Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.735.396 Produkten

56

Zuckerberg will Facebook zur Plattform für sozialen Wandel machen

Zuckerberg will Facebook zur Plattform für sozialen Wandel machen

Hier spricht Zuckerberg in der realen Welt zu Menschen.

Bild: Facebook

Mit fast 1,9 Milliarden Nutzern hat Facebook Menschen aus aller Welt versammelt. Gründer und Chef Mark Zuckerberg macht sich nun Gedanken darüber, wie Facebook mehr soziale Bedeutung bekommen kann.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg strebt für das Online-Netzwerk eine größere Rolle in der Gesellschaft an. "In den vergangenen zehn Jahren war Facebook darauf ausgerichtet, Freunde und Familien zu verbinden. Auf dieser Basis wollen wir uns darauf konzentrieren, eine soziale Infrastruktur für die Gemeinschaft zu entwickeln", schrieb Zuckerberg in einem ausführlichen politischen Beitrag. Dabei gehe es unter anderem um Sicherheit, Informationen und Bürgerbeteiligung.

Anzeige

Es gebe weltweit Menschen, die von der Globalisierung übergangen worden seien, und Abschottungs-Tendenzen, schrieb Zuckerberg. Es gehe darum, "ob wir eine globale Gemeinschaft schaffen können, die für alle funktioniert" – und ob die Welt in Zukunft weiterhin näher zusammenrücken werde oder auseinander.

Der Brief schließt an ein ähnliches Manifest zur sozialen Rolle von Facebook an, das Zuckerberg vor dem Börsengang des Online-Netzwerks im Jahr 2012 veröffentlichte. Inzwischen hat Facebook nahezu 1,9 Milliarden Mitglieder weltweit.

Facebook wurde nach dem US-Präsidentenwahlkampf vorgeworfen, zum Aufstieg von Donald Trump beigetragen zu haben, weil für ihn positive gefälschte Nachrichten sich ungehindert im Netzwerk ausbreiten konnten. Zuckerberg schrieb nun, dass auch er über die Ausbreitung von Fake News und die sogenannte Filterblase besorgt sei, bei der Nutzern von Software nur Informationen angezeigt werden, die zu ihren Ansichten passen.

Zugleich sei ein potenziell noch folgenschwerer Effekt, dass in sozialen Netzwerken grundsätzlich einfachere Darstellungen schnellere Verbreitung fänden. "Im schlimmsten Fall werden so komplexe Themen versimpelt und wir hin zu Extremen gedrängt." Facebook versuche, das Problem anzugehen. Um etwa die Ausbreitung reißerischer Schlagzeilen zu bremsen, achte Facebook inzwischen auch stärker darauf, ob Nutzer einen Artikel erst teilen, wenn sie ihn gelesen haben. Die Nachrichtenbranche brauche mehr Unterstützung, schrieb Zuckerberg.

Der Facebook-Gründer brachte auch die Idee auf, dass Hassrede oder andere verbotene Inhalte mit Hilfe künstlicher Intelligenz entdeckt werden könnten. "Mit dem aktuellen Tempo der Forschung werden wir anfangen können, das für einige dieser Fälle 2017 anzuwenden, für andere wird das noch jahrelang nicht möglich sein." Facebook gerät immer wieder in die Kritik, weil die Regeln zum Beispiel gegen Nacktheit in Fotos so angewendet werden, dass Abbildungen von Kunstwerken oder historische Aufnahmen wie das eines Mädchens aus Vietnam während eines amerikanischen Luftangriffs gelöscht werden.

"Hier in Kalifornien sitzend, sind wir nicht in der besten Position, um die kulturellen Normen rund um die Welt zu identifizieren", schrieb Zuckerberg. "Stattdessen brauchen wir ein System, bei dem wir alle zu den Standards beitragen können." Die Regeln zur Anzeige von Inhalten müssten stärker individualisiert werden. Die Idee sei, jedem die Möglichkeit zu geben, die Vorgaben für sich selbst zu gestalten, zum Beispiel wenn es um Nacktheit oder Gewaltdarstellung gehe. "Sie entscheiden, was ihre persönlichen Einstellungen sind." Mit Hilfe künstlicher Intelligenz könnten die Vorgaben dann überwacht werden. (dpa) / (anw)

56 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Medienwächter wollen schärfer gegen Fake News und Hate Speech vorgehen

    Facebook

    Medienregulierer wollen auch bei Verstößen gegen die journalistische Sorgfaltspflicht in Telemedien eingreifen dürfen. Laut einer Studie ist die Gefahr, durch Facebook in Filterblasen gezogen zu werden, noch gering.

  2. Kommentar: #deletefacebook ist auch nicht die Lösung

    Kommentar: #deletefacebook ist auch nicht die Lösung

    Nach dem Datenskandal hat Facebook das Vertrauen vieler Nutzer verloren. Auf Twitter macht der Hashtag #deletefacebook die Runde – doch müssen wir jetzt wirklich ohne Facebook auskommen?

  3. Facebook-Anhörung: Zuckerberg laviert und verspricht Besserung

    Netzwerkdurchsetzungsgesetz, NetzDG, Facebook, Soziale Medien

    Facebook-Chef Mark Zuckerberg kam glimpflich durch die Anhörungen im US-Kongress, auch wenn am zweiten Tag im Abgeordnetenhaus ein etwas härterer Wind wehte. Facebook schließt eine Bezahl-Version nicht aus und will EU-Datenschutzregeln weltweit anwenden.

  4. Neue Tools: Facebook erleichtert Gruppen-Administration

    Facebook erleichtert Gruppen-Admins ihre Arbeit

    In zigtausend Facebook-Gruppen wird rege diskutiert. Für die Admins bedeuten sie aber auch: viel Arbeit. Als Unterstützung hat Facebook nun neue Funktionen angekündigt, die den Gruppen-Betrieb erleichtern.

  1. Facebook: Datenspuren entfernen

    Genau wie Google ist auch Facebook ein reger Datensammler. Datenlöschung ist zwar möglich, aber nicht immer sinnvoll.

  2. Facebook-Konto deaktivieren und löschen - so klappt's

    Facebook-Konto deaktivieren und löschen - so klappt´s

    Sie möchten Ihr Facebook-Konto löschen oder deaktivieren? Wir zeigen Ihnen in unseren tipps+tricks, wie Sie Ihren Account loswerden.

  3. Mind the Minds

    Irgendwie kommt Facebook an seine Grenzen. Aber dahinter geht es ja weiter. Vielleicht auch ohne Facebook.

  1. Familientransporter: Neuer Citroën Berlingo wird fast zum Van

    Als der erste Citroën Berlingo 1996 auf den Markt kam, wurde er zum Trendsetter für Hochdachkombis und fand viele Fans bei Familien und Gewerbetreibenden. Kann der Nachfolger die alten Tugenden fortführen?

  2. Honda Monkey ist zurück

    Honda Monkey

    Die Honda Monkey ist der schlagende Beweis dafür, dass Größe bei der Legendenbildung keine Rolle spielt. Die Fan-Szene, die sich um das Bonsai-Bike entwickelt hat, nahm vor allem in Japan, aber auch in Amerika und Europa absurde Züge an. Retro ist in, Honda legt seine Monkey neu auf

  3. Autonomes Parken am Airport Hamburg

    alternative Antriebe, Autonomes Fahren

    Volkswagen, Porsche und Audi testen am Airport Hamburg das autonome Parken. Fahrer sollen vorm Parkhaus ihr Auto abgeben können – und während es einparkt und vielleicht auch Strom lädt, geht der Mensch bereits zum Gate. Noch ist das Areal gesperrt, aber die Technik funktioniert

  4. Türkische Staatsführung deklariert Wahlkampfauftritte um

    Osterreich und die Niederlande geben sich unnachgiebiger als der deutsche Außenminister Maas und werden aus Ankara angegriffen

Anzeige