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Big Mac goes Big Data

Big Mac goes Big Data

Bild: Photo by Barry McGee on Unsplash

McDonald's nimmt 300 Millionen US-Dollar in die Hand, um eine Datenanalysefirma zu kaufen.

Was hat eine Fast-Food-Kette mit Big Data zu tun? Bei näherer Betrachtung erstaunlich viel. Schließlich kann ein Schnellrestaurant mit genügend aktuellen Informationen über seine Kundschaft und deren Vorlieben sein Angebot verzögerungsfrei anpassen – und so noch mehr flott gekochte Nahrung absetzen.

Burger 4.0 im Anflug

Dieser Ansicht ist man augenscheinlich auch bei der Burgerkette McDonald's, die seit mehreren Jahren ihren Digitalisierungskurs vorantreibt. Diese hat, wie nun bekannt wurde, einen Spezialisten für Datenanalyse übernommen und dabei richtig viel Geld in die Hand genommen. 300 Millionen US-Dollar zahlte der Konzern für Dynamic Yield, eine "KI-getriebene Omnichannel-Personalisierungsplattform", wie sich die Firma selbst beschreibt. Sie wurde 2011 gegründet, hat ihre Hauptquartiere in Tel Aviv und New York und gilt als Experte für die Verwendung Künstlicher Intelligenz im Handel.

Dass McDonald's kein rein analoges Geschäft mehr betreibt, wird jedem klar, der eine Filiale betritt. Bestellt und bezahlt wird mittlerweile oft an riesigen Touchscreens, was die Interaktion mit dem Personal auf die Abholung der Mahlzeit beschränkt. Gleichzeitig versucht "das große M", auch im Bereich Lieferdienste Fuß zu fassen, mit eigenen Lieferketten, aber auch in Zusammenarbeit mit Spezialisten wie Delivery Hero.

Wie bei Amazon, nur beim großen M

Dynamic Yield könnte McDonalds unter anderem ein dynamischeres Angebot für die Kunden bescheren. Die Firma hat Algorithmen entwickelt, die eine persönlichere Konsumentenansprache versprechen. So kann das Menü beispielsweise an Auslastung (dann gibt's einfachere Kost), Wetter (Sonne = höhere Eisnachfrage), Tageszeit oder Trends im Social Web angepasst werden. "Relevanter, einfacher und genussvoller" sollen die Angebote so werden, sagt McDonald's-Boss Steve Easterbrook.

Er vergleicht seine Firma dabei mit Websites wie Amazon.com, die der Elektronikkette Best Buy oder die des Supermarktes Walmart. Dort würden bereits zum aktuellen Warenkorb passende Produkte angeboten. McDonald's hätte solcherlei Technik nun gerne für seine digitalen Bestelltafeln – und genau hier soll Dynamic Yield helfen. Kunden müssen sich also auf eine noch genauere Datenerfassung vorbereiten. Außerdem ist auch ein Einbau in die Mobil-Apps und die Website des Konzerns geplant.

Größte Summe seit 1998

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McDonald's ist ein Neuling im Aufkauf von Web-Technik – zumindest in dieser Kategorie. Laut US-Medienberichten hat das Unternehmen seit 20 Jahren nicht mehr so viel Geld für ein Investment in die Hand genommen. Allerdings werkelt der Konzern schon seit mehreren Jahren an KI-Verfahren, die den Essensabsatz verbessern soll.

Ortsdienste sind zudem keine Neuigkeit. So kann der Konzern auf Smartphones Angebote "pushen", sobald ein Kunde in die Nähe kommt. Die notwendigen Wireless-Beacons will der Burger-Brater ausbauen. Dynamic Yield dürfte die Auswertung noch verbessern und genauer machen. Wie sehr das der auf Privatsphäre bedachten Kundschaft schmecken wird, bleibt abzuwarten.

(Ben Schwan)

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