Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

118

WhatsApp-Übernahme: EU verlangt 110 Millionen Euro Strafe von Facebook

WhatsApp-Übernahme: EU verlangt 110 Millionen Euro Strafe von Facebook

Weil Facebook zur Übernahme des Messengers WhatsApp falsche Angaben gemacht hat, hat die EU-Kommission nun eine Strafzahlung von 110 Millionen Euro verhängt. Das US-Unternehmen habe damals zwei schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen.

Die EU-Kommission hat gegen Facebook 110 Millionen Euro Strafe verhängt, weil das US-Unternehmen bei der Übernahme von WhatsApp irreführende Angaben gemacht haben soll. Dies teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit. Die Höhe der Geldbuße begründete Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit der abschreckenden Wirkung für falsche Angaben bei Verfahren zur Fusionskontrolle.

Facebook hatte nach Angaben der Kommission bei der Anmeldung der Übernahme des Messenger-Dienstes 2014 erklärt, dass es nicht zuverlässig möglich sein werde, einen automatischen Datenabgleich zwischen den Benutzerkonten beider Dienste einzurichten. Im August 2016 hatte Facebook jedoch angekündigt, künftig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern mit Facebook-Profilen zu verknüpfen. Die Brüsseler Behörde sieht sich deshalb getäuscht.

Profilabgleich war möglich

"Die Kommission hat festgestellt, dass ein automatischer Abgleich der Facebook- und der WhatsApp-Nutzerprofile – entgegen den von Facebook im Rahmen des Fusionskontrollverfahrens von 2014 gemachten Angaben – bereits im Jahr 2014 technisch möglich war, und dass den Facebook-Mitarbeitern diese Möglichkeit bekannt war", erklärte Vestagers Behörde.

Facebook betonte aber: "Wir haben seit den allerersten Kontakten zur Kommission nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und versucht, zu jeder Zeit korrekte Informationen zu liefern." Die Fehler in den Papieren von 2014 seien keine Absicht gewesen, versicherte ein Sprecher. Zudem habe die Kommission bestätigt, dass sie für das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens nicht entscheidend gewesen seien.

Genehmigung bleibt bestehen

Tatsächlich erklärte Vestagers Behörde, Facebooks unrichtige Angaben seien zwar relevant, aber nicht ausschlaggebend gewesen. Die Kommission habe schon damals auch das hypothetische Szenario durchgespielt, dass ein Nutzerabgleich möglich wäre. Der jetzige Beschluss habe deshalb keine Auswirkungen auf die 2014 erteilte Genehmigung.

Die Geldbuße sei aber eine deutliche Botschaft an Unternehmen, dass sie bei Verfahren zur Fusionskontrolle bei der EU richtige Angaben machen müssten, betonte die Kommissarin. Die Höhe solle abschreckende Wirkung haben. "Die Kommission muss sich beim Erlass ihrer Beschlüsse über die Auswirkungen von Zusammenschlüssen auf den Wettbewerb auf umfassende und präzise Informationen stützen können", erklärte Vestager. (dpa) / (mho)

118 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Zweifel an Whatsapp-Übernahme: EU-Kommission fordert Erklärung von Facebook

    Zweifel an Whatsapp-Übernahme: EU-Kommission fordert Erklärung von Facebook

    Als es um die Zustimmung der EU-Kommission zur Whatsapp-Übernahme ging versicherte Facebook, Nutzerdaten könnten nicht automatisiert abgeglichen werden. Angesichts neuer Verknüpfungspläne haben die EU-Wettbewerbshüter daran nun Zweifel.

  2. Streit um irisches Steuersparmodell: Apple muss weiter auf Entscheidung warten

    Apple

    Eigentlich sollte die EU-Kommission noch im Juli entscheiden, ob Apple Milliarden nachzahlen muss. Laut Aussagen eines Beteiligten verschiebt sich das nun.

  3. Brüssel hakt bei Facebook wegen Nutzung von WhatsApp-Daten nach

    Facebook und WhatsApp

    Facebook hatte den Brüsseler Wettbewerbshütern bei der Übernahme von WhatsApp versprochen, die Daten getrennt zu lassen. Die neuen Datenschutzbestimmungen bei WhatsApp widersprechen dem. Facebook muss sich nun Fragen der EU-Kommission stellen.

  4. Apple-Steuernachzahlung: EU-Wettbewerbskommissarin Vestager weist Vorwürfe Tim Cooks zurück

    Apple

    Die Aussage, die Untersuchung von Apples Steuerverhalten in Irland sei rein politisch bedingt, kann die Dänin nicht teilen.

  1. EU-Grenzschutzagentur soll Recht zur Intervention bekommen

    EU-Kommission will Frontex umbenennen, aufrüsten und mit neuen Befugnissen ausstatten. Als Begründung dient die Lage in Griechenland

  2. Roundup Ready v2.0

    Die US-Umweltschutzbehörde EPA genehmigt ersten Teil einer "neuen" Monsanto-Herbizidstrecke

  3. EU-Kommissar Oettinger will Warschau unter Aufsicht stellen

    Wegen des umstrittenen neuen Mediengesetzes in Polen soll der EU-Rechtsstaatsmechanismus aktiviert werden

  1. Galaxy S6 und S7 verlieren im Standby-Modus die Mobilfunkverbindung

    Samsung Galaxy S6

    Die Samsung-Smartphones Galaxy S6 und S7 verlieren die Verbindung mit dem Mobilfunknetz, wenn sie in den Standby-Modus versetzt werden. Das Problem tritt offenbar nach dem Update auf Android 7 auf.

  2. ExoMars: Mars-Sonde Schiaparelli nach Computerfehler abgestürzt

    ExoMars: Mars-Sonde Schiaparelli nach Computerfehler abgestürzt

    Wie bereits vermutet wurde, ist der Mars-Lander Schiaparelli vergangenes Jahr aufgrund eines Softwarefehlers abgestürzt. Das hat nun eine unabhängige Kommission ermittelt. Die Sonde war Teil einer Mission zur Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars.

  3. 40 Jahre Star Wars: Das Jubiläum der Macht

    40 Jahre Star Wars: Das Jubiläum der Macht

    A long time ago in a galaxy far, far away … Am 25. Mai 1977 startete die Star-Wars-Saga in den Kinos der Vereinigten Staaten. Doch der Weg zur Macht, nicht vorgegeben er war...

  4. Dehnbare Display-Haut

    Leuchtende Display-Haut

    Samsung zeigt auf der DisplayWeek ein organisches Display mit elastischen Eigenschaften. Damit werden gänzlich neue Gerätedesigns denkbar, die über das lange angekündigte faltbare Display hinausgehen.

Anzeige