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Kristina Beer 86

YouTube will härter gegen verbotene Inhalte vorgehen

Youtube

Bild: dpa, Britta Pedersen/Archiv

Mittels Algorithmen filtert Youtube extremistische und gewalttätige Videos aus der Masse an Uploads heraus – ohne menschliche Hilfe funktioniert das Kontrollsystem aber keineswegs. YouTube will noch mehr Mitarbeiter einstellen, die Inhalte überprüfen.

Googles Videoplattform YouTube will nach massiver Kritik und politischem Druck härter gegen Gewalt und Extremismus vorgehen. Unter anderem werde die Zahl der Personen, die Inhalte prüfen, im kommenden Jahr auf 10.000 erhöht, kündigte YouTube-Chefin Susan Wojcicki am Dienstag an. Zugleich komme verstärkt Googles Expertise bei künstlicher Intelligenz zum Einsatz: Das maschinelle Lernen helfe menschlichen Prüfern, fast fünf Mal mehr Videos zu entfernen.

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Seit Juni seien 150.000 Videos wegen gewalttätigem Extremismus gelöscht worden. Inzwischen würden 98 Prozent davon von Algorithmen aufgespürt. Das ermögliche es YouTube, solche Inhalte schneller zu löschen. Fast 70 Prozent davon können mittlerweile binnen acht Stunden nach dem Hochladen entfernt werden und fast die Hälfte in zwei Stunden. YouTube möchte aber noch schneller werden. Die Algorithmen hätten seit Juni ein Volumen an Videos abgearbeitet, für das es 180.000 Personen bei einer 40-Stunden-Woche gebraucht hätte.

YouTube war in diesem Jahr unter Druck von Werbekunden geraten, nachdem ihre Anzeigen im Umfeld extremistischer Videos landeten. Außerdem kritisierten Werbekunden mangelnden Kinderschutz auf der Plattform. So tauschten sich etwa offensichtlich pädophile Nutzer anstößig unter Videos von Kindern aus, die eigentlich nur Alltagssituationen zeigten. Obwohl Journalisten Accounts meldeten, die obszöne Kommentare absetzten, wurden von diesen nur wenige nach einer zweiwöchigen Frist gesperrt.

Wojcicki kündigte nun "einen neuen Ansatz für Werbung auf YouTube" an, damit "Anzeigen nur dort laufen, wo sie auch laufen sollen". Dazu solle es unter anderem mehr menschliche Kontrolle zusätzlich zu den Algorithmen geben und eine sorgfältigere Prüfung, welche Kanäle und Videos für Werbung in Frage kommen.

In Deutschland greifen zudem ab Januar die Vorschriften des sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetzes, das ein schnelles Löschen verbotener Inhalte wie Hass und Gewalt vorsieht. (mit Material der dpa) / (kbe)

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