Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Volker Zota 372

WebM: Google erklärt sich

Googles Entscheidung, die H.264-Unterstützung für das HTML5-<video>-Videoelement aus Chrome zu entfernen, sorgte in der vergangenen Woche für einigen Diskussionsstoff. Chrome-Produktmanager Mike Jazayeri versucht nun, die häufigsten Fragen zu beantworten. Er kündigte zudem Plug-ins für Safari und IE9 an, die WebM-Support in den Browsern der verbleibenden H.264-Verfechter nachrüsten sollen. Einen Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Plug-ins nannte Jazayeri allerdings noch nicht.

Als Antwort auf die Frage, warum Google künftig nur WebM und Ogg Theora für HTML5-Video unterstützt, führt Jazayeri mehrere Argumente an. So müssten Webentwickler, die HTML5-Video einsetzen wollen, derzeit zwei Videoformate unterstützen, weil es keinen Konsens für ein Videoformat gebe. Während Firefox und Opera aufgrund der Lizenzbestimmungen von H.264 nur die offenen Codecs WebM und Ogg Theora verwenden, setzen Safari und Internet Explorer 9 auf H.264. Es sei jedoch abzusehen, dass sich H.264 aufgrund seiner kommerziellen Lizenzbestimmungen nicht durchsetzen könne. Da Google – wie das W3C – die Meinung vertrete, die Kerntechniken des Web müssten auf offenen Formaten aufsetzen, habe man sich daher entschlossen, sich für die offene Alternative WebM einzusetzen. H.264-Inhalte lassen sich in Chrome weiterhin mittels Flash und Silverlight abspielen.

Der Vorwurf lautet allerdings, Google wolle lediglich seine Macht ausnutzen, um das Web-Video-Format zu kontrollieren. Dem begegnet Jazayeri mit dem Argument, dass Google nicht allein die Geschicke von WebM bestimme, sondern das Format von Vielen aus der Web-Community getragen und weiterentwickelt werde. Googles Ziel sei es in erster Linie, aus HTML5-Video eine erstklassige Videoplattform für das Web zu machen.

Durch die Abkehr von H.264 und der parallelen Veröffentlichung des Hardware-Designs eines VP8/WebM-Decoders setzt Google die H.264-Patentinhaber weiter unter Druck. Im Februar des vergangenen Jahres verlängerten diese zunächst die Schonfrist für kostenfreie Internet-Streaming-Angebote bis 2016, um die H.264-Lizenzforderungen für solche Angebote nach Ankündigung des "Open Web Media Project" (WebM) dauerhaft auszusetzen. Ob die Patentinhaber jedoch auf die Lizenzgebühren für in Webbrowser integrierte H.264-Decoder verzichten werden, bleibt abzuwarten. (vza)

372 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Google schaufelt weiter am Grab für Flash

    Google schaufelt weiter am Grab für Flash

    Der Web-Browser Chrome soll in künftigen Versionen immer weniger Flash-Inhalte anzeigen.

  2. Safari mit WebRTC: Apple unterstützt Echtzeitkommunikation im Browser

    WebRTC in Safari

    Als letzter großer Browser-Hersteller will nun auch Apple WebRTC unterstützen. iPhone- und Mac-Nutzer können dann Videokonferenzen direkt im Browser führen, ohne dafür erst ein Plug-in oder eine App installieren zu müssen.

  3. Safari 10 blockiert Flash standardmäßig

    Safari 10

    Ab Herbst gaukelt Apples Browser Webseiten in der Standardeinstellung vor, dass Plug-ins wie Flash, Silverlight oder Java gar nicht installiert seien. Der Schritt soll Strom sparen und für mehr Sicherheit sorgen.

  4. Schnellstarter für Opera 41

    Schnellstarter für Opera 41

    Während Vielsurfer von der verkürzten Startzeit profitieren, spart die Hardware-Beschleunigung bei Video-Chats CPU-Ressourcen und Strom.

  1. Progressive Web Apps, Teil 5: Das App-Modell der Zukunft?

    Eine mit Cordova und Electron umgesetzte Cross-Platform-Lösung

    In den vergangenen Teilen dieser Serie haben wir uns mit den wichtigsten Features der Progressive Web Apps beschäftigt. Stellen sie das App-Modell der Zukunft dar? Die Antwort hängt am Engagement eines Plattformanbieters.

  2. HTML5: Wegbereiter des nativen Web

    HTML5-Logo

    Eine Schlüsseltechnologie im Web ist HTML5 – eine Auszeichnungssprache mit einem technologischen Umfeld, das den alten Java-Traum "Write once, run anywhere" erstmals Realität werden lässt.

  3. Progressive Web Apps, Teil 3: Wie die Web-App zur App-App wird

    Progressive Web App auf dem Homebildschirm

    Wenn Webanwendungen künftig so mächtig sein können wie ihre nativen Gegenstücke, wie kann man sie dann von übrigen Websites unterscheiden? Dafür gibt es das Web App Manifest, das zudem das Aussehen der Anwendung auf dem Homebildschirm oder im App-Switcher spezifiziert.

  1. Freudsche Zustände

    Gestaltet der Mensch seine Gesellschaft bewusst - oder wird er unbewusst durch Strukturen und Dynamiken des Systems geformt?

  2. Antarktis: Riesen-Eisberg abgebrochen

    Klimawandel oder natürlicher Vorgang? In der Antarktis könnte durch einen großen Abbruch der viertgrößte Eisschelf des eisigen Kontinents destabilisiert worden sein

  3. Hindernisreicher Weg nach 5G

    Fernsehsender blockieren Frequenzen für neuen Mobilfunkstandard

  4. Fußball Bundesliga 2017/18 live im TV und Internet: Wo ist was zu sehen?

    Bundesliga-Logo

    Die 55. Fußball-Bundesliga-Saison 2017/18 beginnt am 18. August mit dem Auftaktspiel des Deutschen Meisters. Daran hat sich nichts geändert. Fußball-Fans müssen sich mit der neuen Saison aber an viele Neuerungen in der Fußball-Übertragung gewöhnen.

Anzeige