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Wikileaks: "Unsere Quelle ist kein Staat. Weder Russland noch China"

Wikileaks

Bild: dpa, Oliver Berg / Archiv

Der Chef der Enthüllungsplattform spricht im CNN-Interview über die politische Großwetterlage, Russland, Syrien und Trump. In den USA sieht Assange einen Machtkampf zwischen Geheimdiensten und Militärs im Gange.

Der Gründer von Wikileaks hat Spekulationen über eine Zusammenarbeit der Enthüllungsplattform mit der russischen Regierung zurückgewiesen. "Wir erhalten keine Unterstützung oder Finanzierung aus Russland", sagte Julian Assange in der Nacht auf Dienstag in einem Interview des Fernsehsenders CNN Español.

"Wikileaks hat über 600 000 Dokumente über Russland und 2,3 Millionen Dokumente über seinen Verbündeten Syrien veröffentlicht", sagte Assange. "Es gibt keine Beziehung zwischen Wikileaks und Russland. Im Gegenteil: Wikileaks hat aggressiv über Russland und seine Alliierten publiziert."

Informationen nicht von Regierungen

Für die angebliche Unterstützung des Wahlkampfs von US-Präsident Donald Trump durch Russland habe er keine Anhaltspunkte, sagte Assange. "Wenn wir dazu Informationen erhalten, werden wir sie natürlich veröffentlichen." Assange stellte zudem klar, dass Wikileaks seine Informationen nicht von Regierungen erhalte. "Unsere Quelle ist kein Staat – weder Russland, noch China."

Aus seinem Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London sprach Assange mit der mexikanischen Journalistin Carmen Aristegui über das Verhältnis zwischen den USA und Russland, über die internationale Waffenindustrie und über Nordkorea.

Wachsender Einfluss der Militärs in Trumps Regierung?

Trumps Position gegenüber Syrien ist nach Assanges Einschätzung geprägt von einem Machtkampf in den USA zwischen den Geheimdiensten und den Militärs. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA habe lange Zeit auf einen Regierungswechsel in Syrien hingearbeitet. Nach Trumps Amtsantritt habe die CIA dafür keine Unterstützung mehr im Weißen Haus gehabt.

Trump habe sich hingegen dem Pentagon zugewandt und mehrere Generäle in sein Kabinett und seinen Beraterstab geholt. Die jüngste Aufstockung des US-Verteidigungsetats um 50 Milliarden Dollar deute auf einen gewachsenen Einfluss der Militärs in Trumps Regierung hin, sagte Assange. Das sei allerdings gefährlich und könne neue Konflikte schüren: "Der militärisch-industrielle Komplex braucht immer einen
Feind, um zu überleben."

Assange war vor mehr als vier Jahren in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einer Festnahme zu entgehen. Gegen den Australier liegt ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, zunächst dorthin und dann schließlich in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine lange Haft drohen könnte. Ecuador gewährte ihm 2012 Asyl. Er lebt seitdem in der diplomatischen Vertretung. (dpa) / (axk)

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