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Video-Sprechstunde: Pilotprojekt zur Fernbehandlung von Patienten

Video-Sprechstunde im Gesundheitswesen wird zur Normalität

Bild: Pixabay/CC0

Für die Fernbehandlung von Patienten hat das ärztliche Berufsrecht bislang enge Grenzen gesetzt. Das ändert sich jetzt. In Baden-Württemberg startet ein Pilotprojekt, das den unmittelbaren Kontakt zwischen Arzt und Patienten nicht mehr voraussetzt.

Dass Ärzte per Telefon oder Videokonferenz Patienten beraten, ist nichts Neues. Aber bislang mussten die Mediziner laut den Berufsordnungen der Ärztekammern vor oder nach einer solchen Fernbehandlung persönlichen Kontakt zu ihren Patienten haben, wenn sie ihre Leistungen abrechnen wollten. Diese Einschränkung hat die Landesärztekammer Baden-Württemberg aufgehoben.

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Seit dem Jahreswechsel können Ärzte über ein Pilotprojekt Behandlungen von Privatpatienten abwickeln, ohne mit ihnen je in einem Raum gewesen zu sein. Partner für das Projekt ist die Münchner Firma Teleclinic, die die Video- und Telefonsprechstunden mitorganisiert. Im Frühjahr soll das Projekt auf Kassenpatienten ausgeweitet werden.

Teleclinic-Geschäftsführerin Katharina Jünger räumt ein, dass sich nicht alle Krankheiten aus der Ferne behandeln lassen. Aber viele Gesundheitsprobleme ließen sich gut per Telefon und Videokonferenz besprechen. Ein Arzt könne auch aus der Ferne ein Rezept ausstellen; im Rahmen des Pilotprojekts soll dieser Service erprobt werden. Patienten können dann am Smartphone oder Computer eine Apotheke in ihrer Nähe auswählen, an die der Arzt das Rezept schickt. Das Medikament könne der Patient noch am selben Tag abholen.

Bei den Ärztekammern will man sich der Fernbehandlung nicht mehr in den Weg stellen. "Das ist der Realität geschuldet, aber auch der Erwartungshaltung gerade unserer jungen Patienten", sagt Bayerns Kammerpräsident Max Kaplan, der auch Vizepräsident der Bundesärztekammer ist. Er erwartet, dass die Delegierten beim Deutschen Ärztetag im Mai in Erfurt die berufsrechtlichen Regeln so ändern, dass Fernbehandlungen bald wesentlich leichter möglich werden. Kaplan warnt aber auch davor, die Bedeutung von Online-Sprechstunden zu überschätzen: "Man darf nicht glauben, dass eine solche Behandlung den persönlichen Kontakt komplett ersetzt." (mit Material der dpa) / (msi)

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