Logo von Security

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Fabian A. Scherschel 82

Nachspiel einer fatalen Panne: Symantec verkauft Zertifikatssparte an DigiCert

Nachspiel einer fatalen Panne: Symantec verkauft Zertifikats-Sparte an DigiCert

Bild: Symantec

Symantec hängt seinen Job als Certificate Authority (CA) an den Nagel. Der Konkurrent DigiCert übernimmt die Sparte für 950 Millionen US-Dollar plus Unternehmensanteilen. Das liegt wohl auch an Symantecs lang währender Auseinandersetzung mit Google.

Symantec hat genug und steigt aus dem Zertifikats-Business aus. Nachdem die Firma 2010 die Zertifikats-Sparte von Verisign gekauft hatte, veräußert sie nun diesen Teil ihres Geschäfts an den Konkurrenten DigiCert. Symantec war zeitweilig die größte Certificate Authority (CA) auf dem Markt, mittlerweile wurde die Firma laut einigen Quellen durch Comodo auf Platz zwei verdrängt. DigiCert hielt vor dem Kauf weniger als zehn Prozent des Marktes und kauft nun, je nach Quelle, 30 bis 40 Prozent hinzu. Dafür zahlt DigiCert 950 Millionen US-Dollar (umgerechnet über 802 Millionen Euro) an Symantec. Symantec erhält außerdem 30 Prozent der DigiCert-Anteile.

Neben dem CA-Business sind im Verkauf auch Symantecs Webseiten-Security-Produkte enthalten. In einer Ankündigung des Deals betont Symantec, dass sich das Unternehmen verstärkt auf den Schutz von Firmen vor Angriffen konzentrieren wolle. Die Transaktion wird aber auch in erheblichem Maße damit zusammenhängen, dass Symantec in den vergangenen Jahren viele Probleme mit ausgestellten Zertifikaten bewältigen musste. Unter anderem hat die Firma den Zorn des Browser-Marktführers Google auf sich gezogen, als sie unberechtigt Zertifikate für Google-Domains ausstellte. Dieser Fehltritt verursachte weitreichende Folgen und hing dem Image der Firma über Jahre nach.

Konkurrent Comodo freut sich und berichtet, dass Symantec-Kunden schon vor der Ankündigung des Deals "massenweise" zu Comodo gewechselt seien. Das Unternehmen sei bereits die weltweit führende CA, durch den Deal mit Symantec sähe die eigene Zukunft nun noch rosiger aus. Aber auch Comodo hatte sich in der Vergangenheit beim Ausstellen von Zertifikaten nicht immer mit Ruhm begossen, wie einige Beispiele zeigen. Und auch die Software der Firma hat immer mal wieder Sicherheitsprobleme. (fab)

82 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Zertifikatsgigant Comodo verkauft seine TLS-Sparte

    Zertifikatsgigant Comodo verkauft seine TLS-Sparte

    Comodo will künftig keine TLS-Zertifikate mehr ausstellen und hat diesen Bereich für eine bislang unbekannte Summe verkauft. Comodo ist weltweit der größte Aussteller von TLS-Zertifikaten.

  2. Chrome soll ab sofort Zertifikate von Symantec herabstufen

    Chrome soll ab sofort Zertifikate von Symantec herabstufen

    Google tadelt abermals Symantec als Zertifizierungsstelle. Als erstes soll Chrome nun Zertifikate herabstufen. Als längerfristiges Ziel ist sogar eine Annullierung vorgesehen. Symantec findet das verantwortungslos.

  3. Zertifikats-Streit: Symantec gelobt Google Besserung

    Zertifikats-Streit: Symantec gelobt Besserung gegenüber Google

    Symantec geht auf Google zu, deren Webbrowser Chrome SSL-/TLS-Zertifikate der CA bald herunterstufen soll. Die Zertifizierungsstelle will nun regelmäßig Zertifikats-Prüfungen durchführen lassen.

  4. Google: Certificate Transparency wird Pflicht

    Google: Certificate Transparency wird Pflicht

    Google trommelt seit Jahren für mehr Transparenz bei den Certificate Authorities. Jetzt wollen die Macher des Chrome-Browsers CAs mit Gewalt auf die Praxis der Certificate Transparency verpflichten.

  1. Wachsende Kritik an Public Key Pinning für HTTPS

    Wachsende Kritik an Public Key Pinning für HTTPS

    Die noch recht junge Technik der Zertifikats-Pinnings für HTTPS bekommt Gegenwind. Prominente Kritiker wie Ivan Ristic prophezeien sogar schon ihren absehbaren Tod: Zu kompliziert und zu gefährlich, lautet deren Diagnose.

  2. Chrome blockt Zertifikate mit Common Name

    Chrome blockt Zertifikate mit Common Name

    Wenn der seit Jahren etablierte, hauseigene Dienst plötzlich den HTTPS-Zugang verwehrt, liegt das vermutlich an einer Neuerung der aktuellen Chrome-Version: Google erzwingt den Einsatz der RFC-konformen "Subject Alt Names" und viele Admins müssen deshalb jetzt Hand anlegen.

  3. Opera im Wandel

    Opera im Wandel

    Opera überraschte zuletzt durch Neuerungen wie Werbeblocker, VPN und Optimierung der Chromium-Grundlage. Im Interview erläutert Europas größter Browser-Hersteller, wie die Entwicklung weitergeht.

  1. Sicherheitslücke in HP-Druckern – Firmware-Updates stehen bereit

    Hewlett-Packard-Logo

    Unter Verwendung spezieller Malware können Angreifer aus der Ferne auf Drucker von HP zugreifen und dort unter anderem gerätespezifische Befehle ausführen. Der Hersteller hat Updates bereitgestellt und empfiehlt die umgehende Aktualisierung.

  2. Mini tritt bei der Dakar-Rallye 2018 mit Allrad- und Hinterradantrieb an

    Mini

    Am 6. Januar 2018 startet in Lima die 40. Rallye Dakar. Mini wird die Rallye erstmals mit zwei konzeptionell komplett unterschiedlichen Fahrzeugtypen bestreiten. Zum Allradler kommt ein Buggy mit Hinterradantrieb

Anzeige