Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Martin Holland 224

Umfrage: Mehrheit in Deutschland für Gesetze gegen "Fake News"

Smartphone

Eine breite Mehrheit der Deutschen spricht sich für neue Gesetze aus, um gegen sogenannte "Fake News" auf sozialen Plattformen wie Facebook vorzugehen. Besonders die jungen Menschen haben schon Erfahrungen mit Falschnachrichten gemacht.

Vier von fünf Deutschen sind für neue Gesetze gegen "Fake News" beziehungsweise Falschnachrichten im Internet. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW hervor. Demnach sind 80 Prozent der mehr als 1000 Befragten "voll und ganz" oder "eher" für neue Gesetze, die Facebook und andere Anbieter dazu verpflichten, Fake News schneller zu löschen. Noch mehr – insgesamt 86 Prozent – sprechen sich außerdem für leichtere Möglichkeiten aus, als Nutzer solche Falschnachrichten markieren zu können.

Bekanntes Phänomen im Netz

Besonders die jüngeren Befragten hatten demnach schon Kontakt mit – vermutlichen – Fake News, bei den 14- bis 24-Jährigen waren es 77 Prozent. Unter den (Über-)60-Jährigen Onlinenutzern sind es dagegen nur 46 Prozent. Gleichzeitig sind junge Menschen auch besonders aktiv bezüglich der Recherche: 62 Prozent von ihnen haben mutmaßliche Fake News zu überprüfen versucht. Insgesamt erklärte noch eine Mehrheit, dass Fake News sie "wütend machten" (62 Prozent) beziehungsweise eine Bedrohung für unsere Demokratie seien (61 Prozent). Nur 8 Prozent halten Fake News dagegen für freie Meinungsäußerungen. Interessanterweise ist dieser Anteil in den Neuen Bundesländern mit 17 Prozent deutlich höher, als in den alten (7 Prozent) und auch bei Männern (12 Prozent) als bei Frauen (5 Prozent).

Die Studie fällt in eine Zeit der intensiven Debatte über die sogenannten Fake News und mögliche gesetzliche Maßnahmen dagegen. Bundesjustizminister Heiko Maas will möglichst bald das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz verabschiedet sehen, um Facebook und andere soziale Netzwerke zum schnelleren löschen zu verpflichten. Doch an dem Gesetz gibt es aus verschiedensten Richtungen massive Kritik, nicht zuletzt weil es Zensur begünstigen sowie Nachrichten zu unrecht als falsch eingestuft und deswegen gelöscht werden könnten. Forscher warnen derweil sogar vor dem Löschen von Fake News, da dies die Weltbilder von Verschwörungstheoretikern verfestigen könne, während andere die Falschnachrichten eh durchschauten.

(mho)

224 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Fake News: Politischer Aktionismus schafft ein "Zensurmonster"

    Digital

    Rechtsschutzstelle für soziale Netzwerke, EU-weites Vorgehen gegen Falschmeldungen und soziale Bots sowie eine konsequente Löschpraxis: Politiker üben sich im Vorwahlkampf in Aktionismus, was Kritiker auf den Plan ruft.

  2. ARD will mit Faktenfinder-Portal gegen Fake News kämpfen

    ARD will mit Faktenfinder-Portal gegen Fake News kämpfen

    Falschnachrichten, Halbwahrheiten und Hetze verbreiten sich schnell über soziale Netzwerke. Die ARD will auf einem neuen Portal solche Geschichten entlarven.

  3. Oxford-Studie: Computergestützte Propaganda untergräbt die Demokratie

    Facebook und Twitter

    Social Bots und andere Formen automatisierter politischer Kommunikation spielen in vielen Ländern eine immer wichtigere Rolle gerade im Wahlkampf und in Krisen, haben Internetforscher herausgefunden. Sie fordern, soziale Netzwerke anders auszurichten.

  4. Internetfreiheiten im Koma: Bundesregierung befürwortet "Netzwerkdurchsetzungsgesetz"

    Internetfreiheiten im Koma: Bundesregierung befürwortet "Netzwerkdurchsetzungsgesetz"

    Das Bundeskabinett hat den heftig umkämpften Gesetzentwurf für strengere Regeln für soziale Netzwerke auf den Weg gebracht. Gegner sehen die Meinungsfreiheit und die Anonymität im Internet in Gefahr und fürchten Zensur.

  1. Das Lügen-Biotop: Die Entstehung und Gefahr von Fake News

    Das Lügen-Biotop: Die Entstehung und Gefahr von Fake News

    Reißerische Schlagzeilen, gefälschte Bilder und unwahre Behauptungen – Fake News haben viele Gesichter. Schon immer dienten sie dazu, Lügen und Propaganda zu verbreiten.

  2. Maas will NetzDG noch diese Woche durch den Bundestag bringen

    Juristisches Gutachten geht von Europarechtswidrigkeit aus - beim Gesetzgebungsprozess gab es der CCC-Sprecherin Constanze Kurz zufolge "nicht einmal mehr die Simulation von Partizipation"

  3. NetzDG im Rechtsausschuss

    Grüner Justizsenator Steffens geht mit neuer Forderung "noch über das umstrittene Gesetz hinaus"

  1. "Ich kann das, weil ich CEO bin": Cloudflare-Chef verstößt Neonazi-Seite – die geht offline

    "Ich kann das, weil ich CEO bin": Cloudflare-Chef verstößt Neonazi-Seite

    Obwohl sein Unternehmen entschieden hatte, eine Neonazi-Seite weiter vor DDoS-Attacken zu schützen, ließ Cloudflare-CEO Matthew Prince doch den Vertrag kündigen, nun ist die Seite offline. Dass er über so viel Macht verfügt, hält er selbst für falsch.

  2. Atommülllager: Bohrung in der Asse wegen erhöhter Radioaktivität gestoppt

    Atommüllager: Bohrung in der Asse wegen erhöhter Radioaktivität gestoppt

    Im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel wurde eine Bohrung zur Erkundung einer Kammer abgebrochen, in der Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen lagern.

  3. Gefälschte Mahnungen verlangen Geld für Nutzung von youporn.com

    Gefälschte Mahnungen verlangen Geld für Nutzung von youporn.com

    Zurzeit kursiert eine E-Mail, in der eine Rechtsanwaltskanzlei Geld dafür einfordert, die Website youporn.com besucht zu haben. Dabei handelt es sich um eine Fälschung.

  4. Klartext: Elektroautos sind ein bisschen besser

    Klartext

    Wenn wir den von der aktuellen Diesel-Diskussion verunsicherten Autokunden ansehen, finden wir unter vielen anderen Wünschen auch den nach Absolution, den er sich vom Elektroauto erhofft. Ein paar Zeilen lesen kann billiger helfen

Anzeige