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Thomas Kaufner, dpa 759

Weiter heftige Bitcoin-Kursausschläge

Bitcoin

Bitcoin ist die bekannteste unter den Digitalwährungen.

Bild: dpa, Jens Kalaene

Ist das überhaupt Geld? Nein, meint Deutschlands oberster Währungshüter. Geld, so argumentiert Jens Weidmann sollte ja im Wert stabil sein - doch genau das ist der Bitcoin nicht, wie auch die jüngsten Kursausschläge in der Weihnachtszeit zeigen.

Die heftigen Kursausschläge beim Bitcoin haben sich auch an den Weihnachtstagen fortgesetzt – und die warnenden Stimmen vor Anlagen in der umstrittenen Digitalwährung mehren sich. Die israelische Finanzmarktaufsicht (ISA) will jetzt sogar ein Handelsverbot von Firmen an der Tel Aviver Börse durchsetzen, die mit Cyberwährungen wie Bitcoin Geschäfte machen.

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"Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlusts", sagte der Präsident der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, Felix Hufeld, der Bild-Zeitung. Es werde "Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren" würden. Hufeld rät daher zu höchster Vorsicht. Ein Anleger müsse wissen, "dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann". Der Bafin-Chef kündigte an, seine Behörde müsse "eng am Ball bleiben", sprach allerdings auch von einer großen Lernaufgabe: "Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-How aufzubauen."

"Solange es keine Regulierung gibt, werden wir dafür sorgen, dass Unternehmen, deren Geschäftsmodell vor allem auf Cyber-Währungen basiert, nicht an die Börse gehen können", sagte Israels Chefaufseher Schmuel Hauser nach einem Bericht des Wirtschaftsblatts Calcalist. Bereits notierte Unternehmen sollten mit einem Handelsverbot belegt werden, "bis wir einen passenden regularischen Rahmen finden". Hauser, der am Montag auf einer Wirtschaftskonferenz sprach, warnte vor gefährlichen Preisschwankungen: "Die Öffentlichkeit hat keinen Schutz bei Investitionen in digitale Währungen."

Die Deutsche Bundesbank spricht der – ursprünglich als Zahlungsmittel kreierten – Digitalwährung sogar den Charakter des Geld ab. "Wir sehen eine rasante Wertentwicklung, die das Risiko rasanten Verlusts birgt", erklärte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der Zeitung Euro am Sonntag. Wegen der hohen Wertschwankungen eigne sich die Digitalwährung nicht zur Wertaufbewahrung. "Das teure und ineffiziente Übertragungssystem der Blockchain spricht zudem gegen Eignung als Zahlungsmittel."

Auch der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt warnte vor den Risiken der Kryptowährungen. "Zumindest sind das hoch spekulative Geschäfte", sagte Schmidt der Rheinischen Post. Dies sei so lange nicht bedenklich, wie Anleger die daraus erwachsenden Risiken aus eigener Kraft tragen könnten. "Zögen ihre Verluste jedoch andere in Mitleidenschaft, weil ihr Erwerb durch Kreditaufnahme finanziert wird, dann würde dies das Risiko für Verwerfungen an den Finanzmärkten erhöhen."

Zwei große US-Börsen haben mittlerweile Terminkontrakte auf den Bitcoin aufgelegt – damit ist die Kryptowährung in der klassischen Finanzwelt angekommen. Seit Jahresbeginn ist der Bitcoin, der auf Plattformen im Internet gehandelt wird, massiv im Wert gestiegen: von rund 1000 US-Dollar auf annähernd 20.000 Dollar, um kurz vor Weihnachten jäh in Richtung 11.000 Dollar abzustürzen, bis zum zweiten Weihnachtstag auf mehreren Plattformen aber wieder auf mehr als 15.000 Dollar zu klettern.

Je höher der Kurs stieg, desto lauter wurden mahnende Stimmen aus Politik und Notenbanken. In den vergangenen Tagen hatten Politiker und Ökonomen eine Regulierung von Bitcoin gefordert. Erst kürzlich hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Bezeichnung "Digitalwährung" als irreführend bezeichnet: "Ein Zahlungsmittel sollte ja eine Wertstabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin." (Thomas Kaufner, dpa) / (hob)

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