von 10.000 Euro.

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Das finnische Start-up Combinostics will mithilfe künstlicher Intelligenz neurologische Fachärzte unterstützen. Ihnen soll mit cNeuro ein Werkzeug gegeben werden, das ihnen eine objektive Entscheidungshilfe bei Patienten mit Demenz, Multipler Sklerose und Parkinson liefert. Von welcher neurologischen Krankheit ist der Patient am wahrscheinlichsten betroffen? In welchem Stadium ist die Krankheit aktuell? Solche Fragen beantwortet cNeuro, indem es MRI-Scans analysiert und mit anderen Patientendaten vergleicht. So lassen sich Combinostics zufolge neurologische Erkrankungen früher erkennen, ihr Verlauf besser bestimmen – und Therapien gezielt anwenden.

Das französische Unternehmen Doctolib will die Terminvergabe in Praxen deutlich nutzerfreundlicher gestalten. Sie nimmt in Arztpraxen rund ein Drittel der Zeit in Anspruch. Für Patienten ist es andererseits schwierig, den passenden Arzt zu finden und dort einen Termin zu bekommen. Um das zu ändern, hat Doctolib eine Online-Plattform entwickelt. Ärzte registrieren sich für einen monatlichen Betrag von 129 Euro und erhalten einen leicht verständlichen Management-Service, der Terminausfälle reduzieren und neue Besucher in die Praxen bringen soll. Patienten können den Service kostenlos rund um die Uhr nutzen und erfahren so, welche Ärzte zu welchen Zeiten noch Termine frei haben – ohne umständlich Telefonate führen zu müssen. Doctolib startete im Oktober 2013 in Frankreich. Fünf Millionen Patienten greifen seitdem auf den Service zurück und vereinbaren Termine mit 13.000 registrierten Ärzte. Jeden Monat kommen Doctolib zufolge 1.200 neue Ärzte hinzu. In diesem Jahr eröffnete Doctolib ein Büro mit 15 Mitarbeitern in Deutschland. Weitere Standorte sollen folgen.

Genauer auf sein Herz zu hören, hat sich das Unternehmen Preventicus aus Jena zur Devise gemacht. Statt aufwändiger EKG-Messgeräte reicht die App Preventicus Heartbeats und die Kamera eines Smartphones. Die Anwendung zeichnet den Puls im Finger auf und bewertet ihn automatisch. Eine klinische Studie an 80 Patienten zeigte, dass sich auf diese Weise Herzrhythmusstörungen, vor allem Vorhofflimmern, erkennen lassen. Sie soll vor allem Menschen mit besonderem Gefährdungspotenzial und Vorerkrankungen helfen. Stellt die Software eine wahrscheinlich krankhafte Anomalie fest, empfiehlt die App einen Arztbesuch. Nach dem Launch in App-Stores in diesem Sommer konnte Preventicus die erste private Krankenversicherung für sich gewinnen, die die Kosten für Versicherte in einem Pilotprojekt übernimmt. Künftig soll die App über Online-Apotheken an selbstzahlende Kunden, über Ärzte und Pharmahersteller vermarktet werden. Die Messung dauert zwar bis zu fünf Minuten und ist nicht ganz so exakt wie ein EKG. Aber sie ist für Patienten sehr einfach durchzuführen.

Das NursIT Institute aus Berlin will den Dokumentationsaufwand für Pflegekräfte reduzieren. Sie verbringen derzeit einen Großteil ihrer Arbeitszeit damit, Pflegeaufgaben festzuhalten. Mit der Software CareIT Pro der Gründer Stoyan Halkaliev und Heiko Mania soll die Zeit um bis zu 60 Minuten Zeit pro Patient sinken. Außerdem schlägt die Software Pflegediagnosen und -maßnahmen vor. Künftig könnten auch intelligente Pflegehilfsmittel und Wearables weitere Daten für die automatisierte Pflegedokumentation liefern. Zu den ersten Nutzern von CareIT Pro gehören das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Asklepios Stadtklinik Bad Tölz und das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen.

Der Firmenname TeleClinic ist bei den Gründern Reinhard Meier, Kathrina Jünger und Patrick Palacin Programm. Mit der gleichnamigen Plattform schaffen sie gewissermaßen eine virtuelle Klinik: Patienten können per Internet oder Telefon Kontakt zu Ärzten aufnehmen. Gleichzeitig können sie ihre Gesundheitsdaten in einer Cloud speichern und Medizinern Zugriff darauf geben. Haben Nutzer Fragen etwa zur Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft, Dermatologie oder wollen eine Zweitmeinung einholen, können sie sieben Tage die Woche von 6 bis 23 Uhr eine medizinische Beratung anfordern. Möglich ist das etwa über Videotelefonie, Fotoversand und Chat, Selfmonitoring oder telefonische Beratung. Die Kommunikation erfolgt nach BSI-Standard mit einer 384 Bit End-to-End-Verschlüsselung und nach einem personalisierten Zugriffssystem. Für die Nutzung zahlen Versicherte einen Fixpreis von 50 Euro pro Jahr, 30 Euro fallen als variable Gebühr pro Telekonsultation an. Sechs Monate nach dem Start hat die TeleClinic mit der Brandenburgischen BKK, Barmenia Versicherungen, ARAG und BKK Werra-Meissner vier kooperierende Krankenversicherungen. Eine Million Versicherte der Barmenia haben einen kostenfreien Zugang zu TeleClinic.

Treffen Sie alle Start-ups auf dem "Innovators Summit – Digital Health" am 30. November in Berlin. Dort wird auch der Gewinner gekürt. Das Preisgeld von 10.000 Euro stiftet SAP. (Jennifer Lepies) / (jle)

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