Logo von Security

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.527.223 Produkten

Ronald Eikenberg 11

Account-Übernahme durch Lücke im Facebook-SDK

Durch eine Schwachstelle im Facebook-SDK für Android konnten speziell präparierte Apps ungefragt auf das Facebook-Konto des Smartphone-Besitzers zugreifen, wie der Entwickler David Poll festgestellt hat. Apps wie foursquare nutzen das SDK, um komfortabel etwa das Facebook-Profil auszulesen oder Fotos auf der Pinnwand des Nutzers zu veröffentlichen; dem muss der Nutzer normalerweise zustimmen.

Nach der Zustimmung erhält die App ein Accesstoken vom Facebook-Server, mit dem sie fortan die gewünschten Aktionen durchführen kann. Poll hat beobachtet, dass dass Facebook-SDK eine URL, die das Token enthält, nach der erfolgreichen Rechteerteilung in eine Logdatei auf dem Smartphone schreibt – auf die jede App zugreifen kann, der man bei der Installation das Recht "Vertrauliche Protokolldaten lesen" erteilt hat.

Da viele Android-Nutzer darauf konditioniert sind, alle Rechteabfragen ungesehen abzunicken, dürfte es einem Angreifer nicht schwerfallen, an die nötige Berechtigung zu kommen. Mit dem gestohlenen Accesstoken kann sich die eine speziell präparierte App die Rechte der zur zum Token gehörigen App zu eigen machen.

Poll hat die Schwachstelle schon Mitte Februar entdeckt und an Facebook gemeldet. Das Unternehmen reagierte auch prompt und entfernte die Codezeile, die für die Log-Ausgabe verantwortlich war, aus dem SDK-Code. Allerdings war das Problem damit noch lange nicht aus der Welt geschafft: Das Facebook-SDK wird von den App-Entwicklern in die Apps integriert. Damit die Apps nicht mehr ihr Accesstoken verraten, muss also jeder einzelne Entwickler seine Apps mit der fehlerbereinigten Version des SDKs ausstatten und das Update über den Google Play (ehemals Android Market) verteilen.

Facebook hat Poll daher um Verschwiegenheit gebeten, bis zumindest die Anbieter der wichtigsten Apps mit Facebook-Anbindung reagiert haben. Dies ist nach Meinung von Facebook in der Zwischenzeit geschehen. Auch wenn noch keine Apps bekannt sind, die durch die Lücke ungefragt auf Facebook zugegriffen haben, sollte man die Installation ausstehender Update besser umgehend nachholen; schließlich sind die Details nun jedermann zugänglich. (rei)

11 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Die meisten Android-Virenscanner sind unsicher

    Android-Sicherheits-Apps sind unsicher

    Eigentlich sollte AV-Software das Smartphone vor Schadcode schützen. Wie Forscher nun festgestellt haben, weisen viele Virenjäger für Android allerdings selbst eklatante Sicherheitsmängel auf.

  2. Android-Trojaner auf Amazon.de

    Android-Trojaner bei Amazon.de

    In Amazons App-Shop lauerte ein Schädling, der das Smartphone in eine Wanze verwandeln kann, indem er Kamera und Mikro anzapft. Er hat es gezielt auf deutschsprachige Nutzer abgesehen.

  3. Android-Malware Gooligan soll über 1 Million Google-Konten gekapert haben

    Android-Malware Gooligan soll über 1 Million Google-Konten gekapert haben

    Der Trojaner soll Smartphones rooten und Authentifizierungs-Tokens von Google-Accounts kopieren. Über einen Online-Service kann man prüfen, ob das eigene Konto betroffen ist.

  4. Knifflig, aber möglich: Sicherheitsforscher hacken Tesla-App und starten Auto

    Knifflig, aber möglich: Sicherheitsforscher hacken Tesla-App und starten Auto

    Offensichtlich hat Tesla seine Auto-App nicht optimal abgesichert: Sicherheitsforscher konnten genügend Infos abziehen, um einen Wagen zu öffnen und damit wegzufahren. Damit das klappt, müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt werden.

  1. Smartphone-Schutz oder Entwicklerhonorar?

    Appguard lässt mich unverschämt datengierigen Apps unnötige Rechte entziehen. Bei kostenpflichtigen Apps kann sie aber unbeabsichtigt verhindern, dass der Entwickler sein Geld bekommt. Ist das okay?

  2. Smartphone-Schutz oder Entwicklerhonorar?

    Smartphone-Schutz oder Entwicklerhonorar?

    Appguard lässt mich unverschämt datengierigen Apps unnötige Rechte entziehen. Bei kostenpflichtigen Apps kann sie aber unbeabsichtigt verhindern, dass der Entwickler sein Geld bekommt. Ist das okay? Ein Kommentar von Veronika Szentpetery.

  3. Zukunft der Webentwicklung: Webkomponenten und Progressive Web Apps, Teil 2

    Zukunft der Webentwicklung: Webkomponenten und Progressive Web Apps, Teil 2

    Bei Progressive Web Apps handelt es sich um Webanwendungen, die sich ähnlich wie ihre nativen Gegenstücke anfühlen. Davon kann insbesondere die App-Programmierung profitieren.

  1. Klartext: Zweckehen im australischen Busch

    Klartext

    Beziehungen funktionieren manchmal nicht von Anfang an, sondern weil man daran arbeitet, mit sich Arrangieren und gemeinsamen Erlebnissen. Das funktioniert manchmal sogar bei Beziehungen aus Hass. Wie beim Renault Koleos

  2. Falsche Frequenz: Rauchmelder wecken Kinder nicht

    Dundee University: Rauchmelder wecken Kinder nicht

    27 von 34 Kindern sind in einem Test der Dundee University nicht aufgewacht, als der Rauchmelder vor einem Brand warnte. Jetzt möchte die Universität eine neue Entwicklung testen.

  3. Todesstoß: Forscher zerschmettern SHA-1

    Forscher zerschmettern SHA-1

    Totgesagte sterben manchmal auch schneller. In einer Kooperation zwischen der CWI Amsterdam und Google gelang es, dem bereits angeschlagenen Hash-Verfahren SHA-1 mit einer echten Kollision den praktischen Todesstoß zu versetzen.

  4. Erster HFR-Film auf Ultra HD Blu-ray: Ang Lees irre Videotour

    Erster HFR-Film auf Ultra HD Blu-ray: Ang Lees irre Videotour

    In den USA hat Sony Pictures den ersten Spielfilm mit erhöhter Bildwiederholrate (High Frame Rate, HFR) auf UHD Blu-ray veröffentlicht. Wir haben uns "Billy Lynn’s Long Halftime Walk" angeschaut.

Anzeige