Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Monika Ermert 1

WCIT: Transparenz bleibt ein Reizthema für die ITU

Mangelnde Transparenz bleibt ein Problem der Fernmeldeunion ITU auch bei der internationalen Telekommunikations-Konferenz WCIT, die derzeit in Dubai tagt. Zwar hat die ITU die Türen zu den laufenden Verhandlungen ein Stück weit aufgestoßen und überträgt neben Plenarsitzungen auch die Debatten eines der wichtigen Ausschüsse. Dennoch bleiben viele Dokumente reserviert für zahlende Mitglieder der Union. Eine hinter verschlossenen Türen verabschiedete Empfehlung der Standardisierungsabteilung ITU-T zu Deep Packet Inspection ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker.

Zum Konferenzauftakt hatte Schweden mit Unterstützung Deutschlands und weiterer europäischer Länder die Veröffentlichung aller Konferenzdokumente und eine vollständige Öffnung aller Verhandlungen gefordert. In der Debatte seien jedoch sehr unterschiedliche Auffassungen von Transparenz und Beteiligung deutlich geworden, erklärte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Der Vorschlag der vollständigen Öffnung "konnte bedauerlicherweise nur teilweise umgesetzt werden". Erst die Ergebnisse des Schlussplenums sollen nun veröffentlicht werden.

Über die Transparenz hinaus hatten Nicht-Regierungsorganisationen auch mehr Mitspracherechte für nichtstaatliche Akteure gefordert. Als Beispiel dient die für Fragen des geistigen Eigentums zuständige UN-Organisation WIPO, die Industrieverbänden und Verbraucherschutz- und Bürgerrechtsorganisationen in vielen Beratungen inzwischen auch ein beschränktes Rederecht zugesteht.

Kritik muss sich die ITU überdies für die Informationspolitik im Zusammenhang mit ihrer Standardisierungsarbeit gefallen lassen. Das Center for Democracy and Technology kritisierte die Verabschiedung eines Standards zu Deep Packet Inspection (DPI) im Rahmen des ITU World Telecommunication Standardization Assembly kurz vor der WCIT. DPI könne erhebliche Datenschutzprobleme mit sich bringen und der Standard sei bisher nicht öffentlich zugänglich, mahnt die US-Organisation.

Im Rahmen der ITU-Arbeitgruppe europäischer Regulierer (CEPT) hat sich Deutschland kritisch zu den DPI-Arbeiten geäußert. Für CDT liefert der DPI-Standard vor allem den Nachweis, dass ITU-T-Standards nicht wie von manchen Regierungen gewünscht per Telekommunikationsvertrag für alle verbindlich gemacht werden sollten. Andere Standardisierungsorganisationen verfolgen die WCIT-Debatten auch aus diesem Grund sehr genau.

Ein auch online verfügbarer Artikel in der aktuellen c't 26/2012 verdeutlicht Hintergründe und Interessenlagen zur World Conference on International Telecommunications:

Eine Themenseite versammelt die Berichte von heise online zur WCIT:

(vbr)

1 Kommentar

Themen:

Anzeige
  1. Patch stabilisiert Linux auf Atom-Celerons

    Intel Bay Trail: Celeron J1800

    Auf Billig-Notebooks und anderen Systemen mit Intels "Bay Trail"-Chips wie Celeron J1900, Celeron N2840 und Pentium N3540 bleibt Linux in manchen Konfiguration häufiger hängen, aber es gibt Abhilfe.

  2. Letzte Änderungen bei C++17 und erste Arbeiten an C++20

    Letzte Änderungen bei C++17 und erste Arbeiten an C++20

    Der Trip Report des kürzlich ausgerichteten C++-Standards-Meeting in Issaquah gibt einen Überblick zum jüngsten Stand der C++-Entwicklung.

  3. l+f: Das gehackte Hotel

    lost+found: Was von der Woche übrig blieb

    Die Tür bleibt zu: Du kommst hier nicht rein!

  4. BlackBerry plant zwei günstigere Smartphones mit Android

    Blackberry PRIV

    Der Blackberry Priv ist zu ambitioniert: Technisch gut, schnelle Sicherheitsupdates, doch der Preis stimmt nicht – und damit bleibt der Erfolg aus. Nun sollen es zwei preiswertere Android-Geräte richten.

  1. Episode 52: Microservices und Self-contained Systems

    Eine Episode zur Bedeutung von Microservices für Architekturarbeit und die unterschiedlichen Schattierungen dieses Architekturmusters.

  2. Autonome Kampfroboter: Wettrennen zwischen Ingenieuren und Diplomaten

    Um die Entwicklung autonomer Killerroboter zu verhindern, bleibt nicht mehr viel Zeit

  3. Netz-Journalismus wird anders - oder er wird nicht sein

    Die Wechselwirkung zwischen Datennetz, Inhalt und Wirtschaftsform bleibt eine Zwickmühle

  1. Im Test: BMW X1 xDrive 20d

    BMW

    Der zweite BMW X1 wirkt innen nobler, dreht aber aus Kostengründen sein Antriebskonzept um. Statt des standardmäßigen Hinterradantriebs mit zugeschalteter Vorderachse werden nun die Hinterräder nur bei Bedarf angetrieben. Eine Ausfahrt sollte zeigen, ob sich dieser BMW noch wie einer anfühlt

  2. Apple Carplay im BMW 1er

    BMW NBT Evo

    Unsere Kollegen von Techstage haben sich angesehen, wie BMW Apple Carplay integriert hat. Das ist nicht ganz billig, von BMW aber insgesamt sehr gut gelöst. Ein paar Dinge könnten BMW und Apple in ihrer Zusammenarbeit aber noch verbessern

  3. "Großes Finale": Cassini meldet sich nach Flug zwischen dem Saturn und seinen Ringen

    "Großes Finale": Cassini meledet sich nach Flug zwischen Saturn und Ringen

    Einen Tag nach dem ersten Abtauchen zwischen den Saturn und seine Ringe hat sich die NASA-Sonde Cassini zurückgemeldet. Eine Antenne in Kalifornien empfängt die heiß ersehnten Daten. Offenbar lief alles nach Plan, freut sich die NASA.

  4. iPhone-Kaufberatung: Vom 4s bis zum iPhone 7 Plus

    Das iPhone setzt jedes Jahr neue Maßstäbe und löst auch bei Besitzern anderer Smartphones Haben-wollen-Reflexe aus. Doch die Anschaffung ist kostspielig und nicht jeder braucht sämtliche Features – welches soll man da bloß nehmen? Wir stellen alle jüngeren Modelle einander gegenüber und lassen dabei auch Gebrauchtgeräte nicht außen vor.

Anzeige