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Thorsten Leemhuis 44

Zehn Jahre Support für Red Hat Enterprise Linux

Red Hat hat angekündigt, die Versionsfamilien 5 und 6 seiner Unternehmens-Distribution Red Hat Enterprise Linux zehn Jahre pflegen zu wollen. Bislang war vorgesehen, dass nach sieben Jahren Schluss ist. Lediglich Kunden, die den optionalen "Extended Life Cycle Support (ELS)" zu ihrem RHEL-Abonnement dazu gebucht hatten, erhielten zehn Jahre Support und Updates – das aber nicht für das komplette RHEL, sondern nur für einen Teil der enthaltenen Software. Der zusätzliche Extended Lifecycle Support von drei Jahren bleibt auch nach der Verlängerung des regulären Support-Zeitraums auf zehn Jahre erhalten, sodass RHEL-Anwender jetzt bis zu 13 Jahre Hersteller-Support kriegen können.

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RHEL 5 erreicht nach der Verlängerung im März 2017 sein reguläres Lebensende, RHEL 6 im November 2020; der ELS endet jeweils drei Jahre später. Keine Änderung gab es bei RHEL 4, das in vier Wochen sein reguläres Lebensende erreicht, im Rahmen des ELS aber noch für weitere drei weitere Jahre mit Updates versorgt wird.

Red Hat erläutert die Details auf der Webseite "Red Hat Enterprise Linux Life Cycle". Das Unternehmen unterscheidet zwischen drei Support-Phasen für RHEL. In der ersten Phase, die jetzt ungefähr fünfeinhalb Jahre dauert, erscheinen RHEL-Updates mit Versionsbezeichnungen wie 5.6 oder 6.2, die nicht nur Fehlerkorrekturen, sondern auch neue Funktionen sowie neue oder verbesserte Treiber bringen.

Die für RHEL 5 und 6 angedachten Lebensphasen. (Bild:  Red Hat )

In der zweiten Phase fährt Red Hat den Aufwand zurück und baut beispielsweise Unterstützung für neuere Hardware nur noch ein, wenn dies ohne allzu große Änderungen möglich ist. Diese Phase ist ungefähr ein Jahr lang; darauf folgt der nun ungefähr dreieinhalb Jahre dauernde Abschnitt, in der Red Hat die Distribution nur noch Sicherheitslücken und schwerwiegende Fehler korrigiert. Da RHEL-Major-Updates ungefähr alle zweieinhalb bis drei Jahre erscheinen sollen, dürfte RHEL 8 schon erhältlich sein, wenn das derzeit aktuelle RHEL 6 in die dritte Phase eintritt.

Es ist noch nicht klar, ob kostenlos erhältliche RHEL-Nachbauten wie CentOS oder Scientific Linux dem Beispiel von Red Hat folgen. Bislang stellten diese nach sieben Jahre das Bereitstellen von Korrekturen ein, wenn die als Vorlage dienende RHEL-Version ihr reguläres Lebensende erreichte – CentOS begründete das kürzlich mit der Tatsache, dass Red Hat die Quellpakete der im Rahmen des ELS herausgegebenen Updates nicht öffentlich verteilt. (thl)

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