Logo von Security

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.734.790 Produkten

Marten Siegmann 311

Sicherheitstechnik einer smarten Pistole geknackt

Hacker knackt Sicherheitsmechanismen von "smarter" Pistole

Symbolbild

Bild: Pixabay/CC0

Ein Hacker namens Plore hat offenbar mehrere Möglichkeiten gefunden, die Sicherheitsmechanismen der "smarten" Pistole iP1 des Herstellers Armatix auszuhebeln. So kann sogar Notwehr unmöglich werden.

Sogenannte Smart Guns sollen sicherstellen, dass lediglich autorisierte Personen Waffen abfeuern können. Beim Pistolen-Modell iP1 des deutschen Herstellers Armatix soll dies eine Armbanduhr mit integriertem RFID-Chip gewährleisten: Nur wenn die zur jeweiligen Waffe gehörende und mit einer PIN gesicherte Uhr höchstens 25 cm entfernt ist, soll die iP1 auslösen. Ein Hacker mit dem Pseudonym Plore hat gegenüber dem Wired-Magazin gleich mehrere Wege aufgezeigt, wie sich die Technik überlisten lässt. Seine Ergebnisse präsentiert er auch bei der diesjährigen Defcon 25.

Anzeige

Zum Einen zeigt er eine Möglichkeit auf, das Abfeuern zu verhindern, obwohl sich die Uhr in unmittelbarer Nähe befindet. Zum Anderen ist es offenbar ebenso möglich, mit handelsüblicher Hardware die Funkstrecke zwischen Uhr und Waffe zu verlängern und den Sicherheitsmechanismus mit Hilfe von Magneten komplett auszuhebeln. Das kostet nur ein paar US-Dollar.

Plore hat zunächst die Funkfrequenzen sowie die darüber laufenden Signale identifiziert, mit denen Uhr und Pistole kommunizieren. Anschließend hat er zwei Schaltungen gebaut, die die Signale über eine 2,4-GHz-Funkstrecke verlängern können.

In einem Video des Wired-Magazins zeigt Plore, wie seine Hacks funktionieren.

Um die Waffe zu blockieren, hat es laut Plore ausgereicht, mit einem Sender den Frequenzbereich bei 916 MHz zu stören. So empfing die Pistole keine Freigabe-Token mehr. Sobald der Störsender auf drei Meter herankam, verweigerte die Waffe seinen Angaben zufolge den Dienst. Notwehr gegen einen Angreifer wäre dann unmöglich.

Der letzte Hack kommt ohne Funk aus: Bei der Demontage der Pistole stellt Plore fest, dass ein Controller in Inneren einen Elektromagneten ansteuert, der das Auslösen verhindert. Platziert man eine Reihe kräftiger Magnete außen auf Höhe des Elektromagneten, lasse sich die Waffe auch ohne Freigabe abfeuern.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Sicherheitsmechanismen einer Smart Gun ausgehebelt wurden. Schon 2015 hatten Hacker die Technik eines "smarten" Scharfschützengewehres überlistet. Nach Angaben des Wired-Magazins habe der Hersteller Armatix die von Plore aufgedeckten Erkenntnisse bestätigt und nicht bestritten, dass die Manipulationen durchführbar sind. Ein Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung wird ohne Bezug auf die Hacks mit der Aussage zitiert, man wolle Erfahrungen in Hinblick auf Stärken und Schwächen des iP1-Systems in die kommende Smart-Gun-Generation einfließen lassen. (Marten Siegmann) / (msi)

311 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. "The Signal from Tölva" angespielt: Wunderschöner Schrottplanet

    Angespielt: The Signal from Tölva

    Der Survival-Erkundungs-Shooter des Indie-Entwicklers Big Robot präsentiert eine solch überzeugende und wunderschön skurrile Welt, dass es fast nicht zu glauben ist, das Spiel stamme von einem vierköpfigen Team.

  2. FBI nimmt Sicherheitsexperten fest, der die Ausbreitung des WannaCry-Trojaners eindämmte

    Hacker-Angriff

    Im Mai erlangte der Beschuldigte weltweit Ruhm, da er die rasche Ausbreitung des Verschlüsselungstrojaners WannaCry stoppte. Nun wurde er in den USA festgenommen, weil er den Banking-Trojaner "Kronos" entwickelt haben soll.

  3. Patentantrag: Apple Watch könnte erweiterbar werden

    Patentantrag: Apple Watch soll erweiterbar werden

    Bislang erlaubt der Hersteller keine direkt mit seiner Computeruhr verbundenen Erweiterungsmodule. Wird aus einem soeben aufgetauchten Patentantrag Realität, könnte sich das ändern.

  4. Selbstbau-Roboter knackt Tresor in 30 Minuten

    Nathan Seidle

    Hardware-Hacker Nathan Seidle hat aus günstigen Komponenten von der Stange sowie mit Teilen aus dem 3D-Drucker einen künstlichen Safeknacker gebaut: Seidles Roboter konnte einen Tresor mit Kombinationsschloss in knapp 30 Minuten öffnen.

  1. Daimler plant bis 2025 ein Absatzfünftel mit E-Autos

    Daimler plant bis 2025 ein Absatzfünftel mit E-Autos

    Daimler will mehrere Milliarden Euro in seine seine Elektroauto-Offensive investieren. Wie Forschungsvorstand Thomas Weber gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Ausgaben vom 26.11.) bekräftigte, sollen bis 2025 zehn E-Fahrzeuge entwickelt werden

  2. Die Risiken netzbasierter Atomwaffensysteme

    Die US-Luftwaffe geht davon aus, dass die neuen Atomwaffen auch eine gewisse "Konnektivität" haben werden

  3. Die 10 besten Smart-TV-Apps

    Auf deinem Smart TV solltest du einige Apps unbedingt installieren! Wir zeigen dir die 10 besten Apps für deinen Fernseher.

  1. Zahlen, bitte! Hubble-Weltraumteleskop blickt 13,4 Milliarden Lichtjahre tief ins All

    Zahlen, bitte! Ein 13,4 Milliarden Jahre tiefer Lichtblick in die universelle Kinderstube.

    Seit genau 28 Jahren liefert das Hubble-Weltraumteleskop im All beeindruckende Bilder und lichtete sogar ein Objekt in der unvorstellbaren Entfernung von 13,4 Milliarden Lichtjahren ab.

  2. Zahlen, bitte! 1,5 Millionen km entfernt – Lagrange-Punkt zwischen Erde und Sonne

    1,5 Mio. km

    Der innere Lagrange-Punkt L1 liegt auf der Verbindungslinie zwischen Sonne und Erde rund 1,5 Millionen Kilometer in Richtung Sonne. Dort startet die Sonde LISA Pathfinder gerade mit Experimenten zum Messen von Gravitationswellen.

  3. God of War angespielt: Einfach göttlich

    God of War angespielt: Einfach göttlich

    God of War ist ein bombastisches, packendes Actionspektakel für Solisten. Da stört es kaum, dass dieses Abenteuer nur noch wenig mit den Vorgängern zu tun hat.

  4. Prag streitet über Fahrradverbot im Stadtzentrum

    Zweirad

    Ein geplantes Fahrradverbot in Teilen des Prager Stadtzentrums empört die Freunde des umweltfreundlichen Verkehrsmittels. Betroffen wären auch viele Touristen. Die Bürgervereinigung Auto*Mat kündigte am Dienstag (24. April 2018) an, vor Gericht Klage gegen die Maßnahme einzureichen

Anzeige