Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

212

Vodafone kündigt Gigabit-Offensive an: 13,7 Millionen neue Anschlüsse Update

Glasfaser

Vodafone startet eine große Gigabit-Offensive und will 2 Milliarden Euro in den Breitbandausbau investieren. Jeder dritte Haushalt in Deutschland soll auf Gigabit-Leitungen zugreifen können – auch auf dem Land.

Vodafone will in den nächsten vier Jahren in Deutschland 13,7 Millionen neue Gigabit-Anschlüsse schaffen. Das entspreche ungefähr einem Drittel aller Haushalte in Deutschland, kündigte der Deutschland-Chef von Vodafone, Hannes Ametsreiter, am heutigen Montag in Düsseldorf an. "Die stärkste Industrienation der Welt braucht auch die beste digitale Infrastruktur der Welt", sagte Ametsreiter. "Es wurde lange diskutiert. Wir wollen jetzt einfach loslegen."

Die Gigabit-Offensive von Vodafone besteht aus drei Initiativen, die sich an private Verbraucher, ländliche Gemeinden und Gewerbegebiete richtet. Vodafone stemme mit den drei Initiativen das größte private Gigabit-Investitionsprogramm, das es jemals in Deutschland gegeben habe, sagte Ametsreiter. Das werde für Wettbewerber auch ein Anreiz sein, ebenfalls in den Ausbau der Netze zu investieren. "Allein für die gigabitschnellen Glasfaseranschlüsse in Gewerbegebieten und Gemeinden wird Vodafone in den nächsten vier Jahren zusätzliche zwei Milliarden in Deutschland investieren", heißt es in der Mitteilung.

Gigabit für ein Drittel aller deutschen Haushalte: Vodafone hat seinen "Bauplan für Deutschlands digitale Zukunft" vorgestellt.
Gigabit für ein Drittel aller deutschen Haushalte: Vodafone hat seinen "Bauplan für Deutschlands digitale Zukunft" vorgestellt. Vergrößern
Bild: Vodafone

GigaKabel, GigaGewerbe und GigaGemeinde

Mit dem Projekt "GigaKabel" will Vodafone 12,6 Millionen Haushalten bis zum Jahr 2021 in einem Technologie-Mix aus Glasfaser und Koaxialkabel eine Geschwindigkeit von einem Gigabit anbieten. Mit der so genannten Full-Duplex-Technologie könne man dort später sogar bei Spitzengeschwindigkeiten von zehn Gigabit landen.

Mit der Initiative "GigaGewerbe" will Vodafone außerdem rund 100.000 Unternehmen mit Glasfaser-Anschlüssen versorgen. Der Provider will dabei sowohl in den Städten als auch auf dem Land mit Gewerbeparks kooperieren. "Wir fragen nach, wer Glasfaser haben möchte. Wenn sich mindestens 40 Prozent der Unternehmen in einem Business-Park für die modernste Infrastruktur der Welt entscheiden, dann bauen wir sie und betreiben das auch", sagte Ametsreiter.

Außerdem startet Vodafone die Initiative "GigaGemeinde". Dabei setzt der Konzern auf ein Kooperationsmodell mit den Kommunen: "Im ländlichen Bereich beschweren sich viele Menschen, dass sie nur über eine unzureichende Infrastruktur und damit über zu geringen Bandbreiten verfügen", sagte Ametsreiter. Vodafone wolle auch hier ausbauen und investieren.

Gigabit-Geschwindigkeit auch auf dem Land

Vodafone geht davon aus, dass sich die Kommunen um die Fördermittel des Bundes zum Breitbandausbau in Milliarden-Höhe bewerben und damit die Kabelschächte bauen. Die Fördermittel des Bundes sollten nicht in wenig zukunftsfähiges Kupfer und DSL gehen, sondern sinnvoller Weise nur noch in die Glasfaser. "Wir wollen diese Gemeinden bei den Förderanträgen und Bauausschreibungen unterstützen. Vodafone ist dann der Betreiber des Netzes und würde sich für 15 oder 20 Jahre lang verpflichten, diese Infrastruktur von der Gemeinde zu mieten."

Damit habe jeder etwas davon der Initiative, sagte Ametsreiter. "Der Bürger der Gemeinde erhält Glasfaser und damit das modernste und schnellste Netz. Für die Gemeinden ist dieses Geschäft von siebten oder achten Jahr an profitabel – und zwar für Jahrzehnte. Und Vodafone kann die entsprechenden Dienste anbieten." Nach Berechnungen des Konzerns können mit der Initiative eine Million Haushalte und damit zwei Millionen Menschen auf dem Land mit Gigabit-Geschwindigkeit versorgt werden.

Der Vodafone-Wettbewerber Telekom hatte vor einer Woche auf der IFA in Berlin ebenfalls eine Glasfaser-Initiative angekündigt, die in weiten Teilen auf einem Technologiemix mit herkömmlichen Kupferkabeln beruht. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben rund fünf Milliarden Euro pro Jahr in den Ausbau. Man begrüße, wenn auch Wettbewerber selbst verstärkt in den Glasfaserausbau investierten, kommentierte ein Sprecher. Sollte die Investition jedoch erst von 2018/2019 an starten, sei das etwas spät. "Bis dahin haben wir längst für eine großflächige Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen gesorgt und sind mit unseren Glasfaserleitungen in fast jeder Straße."

Update, 12. September: Stellungnahme der Deutschen Telekom im letzten Absatz eingefügt. (dpa) / (dbe)

212 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Breitband-Internet: Bochum soll erste Gigabit-City Deutschlands werden

    Breitband: Bochum soll erste Gigabit-City Deutschlands werden

    Zusammen mit dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia will Bochum zur ersten Stadt Deutschlands werden, in der Gigabit-Internet "nahezu flächendeckend" verfügbar ist. Auf der CeBIT in Hannover fiel der Startschuss.

  2. Gigabit-Gesellschaft: Netzbetreiber fordern Glasfaser-Strategie

    Breitbandversorgung

    50 Mbit/s und aufgebohrtes VDSL sind nicht genug. Die Bundesregierung braucht einen langfristigen Plan für die Gigabit-Gesellschaft, meint die Netzwirtschaft. Und die Antwort kann nur heißen: Glasfaser.

  3. Standortgefahr: Industrie verteilt schlechte Note für den Breitbandausbau

    Standortgefahr: Industrie verteilt schlechte Note für den Breitbandausbau

    Die Unzufriedenheit der produzierenden Unternehmen mit der Breitbandanbindung nimmt immer weiter zu, hat eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertag ergeben. Die Politik unternehme zu wenig, dies sei ein "ernstes Warnsignal".

  4. Breitband-Debatte: "Bundesregierung hat den Ausbau verpennt"

    Breitband-Debatte: "Bundesregierung hat den Ausbau verpennt"

    Glasfaser oder Vectoring? Die Bundesregierung hat sich vorerst entschieden. Die Telekom darf Vectoring ausbauen, als "Zwischenlösung". So ziemlich alle anderen halten das für den falschen Weg – auch FDP und Grüne.

  1. Frickeln im Netz

    Deutschland liegt bei Ausbau seiner digitalen Infrastruktur im Vergleich zu anderen Ländern zurück

  2. Breitband: USA sind das falsche Vorbild

    Meinung: Falsches Vorbild

    Wenn hierzulande Branchenvertreter den zögernden Breitbandausbau beklagen, gilt ihnen oft Amerika als leuchtendes Vorbild. Warum nur? Gerade in den USA haben Monopolisten und Regierungen beim Ausbau versagt. Gerichtet hat es ausgerechnet – Google.

  3. Regionalflughäfen: Der Preis der Eitelkeit

    Das Debakel beim Flughafen Frankfurt-Hahn ist kein Einzelfall

  1. Ridesharing: London entzieht Uber die Lizenz

    Uber

    Das ist eine harte Nuss für Uber: Die Londoner Verkehrsbehörde will die Lizenz des Ridesharing-Dienstes nicht verlängern. Der Vorwurf: Verantwortungslosigkeit. Uber will kämpfen.

  2. Instagram wirbt auf Facebook mit Vergewaltigungsdrohung

    Instagram wirbt auf Facebook mit Vergewaltigungsdrohung

    Eine Journalistin erhielt per E-Mail eine Vergewaltigungsdrohung, die sie bei Instagram als Screenshot veröffentlichte. Nun machte die Plattform daraus eine Werbeanzeige auf Facebook.

Anzeige