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Martin Holland 223

Umfrage: Mehrheit in Deutschland für Gesetze gegen "Fake News"

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Eine breite Mehrheit der Deutschen spricht sich für neue Gesetze aus, um gegen sogenannte "Fake News" auf sozialen Plattformen wie Facebook vorzugehen. Besonders die jungen Menschen haben schon Erfahrungen mit Falschnachrichten gemacht.

Vier von fünf Deutschen sind für neue Gesetze gegen "Fake News" beziehungsweise Falschnachrichten im Internet. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW hervor. Demnach sind 80 Prozent der mehr als 1000 Befragten "voll und ganz" oder "eher" für neue Gesetze, die Facebook und andere Anbieter dazu verpflichten, Fake News schneller zu löschen. Noch mehr – insgesamt 86 Prozent – sprechen sich außerdem für leichtere Möglichkeiten aus, als Nutzer solche Falschnachrichten markieren zu können.

Bekanntes Phänomen im Netz

Besonders die jüngeren Befragten hatten demnach schon Kontakt mit – vermutlichen – Fake News, bei den 14- bis 24-Jährigen waren es 77 Prozent. Unter den (Über-)60-Jährigen Onlinenutzern sind es dagegen nur 46 Prozent. Gleichzeitig sind junge Menschen auch besonders aktiv bezüglich der Recherche: 62 Prozent von ihnen haben mutmaßliche Fake News zu überprüfen versucht. Insgesamt erklärte noch eine Mehrheit, dass Fake News sie "wütend machten" (62 Prozent) beziehungsweise eine Bedrohung für unsere Demokratie seien (61 Prozent). Nur 8 Prozent halten Fake News dagegen für freie Meinungsäußerungen. Interessanterweise ist dieser Anteil in den Neuen Bundesländern mit 17 Prozent deutlich höher, als in den alten (7 Prozent) und auch bei Männern (12 Prozent) als bei Frauen (5 Prozent).

Die Studie fällt in eine Zeit der intensiven Debatte über die sogenannten Fake News und mögliche gesetzliche Maßnahmen dagegen. Bundesjustizminister Heiko Maas will möglichst bald das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz verabschiedet sehen, um Facebook und andere soziale Netzwerke zum schnelleren löschen zu verpflichten. Doch an dem Gesetz gibt es aus verschiedensten Richtungen massive Kritik, nicht zuletzt weil es Zensur begünstigen sowie Nachrichten zu unrecht als falsch eingestuft und deswegen gelöscht werden könnten. Forscher warnen derweil sogar vor dem Löschen von Fake News, da dies die Weltbilder von Verschwörungstheoretikern verfestigen könne, während andere die Falschnachrichten eh durchschauten.

(mho)

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