Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Andreas Stiller 142

Yahoo-Gate: Offenbar wurden nicht nur Emails gescannt

Marissa Mayer im Ganzkörperprofil neben Yahoo-Logo

Yahoo-Chefin Mayer kommt immer mehr unter Druck

Bild: dpa

Wurde das komplette Yahoo-Netzwerk auf Geheiß der US-Behörden gescannt? US-Datenschützer verlangen nun die Offenlegung der Regierungsdirektive.

Das Yahoo-Gate wird immer größer: Erst der mehrere Monate nach Bekanntwerden veröffentlichte massive Datenklau, der viele Fragen offen lässt, dann der von der Regierung verordnete Email-Scan mit noch mehr Fragezeichen.

Das im Auftrag der Regierung durchgeführte Scanning kann nach Berichten von Reuters noch viel weitreichender gewesen sein, als bislang bekannt geworden ist. Datenschützer und der demokratische US-Senator Ron Wyden aus Oregon fordern daher die US-Regierung auf, die Direktive an Yahoo offenzulegen. Es sieht nach Erkenntnissen der Experten so aus, dass nicht nur die Emails gescannt worden sind, sondern das gesamte Yahoo-Netzwerk. Angeblich sollte nur der Pornografie-Filter geändert worden sein, aber der, so die Experten, durchsucht nur Videos und Bilder. Auch den Spam-Filter hätte man nicht verändern können, ohne dass es der nicht eingeweihten Sicherheitsabteilung aufgefallen wäre. Vielmehr habe man nach Aussagen früherer Yahoo-Mitarbeiter ein Kernel-Modul für Linux eingeschleust, das alles überwacht hat, was bei Yahoo über die Netze geht.

Die Behörden betonen, dass es sich dabei nur um bestimmte digitale Signaturen im Zusammenhang mit einer möglichen terroristischen Aktivität gehandelt habe, aber keinesfalls um eine allgemeine Massendurchsuchung von Emails und Telefon-Daten derart, wie sie die NSA gemäß der Veröffentlichung von Edward Snowden durchgeführt habe.

Die US-Datenschützer sehen dennoch in einer Durchsuchung des kompletten Netzwerks einen Verstoß gegen das "Fourth Amendment" zur US-Verfassung.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer unter Druck

Yahoo-Chefin Marissa Mayer gerät damit immer mehr unter Druck. Anders als etwa Tim Cook von Apple habe sie ohne Gegenwehr die Regierungsdirektive akzeptiert. Auch die Bekanntgabe des Massenhacks hat sie verzögert und jetzt hat auch noch ein weiterer gefeuerter Mitarbeiter, diesmal aus der Presseabteilung, Klage wegen Sexismus ("reverse discrimination") gegen sie eingelegt. Schon im Februar wurde sie wegen Sexismus verklagt.

Auch der Kauf durch den US-Telekomkonzern Verizon wird durch die jüngsten Negativschlagzeilen über Yahoo beeinflusst. Verizon will nun angeblich deutlich weniger für den Webpionier bezahlen. Ursprünglich wollte der Konzern das Internet-Urgestein für 4,8 Milliarden US-Dollar übernehmen und mit AOL verbinden, das Verizon bereits im Jahr zuvor gekauft hatte. Nach Medienberichten habe AOL-Chef Tom Armstrong nun "kalte Füße" bekommen und hält statt 4,8 Milliarden US-Dollar nur noch 3,8 Milliarden für gerechtfertigt. (as)

142 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Nach Rekordhack und E-Mail-Scanning: Verizon will weniger für Yahoo zahlen

    Yahoo und Verizon

    Yahoo kommt derzeit gar nicht aus den Negativschlagzeilen heraus und darauf scheint nun auch Verizon zu reagieren. Eigentlich wollte das Unternehmen Yahoo für fast 5 Milliarden US-Dollar übernehmen. Nun soll angeblich eine Milliarde weniger fließen.

  2. US-Börsenaufsicht prüft Yahoos Umgang mit massiven Datendiebstählen

    Yahoo und Verizon

    Der Internetkonzern Yahoo beichtete erst sehr spät, dass Daten von mehr als einer Milliarde Nutzern kompromittiert worden waren. Die US-Börsenaufsichtsbehörde will nun klären, ob Yahoo damit auch gegenüber Investoren unrechtmäßig gehandelt hat.

  3. Verizon zeigt angeblich Interesse an Yahoo

    Yahoo

    Laut informierter Personen soll Verizon einen alten Bekannten zu Yahoos Chefin Marissa Mayer geschickt haben. Er solle ausloten, ob sich der Zukauf von Yahoo lohnen könnte. Förmliche Verhandlungen gebe es noch nicht.

  4. Marissa Mayer wird Yahoo verlassen

    Marissa Mayer

    Nach dem Verkauf des operativen Yahoo-Geschäfts an Verizon bleibt Yahoo, Inc., noch, Beteiligungen zu verwalten. Aber das wird ohne CEO Mayer und unter neuem Firmennamen erfolgen.

  1. Staatliche Hackergruppen oder Cyber-Söldner? USA und Russland im Cyber-Konflikt

    US-Regierung droht mit Gegenangriffen, aber es fehlen die Beweise, die Cyberangriffe mit bestimmten Personen oder gar Regierungen verbinden können

  2. Menschenrechte unter Trump: "Jetzt erst recht"

    Amie Stepanovich

    "Unsere Anliegen sind heute noch wichtiger, als [am Dienstag]", reagierte die US-Amerikanerin Amie Stepanovich auf die Ergebnisse der US-Wahlen. Sie setzt sich bei der NGO Access Now für digitale Bürgerrechte ein.

  3. USA: Regierung plant einheitliche Regeln für autonome Autos

    US-Regierung: Einheitliche Regeln für autonome Autos

    Bisher regelt jeder US-Bundesstaat für sich, unter welchen Umständen autonome Autos auf seinen Straßen unterwegs sein dürfen. Das will die US-Regierung nun ändern. Sie will außerdem mit 4 Milliarden US-Dollar autonome und vernetzte Autos subventionieren

  1. Google Chrome: Blinkender Cursor verschwendet CPU-Ressourcen

    Google Chrome: Blinkender Cursor verschwendet CPU-Ressourcen

    60 fps: Für Hardcore-Spieler gehts nichts unter dieser Frame-Wiederholungsrate. Wenn jedoch ein blinkender Cursor so häufig gerendert wird, dann bringt er nur die CPU unnötig ins Schwitzen.

  2. Geheimakte BND & NSA: Bad Aibling und die "Weltraumtheorie"

    Geheimakte BND & NSA: Bad Aibling und die "Weltraumtheorie"

    Der BND fängt über seine Außenstelle in Bad Aibling Kommunikation ab, die über Satelliten geleitet wird. Damit er die möglichst frei durchsuchen und weitergegeben werden darf, haben sich die Verantwortlichen eine Theorie zurechtgelegt – trotz Protestchen.

  3. Microsoft: Windows-10-Spezialversion für China ist einsatzbereit

    Windows 10

    Der China-Chef von Microsoft, Alain Crozier, hat die seit einem guten Jahr entwickelte Sonderausgabe von Windows 10 für die chinesische Regierung als marktreif bezeichnet. Der Fokus liegt auf Sicherheits- und Kontrollfunktionen.

  4. Datenschutzverstoß: 15.000 Euro Bußgeld wegen Geoscoring

    "Köln an der Ruhr"

    Das Amtsgericht Hamburg hat einen Erlass des Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar bestätigt, wonach der Schufa-Konkurrent Bürgel eine Strafe wegen Geoscoring zahlen soll. Die Firma will das Urteil nicht akzeptieren.

Anzeige