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Jennifer Lepies 357

Zahlen, bitte! 25 Millionen für neue Radschnellwege

Zahlen, bitte! 36 Gigawatt

Die Bundesregierung will jetzt ordentlich in die Pedale treten und 25 Millionen Euro für den Bau von Radschnellwegen bereitstellen – passend zum 200. Geburtstagsjahr des Fahrrads.

Zahlen, bitte!

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Wirtschaft und der Mathematik vor.

Kurze und direkte Verbindungen zwischen Wohn- und Arbeitsort, geringe Steigungen und gute Oberflächen – Eigenschaften wie diese charakterisieren die sogenannten Radschnellwege. An Ampelkreuzungen haben Fahrradfahrer auf ihnen länger grün oder bei querenden Straßen Vorfahrt. Strecken von 10 Kilometern sollen sich unter diesen Voraussetzungen in einer halben Stunde zurücklegen lassen. Die Bundesregierung will diese "Autobahnen für Fahrradfahrer" weiter ausbauen, der Bund fördert das Vorhaben mit zusätzlichen 25 Millionen Euro. Auf diesen neuen Wegen sollen mehr Autofahrer animiert werden, bei der Fahrt zur Arbeit auch mal auf das Rad umzusteigen.

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Aktuell gibt es in Deutschland zwischen 10 und 40 Kilometern an Radschnellwegen (je nachdem, wie eng man die Definition fasst). Als erstes Beispiel in Deutschland gilt der eRadschnellweg in Göttingen. Die vier Kilometer lange Strecke vom Bahnhof bis zum NordCampus der Unistadt kostete 1,7 Millionen Euro. Legt man die Göttinger Baukosten an die 25 Millionen Euro der Fördersumme, ließen sich damit knapp 59 Kilometer Radschnellwege bauen. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) geht sogar nur von 15 bis 20 Kilometern aus, die sich mit 25 Millionen realisieren ließen. Generell begrüßt der ADFC zwar das Vorhaben, fordert aber das Zehnfache des Betrags.

Im Vergleich: Ein Kilometer Autobahn für Fahrzeuge kostet zwischen 6 und 20 Millionen Euro, das hängt etwa vom Gelände und den Folgekosten für die Umwelt ab. Die A 100 in Berlin gilt als die teuerste Autobahn Deutschlands. Ihre Verlängerung über 3,2 Kilometer kostet 470 Millionen Euro. Auch andere (Verkehrs-)Bauprojekte stehen solchen Summen in nichts nach. Mit 25 Millionen Euro ließe sich der Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg, bei Tageskosten von 1,3 Millionen Euro, gut 19 Tage decken. Oder es ließen sich zwei Kilometer für den Hyperloop in Kalifornien realisieren.

Zum 200. Geburtstag des Fahrrads

Abgewandelte Holzdraisine im Kurpfälzischen Museum Heidelberg. (Bild:  Gun Powder Ma / Wikipedia / cc-by-3.0)

Da erscheinen die vom ADFC berechneten 1,2 Millionen pro Kilometer geradezu günstig. Zumal sich das Fahrrad in Deutschland wieder – auch angesichts steigender Absatzzahlen von eBikes und Pedelecs – großer Beliebtheit erfreut, passend zum 200. Jubiläum des Fahrrads, denn am 12. Juni 1817 drehte Karl Drais seine erste Runde auf einer Laufmaschine (Draisine), dem Ur-Typ des Fahrrads.

(jle)

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