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Martin Holland 488

Verschwundener Stern: Astronomen suchen Hinweise auf Außerirdische

Verschwundener Stern: Astronomen suchen Hinweise auf Außerirdische

Wenn ein Stern vom Himmel verschwindet, könnte dahinter hochentwickelte Technik stecken.

Bild: ESA/Hubble & NASA

Angesichts der Spekulationen um die mögliche, wenn auch unwahrscheinliche, Entdeckung einer außerirdischen Megastruktur, haben Astronomen vorgeschlagen, gezielt nach verschwundenen Sternen zu suchen. Einen interessanten haben sie schon gefunden.

Eine Gruppe von Astronomen will nach verschwundenen Sternen suchen, um möglichen Hinweisen auf außerirdische Zivilisationen nachzugehen. Weil es nicht oder fast nicht möglich ist, dass astronomische Objekte einfach verschwinden, könnten solche Effekte auf weit entwickelte Aliens hinweisen, schreiben die Forscher um Beatriz Villarroel von der schwedischen Universität Uppsala.

Die Forscher berufen sich auf das sogenannte dritte Clarkesche Gesetz: "Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." Als Vorarbeit haben die Wissenschaftler 300.000 Sterne ausgewählt und untersucht, ob sie in den Jahren beziehungsweise Jahrzehnten zwischen verschiedenen Katalogisierungen verschwunden sind. Dabei fanden sie einen interessanten Kandidaten.

Auf den Bildern von 1950 (links) und 1992 (rechts) und den Vergrößerungen (unten) ist das Objekt einmal deutlich und einmal weniger deutlich zu sehen.
Auf den Bildern von 1950 (links) und 1992 (rechts) und den Vergrößerungen (unten) ist das Objekt einmal deutlich und einmal weniger deutlich zu sehen. Vergrößern
Bild: Villarroel et al.

Keine Magie, also Technik

Das Team um Villarroel suchte in den Daten zweier großer Sternenkataloge nach Objekten, die lediglich in dem älteren auftauchten. Dabei fanden sie insgesamt 148 Objekte, die diese Voraussetzung erfüllten. Die große Mehrzahl hielt demnach aber einer weiteren genauen Überprüfung nicht stand. Sie stellten sich als False Positives oder False Negatives heraus. Lediglich ein Objekt sei übrig geblieben, das zwar in zwei älteren Katalogen, aber nicht mehr im Sloan Digital Sky Survey (SDSS) aufzufinden sei. Das Objekt sei also anscheinend in den 60 bis 70 Jahren zwischen den Aufnahmen verschwunden.

Villarroel et.al
Im SDSS (nach 2000) ist das Objekt verschwunden (rechts der Zoom des linken Bildes). Vergrößern
Bild: Villarroel et al.

Auch im infraroten Spektrum sei der ehemalige Stern nicht mehr aufzufinden, schreiben die Wissenschaftler. Das hätten sie als guten Hinweise auf eine sogenannte Dyson-Sphäre werten können. Solche – nur theoretisch beschriebenen – Strukturen umhüllen einen Stern vollständig, um alle abgegebene Energie zu absorbieren. Sie wären ein Beweis für hochentwickeltes, intelligentes außerirdisches Leben. Schon seit Monaten sorgen Spekulationen um rätselhafte Helligkeitsschwankungen von KIC 8462852 für Aufsehen, die immer wieder mit derartigen Megastrukturen in Verbindung gebracht werden.

Die Suche ausweiten

Villarroel und ihre Kollegen weisen deutlich darauf hin, dass ihr Kandidat sehr unsicher sei. Nachfolgebeobachtungen seien nötig, um herauszufinden, was es mit dem Objekt auf sich hat. Gleichzeitig schlagen sie vor, die vielen Sternenkataloge für Projekte zu öffnen, in denen Amateure auf aller Welt nach solchen verschwundenen Sternen suchen können. Mit Planet Hunters sei solch ein Projekt ja auch verantwortlich für die Entdeckung von KIC 8462852, der sich immer noch einer abschließenden Erklärung entzieht und deswegen weiterhin Raum für Spekulationen um eine hochentwickelte außerirdische Zivilisation bietet. (mho)

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