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Weniger Insolvenzen, höherer Schaden

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2012 um 2,1 Prozent gesunken, meldet die Creditrefom. Damit wurden in diesem Jahr bislang rund 29.500 Firmen zahlungsunfähig, im letzten Jahr waren noch 30.120 betroffen. Das Insolvenzgeschehen geht ist also weiterhin rückläufig, allerdings fiel der Rückgang in den beiden Jahren davor noch deutlich stärker aus.

Betrachtet man die Summe der Insolvenzschäden, schaut die Statistik leider nicht mehr so positiv aus. Denn die Summe der Insolvenzschäden beläuft sich für das Jahr 2012 auf rund 38,5 Milliarden Euro, was einen sprunghaften Anstieg bedeutet. So wurden 2011 Insolvenzschäden in Höhe von 21,5 Milliarden Euro gemeldet, in diesem Jahr sind es unglaubliche 17 Milliarden Euro mehr. Entsprechend angestiegen ist damit auch die durchschnittliche Schadenssumme: Sie beläuft sich pro Insolvenzfall im Jahr 2012 auf 888.000 Euro, 2011 waren es "nur" 511.000 Euro. 26,2 Milliarden Euro der aktuellen Gesamtschadensumme müssen private oder gewerbliche Gläubiger abschreiben, die öffentliche Hand wird mit 12,3 Milliarden Euro belastet. Ähnlich dramatisch fällt auch die Entwicklung in Bezug auf die Arbeitsplätze aus: Aufgrund der diesjährigen Insolvenzen droht der Verlust von 346.000 Arbeitsplätzen, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 46,6 Prozent.

Den stärksten Rückgang bei den Insolvenzen verzeichnet in diesem Jahr der Handel: Die Zahl der betroffenen Unternehmen sank um 2,6 Prozent von 6.190 auf 6.030. Einen überdurchschnittlichen Rückgang gab es auch bei den Dienstleistern, hier sank die Zahl der Zusammenbrüche um 2,4 Prozent von 17.210 auf 16.800 Fälle. Deutlich zugenommen hat die Menge der mittleren und großen Insolvenzen. 2012 sind 150 Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro betroffen, 2011 waren es nur 90 Unternehmen. Einen starken Anstieg gab es auch bei den den Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 25 und 50 Millionen Euro: aktuell gibt es 180 betroffene Betriebe, 2011 gab es mit 150 deutlich weniger Insolvenzfälle.

Besonders entspannt hat sich die Situation bei den kleineren Unternehmen (Umsatz zwischen 100.000 und 250.000 Euro: Die Zahl der Insolvenzen ging hier um 5,9 Prozent von 6.740 auf 6.340 Fälle zurück. Bei den Betrieben mit einem Jahresumsatz von bis zu 100.000 Euro ging die Zahl der Betroffenen um 4,0 Prozent zurück, bei Betrieben mit einem Jahresumsatz zwischen 250.000 und 500.000 Euro um 4,9 Prozent. (gs)

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