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WannaCry-Retter soll gegen Kaution frei kommen

Marcus Hutchins soll gegen eine Kaution von 30.000 US-Dollar wieder freigelassen werden

Bild: medithIT, CC BY 2.0

Der britische Sicherheitsexperte Marcus Hutchins soll gegen Zahlung von 30.000 US-Dollar frei kommen. In den USA wird er der Entwicklung der Banken-Malware "Kronos" beschuldigt; Hutchins stoppte maßgeblich die Ausbreitung des WannaCry-Trojaners.

Der am Mittwoch verhaftete Sicherheitsexperte Marcus Hutchins, der maßgeblich die Ausbreitung des WannaCry-Trojaners eindämmte, soll gegen die Zahlung einer Kaution von 30.000 US-Dollar wieder freigelassen werden. Das berichten mehrere US-amerikanische Medien und auch die Journalistin Christy Wilcox. Dem britischen Staatsbürger wird vorgeworfen, die Banken-Malware "Kronos" entwickelt zu haben. Hutchins war zum Besuch der Sicherheitskonferenzen Black Hat und Def Con in die Vereinigten Staaten eingereist.

Wilcox berichtete auf Twitter, dass Hutchins übergangsweise in einer geschützten Wohnung bleiben werde, bis ein dauerhafter Sitz geregelt sei. Sie sagte, dass Hutchins mindestens eine weitere Nacht in Haft verbringen müsse, weil die Verteidigung nicht in der Lage gewesen wäre, die erforderlichen Mittel rechtzeitig aufzubringen. Der Sicherheitsforscher ist auch unter dem Alias "Malwaretech" bekannt und war maßgeblich an der Neutralisierung des WannaCry-Trojaners beteiligt. Er war bei einem Bundesgericht in Las Vegas am späten Freitagnachmittag in gelb-orangefarbener Gefangenenkluft erschienen. Am Donnerstag hatte er geäußert, unschuldig zu sein.

Banken-Trojaner angeblich im Video beworben

In der Anklage heißt es, dass der Hacker sich mit mindestens noch einem Gleichgesinnten auf die Entwicklung einer Malware geeinigt hätte – die Hinweise auf weitere Angeklagte sind in der Anklageschrift allerdings geschwärzt. Die Beschuldigten sollen innerhalb eines Jahres – von Juli 2014 bis Juli 2015 – die Entwicklung des Trojaners Kronos und die weitere Vermarktung vorgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft gab zu Bericht, dass der Banken-Trojaner in einem Video vorgestellt worden sei, das offenbar am 14. Juli 2014 ins Internet gestellt und für 3000 US-Dollar verkauft wurde. Unabhängige Sicherheitsforscher von IBM berichteten drei Tage früher, dass die gleiche Malware in russischen Undergrund-Foren mit einem Preis von 7000 Dollar beworben wurde.

Laut Wilcox darf Hutchins nach seiner Freilassung keine Geräte mit Internetanbindung nutzen und muss ein GPS-Gerät mit sich führen, durch das sich sein Standort ermitteln lässt. Außerdem darf er keinen Kontakt zu etwaigen Mitverschwören aufnehmen, die wie er von der Staatsanwaltschaft in Verbindung mit der Herstellung und Vermarktung von Kronos in Verbindung gebracht werden. Seinen Pass muss Hutchins wohl ebenfalls abgeben.

Sein nächster Auftritt vor Gericht soll laut ZDNet am 8. August in Wisconsin stattfinden, wo auch schon die Anklage eingereicht wurde. (ane)

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