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Vintage Computing Festival Berlin im Zeichen der Kriegspiele

Vintage Computing Festival Berlin im Zeichen der Kriegspiele

Bild: heise online / Detlef Borchers

Eine der größten Ausstellungen klassischer Computer warf Fragen auf, die heute aktuell sind.

Zum diesjährigen Vintage Computing Festival Berlin im Deutschen Technikmuseum kamen rund 2100 Besucher. 55 Aussteller zeigten ihre alten Rechner, aber auch junge Hobbies wie Miniaturmodelle bekannter Rechner. Die Besucher hatten zudem die Möglichkeit, die "Netz"-Installation des Museums zu bewundern, Computerspiele zu spielen und Vorträge zur Computergeschichte zu hören. Das Festival war gleichzeitig das Jahrestreffen des Vereins zum Erhalt klassischer Computer und beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte der Computer-Clubs.

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Den Publikumspreis für die beste Ausstellung gewann Ansgar Kückes mit seiner Installation WarGames. Sie zeigte, wie mit den Workstations 9845C von HP die Grafiken für den Film WarGames – Kriegsspiel hergestellt wurden, in dem ein jugendlicher Hacker mit einem Computer "Krieg" spielt und fast den dritten Weltkrieg auslöst. Tatsächlich hatte die Spielhandlung mit dem Blick auf die NORAD-Kommandozentrale einen ernsten Hintergrund: Mitte der 80er-Jahre waren junge Leute mit Computerkenntnissen beim Militär sehr gefragt.

In Berlin schilderte Hans Franke, wie die Clubmitglieder der Bayrischen Hackerpost monatelang die Frage diskutierten, ob sie etwa bei der Programmierung einer Raketensteuerung mitarbeiten dürfen. Die Antwort für ihn war dann: "Irgendwer wird das bestimmt machen. Besser also, dass ein erstklassiger Hacker ein zuverlässiges Programm entwickelt als irgendwelche Programmierer. Wenn die Waffe ohnehin entsteht und wir die nicht verhindern können, dann ist es ethisch gut, dafür zu sorgen, dass sie keinen anderen Schaden anrichtet als den vorgesehenen und den auch nur dann, wenn sie soll." Franke betonte, dass es damals auch andere Meinungen gab.

Modellflugzeuge und Modellautos kennt jeder. Wie sieht es aber mit Modellcomputern aus? Dank Open-Source-Hardware wie dem Raspberry Pi lassen sich maßstabsgerechte Modelle der PDP-8 oder der PDP-11 bauen, die dennoch wie die Rechner von damals funktionieren. Stilgerecht zeigte der Belgier Oscar Vermeulen zu den Miniaturen eine Tape Library mit Programmen und Daten, die eingelesen werden müssen – und zwar von einem USB-Stick. Didaktisch hübsch aufbereitet präsentierte sich auch eine Ausstellung zum mobilen Computing. Es brauchte etliche Anläufe, bis sich alles im Smartphone zusammenfand.

Wer aus Süddeutschland den Weg ins sturmgeplagte Berlin scheute, für den könnte die Rote Fabrik in Zürich eine Alternative sein. Dort findet am 18. und 19. November das nächste Vintage Computer Festival statt. (Detlef Borchers) / (anw)

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