Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.734.489 Produkten

Martin Holland 250

Verlorener Zwilling der Sonne: Sterne entstehen angeblich immer paarweise

Verlorener Zwilling der Sonne: Möglicherweise entstehen Sterne immer paarweise

Ein junges Sternsystem aus insgesamt sogar drei Sonnen

Bild: Bill Saxton, ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), NRAO/AUI/NSF

Oft wird spekuliert, dass unsere Sonne einen weit entfernten Begleiter hat, der noch nicht entdeckt wurde. Nun haben Forscher errechnet, dass alle sonnenähnlichen Sterne mindestens als Doppelsterne entstehen. Die Sonne hätte ihren Zwilling dann verloren.

Sehr junges Doppelsternsystem (Bild: SCUBA-2 survey image by Sarah Sadavoy, CfA)

Bei der Suche nach dem Entstehungsmuster von Doppelsternsystemen haben zwei Forscher errechnet, dass sonnenähnliche Sterne offenbar immer mindestens paarweise entstehen. Das sei die beste Erklärung für die Zusammensetzung einer interstellaren Molekülwolke im Sternbild Perseus, erläutern sie. Der Physiker Steven Stahler von der University of California, Berkeley hat demnach verschiedene statistische Modelle durchgerechnet. Im einzigen, das zur beobachteten Zusammensetzung der realen Molekülwolke führte, waren alle Sterne ausnahmslos mindestens als Doppelsterne entstanden, in denen beide mehr als 500 AE (Astronomische Einheiten) voneinander entfernt waren. Entweder näherten sie sich danach einander an, oder drifteten auseinander.

Dieses Modell legt nahe, dass die Sonne einst Begleiter hatte, über den unter dem Namen "Nemesis" immer wieder spekuliert wurde. Der wurde aber nie gefunden. Stahler und seine Kollegin Sarah Sadavoy vom Smithsonian Astrophysical Observatory meinen nun, dass dieser Begleiter unsere wohl schon vor langer Zeit verlassen hat und zwischen den Sternen der Milchstraße verloren ging. Bei der prognostizierten Entfernung wäre er bei seiner Entstehung 17 Mal so weit von der Sonne entfernt gewesen wie heute Neptun, der sonnenfernste Planet. Hoffnung, diesen Stern zu finden, haben die beiden Forscher demnach wohl nicht.

Anzeige
Eine Molekülwolke – Brutstätte von Sternen (Bild: FORS Team, 8.2-meter VLT Antu, ESO)

Wie die Forscher erläutern, ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass Sterne in eierförmigen Regionen entstehen, die in interstellaren Molekülwolken liegen. So geschieht es etwa in der Perseus-Molekülwolke, die sie genauer untersucht haben. Von der sei mit dem Very Large Array die erste kosmische Bestandsaufnahme solch einer Brutstätte der Sterne gemacht worden, die Stahler und Sadavoy nun auswerten konnten. Dank anderer Daten konnten sie die dort liegenden Sterne zählen und Modelle entwickeln, die deren Verteilung erklären. Einzelne Sterne sind demnach nie allein entstanden, sondern die Überreste ursprünglicher Doppelsternsysteme. Das müsse nun weiter erforscht werden, wobei neue Radioteleskope helfen könnten. (mho)

250 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Astronomen entdecken nun auch Ring um Zwergplaneten Haumea

    Astronomen entdecken nun auch Ring um Zwergplaneten Haumea

    Nicht nur Gasriesen und einige Asteroiden, auch Zwergplaneten können einen Ring haben. Das haben Astronomen nun ermittelt und einen solchen Ring um Haumea gefunden, der die Sonne außerhalb der Bahn des Neptun umkreist.

  2. NASA-Sonde Maven: Sonne entfernte einst dichte Mars-Atmosphäre

    NASA-Sonde Maven: Sonne entfernte die einst dichte Mars-Atmosphäre

    Forscher finden immer mehr Hinweise dafür, dass der Mars einst eine Atmosphäre hatte, die der der Erde nicht unähnlich war. Nun haben Forscher ermittelt, wieviel Gas von der Sonne entfernt wurde und allein das reichte aus zur Schaffung des Roten Planeten.

  3. So groß wie der Saturn: Astronomen finden kleinsten je entdeckten Stern

    So groß wie der Saturn: Astronomen finden kleinsten je entdeckten Stern

    Kleiner als EBLM J0555-57Ab kann ein Stern wohl gar nicht sein. Das vermuten die Forscher, die den 600 Lichtjahre entfernten Himmelskörper entdeckt haben. Der ist ungefähr so groß wie Saturn und hat gerade die nötige Masse für die stellare Kernfusion.

  4. Hinweis auf Mehrfachplanetensystem: Staubgürtel um sonnennächsten Stern Proxima Centauri

    Hinweis auf Mehrfachplanetensystem: Staubgürtel um sonnenächsten Stern Proxima Centauri

    Proxima Centauri ist der Stern, der unserer Sonne am nächsten ist und seit 2016 wissen wir, dass ihn mindestens ein Exoplanet umkreist. Nun haben Astronomen Hinweise gefunden, die nahelegen, dass es dort noch weitere Planeten geben könnte.

  1. Könnte ein Ereignis alles Leben auf der Erde oder erdähnlichen Planeten auslöschen?

    Unwahrscheinlich, sagen Wissenschaftler mit Blick auf die schier unverwüstlichen Bärtierchen, solange die Sonne nicht stirbt

  2. Keine Erde 2.0, aber eine potentiell habitable extrasolare Nachbarwelt

    Astronomen entdecken den erdnächsten und erdähnlichsten Exoplaneten, der in einer bewohnbaren Zone liegt und theoretisch ein Hort des Lebens sein könnte

  3. Much Ado about "Weird!-Signal"

    Viel unnötige Aufregung um mysteriöse Radiosignale aus dem erdnahen Sternsystem Ross 128

  1. Infotainment im Test: Mercedes MBUX

    Mercedes

    Autohersteller geizen mit Rechenleistung, davon konnte man bisher von wenigen Ausnahmen abgesehen immer getrost ausgehen. Doch mit dem Infotainment-System in A-Klasse und Sprinter gibt Mercedes jetzt richtig Gas in Sachen Rechenleistung, Entwicklungszeit und Software-Vertrieb

  2. Denkt an die Fische! PETA rügt Far Cry 5, weil man darin angeln kann

    Denkt an die Fische: PETA rügt Far Cry 5, weil man darin angeln kann

    Spiele wie Far Cry 5 dürfen in Deutschland nicht mehr auf den Markt kommen, fordert die Tierschutzorganisation PETA. Der Grund: Man kann darin angeln. Es ist nicht das erste Mal, dass PETA die Gaming-Community provoziert.

  3. Mazda entwickelt HCCI-Motoren

    Jenseits von Otto und Diesel

    Mazda zieht weiterentwickelte Kolbenmaschinen Hybridantrieben vor. Wie es aussieht, sind sie gerade dabei, den Verbrennungsmotor neu zu erfinden und wenn alles gut geht, könnte er früher in Serie kommen als gedacht

  4. Fünf Jahre nach dem Feuertod von 1129 Textilarbeitern

    in Bangladesch sind die Einkaufspreise um weitere 13 Prozent gesunken

Anzeige