Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Martin Holland 22

USA: Justizvertreter kritisieren Googles Datenschutzpläne

Die obersten Rechtsberater von 35 US-Bundesstaaten haben Google-Chef Larry Page um ein Treffen gebeten, auf dem er die Bedenken hinsichtlich der Zusammenführung von Googles Datenschutzregeln ausräumen soll. Insgesamt 37 Attorneys General von US-Bundesstaaten, Washington D.C. und Puerto Rico unterzeichneten den Brief (PDF-Datei), in dem die Kritik an Googles Plänen erläutert wird. Die mehrheitlich direkt gewählten State Attorneys General sind nicht nur die obersten Rechtsberater der Regierungen der US-Bundesstaaten, teilweise stehen sie sogar dem Justizministerium vor.


Googles Erklärung der Zusammenführung Vergrößern
In dem Brief an Larry Page drücken die Attorneys General ihre starken Bedenken hinsichtlich Googles neuer Datenschutzregeln aus und nennen dafür mehrere Gründe. So würden die Regeln in die Privatsphäre eindringen, indem sie Daten zusammenführen, die die Nutzer eventuell getrennt lassen möchten. Sollten die Nutzer damit nicht einverstanden sein, müssten sie auf Angebote von Google verzichten, was vor allem auch für Unternehmen kostspielig werden könnte. Das würde auch für Behörden gelten, bei denen die Umstellung Steuergelder kosten würde.

Noch problematischer sei es für Nutzer von Android, dem Eindringen in die Privatsphäre zu entkommen. Ohne Zweifel hätten viele von ihnen ihr Smartphone im Vertrauen auf die bestehenden Datenschutzbestimmungen gekauft. Darin hatte Google zugesagt, man werde die Kundenrechte nicht ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer verringern. Seien sie aber mit der angekündigten Änderung nicht einverstanden, bliebe ihnen nur der Kauf eines neuen Smartphones. Außerdem warnen die Juristen noch, dass durch die Zusammenführung viel mehr Nutzerdaten der Gefahr eines Hackerangriffs ausgesetzt würden. Jedes künftige Datenleck berge angesichts der zusammengeführten Datenbank deutlich höhere Risiken.

Nach Meinung der Attorneys General habe Google zwar Anstrengungen unternommen, Volksvertreter und die Öffentlichkeit über die Zusammenführung zu informieren, aber dabei seien genauso viele neue Fragen aufgekommen, wie beantwortet worden seien. Unglücklicherweise habe Google nicht nur darauf verzichtet, einzelne Zustimmungen (Opt-in) zu ermöglichen, sondern auch auf eine sinnvolle Ablehnungsmöglichkeit (Opt-out).

Aus all diesen Gründen fordern sie von Google eine Antwort bis zum 29. Februar. Begrüßt wurde diese Initiative von US-Verbraucherschützern, die zur gleichen Zeit auf anderen Wegen gegen Googles Pläne vorgehen. Nach einer Klage von EPIC hat nun beispielsweise das Center for Digital Democracy (CDD) Beschwerde direkt bei der Regulierungsbehörde FTC eingelegt. Ihrer Meinung nach widerspricht die Zusammenführung dem Verhaltenskodex, der Google im Oktober 2011 von der FTC auferlegt wurde. (mho)

22 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Nun doch: Amazon.com erstattet In-App-Käufe von Kindern

    Viele Handys, deren Bildschirm "amazon" anzeigt

    Amazon wird Eltern entschädigen, deren Kinder unerlaubt In-App-Käufe über Amazons US-App-Shop getätigt haben. Das sieht ein millionenschwerer Vergleich zwischen dem Händler und der US-Handelsbehörde vor.

  2. Seitensprung-Portal Ashley Madison zahlt nach Hack 1,6 Millionen Dollar Strafe

    Seitensprung-Portal Ashley Madison zahlt nach Hack 1,6 Millionen Dollar Strafe

    Riesiges Datenleck und gefälschte Frauen-Profile: Die Seitensprung-Website Ashley Madison bekommt nun dafür die Quittung.

  3. Autonome Autos: Uber kommt im Streit mit Waymo nicht mit Schlichtung davon

    Waymo

    Die Alphabet-Tochter Waymo klagt gegen Uber. Ein ehemaliger Mitarbeiter soll Geschäftsgeheimnisse zu Uber mitgenommen und dort eine ähnliche Laser-Radar-Technik gebaut haben. Das darf nun nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden.

  4. Uber legt US-Klage zu Fahrer-Kontrollen mit Millionen-Zahlung bei

    Uber legt US-Klage zu Fahrer-Kontrollen mit Millionen-Zahlung bei

    US-Behörden hatten sich darüber beschwert, dass Uber seine Fahrer weniger stark kontrolliert als von dem Unternehmen behauptet. Mit einer Zahlung von 10 Millionen US-Dollar ist das Problem nun aus der Welt geschafft.

  1. Uber: Bürgerrechtler schalten US-Handelsaufsicht ein

    Uber: Bürgerrechtler schalten US-Handelsaufsicht ein

    Der Druck auf den Fahrtenvermittler Uber steigt auch in dessen Heimatland USA. Dort hat die Bürgerrechtsorganisation EPIC eine Beschwerde gegen die angekündigten neuen Datenschutzregeln des Unternehmens bei der US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission eingereicht

  2. USA: Regierung plant einheitliche Regeln für autonome Autos

    US-Regierung: Einheitliche Regeln für autonome Autos

    Bisher regelt jeder US-Bundesstaat für sich, unter welchen Umständen autonome Autos auf seinen Straßen unterwegs sein dürfen. Das will die US-Regierung nun ändern. Sie will außerdem mit 4 Milliarden US-Dollar autonome und vernetzte Autos subventionieren

  3. Google „sehr enttäuscht“ von Regeln für autonome Autos in Kalifornien

    autonomes Auto

    Die kalifornische Kfz-Behörde hat klargestellt, dass fahrtüchtige Insassen im Notfall autonome Autos kontrollieren können müssen. Google ist damit nicht einverstanden

  1. Achtung, Abzocke: Microsoft warnt erneut vor betrügerischen Anrufen

    Achtung, Abzocke: Microsoft warnt erneut vor betrügerischen Anrufen

    Mit angeblichen Support-Anrufen von Unternehmen wie Microsoft oder Dell versuchen Betrüger, PC-Besitzer abzuzocken. Trotz einiger Erfolge der Ermittler bleibt das Problem virulent.

  2. WannaCry: Fast nur Windows-7-PCs infiziert

    WannaCry

    Mehr als 98 Prozent aller mit WannaCry infizierten PCs laufen nach Zahlen von Kaspersky Lab unter Windows 7.

  3. Grafikprobleme beim MacBook Pro: 2011er-Modellreihe nicht mehr abgedeckt

    MacBook Pro Grafikprobleme

    Apple hat das Reparaturprogramm für GPU-Probleme älterer Profi-MacBooks nicht verlängert: Die MacBook-Pro-Modelle mit Baujahr 2011 werden nun nicht mehr kostenlos instandgesetzt.

  4. Fotobranche unter Druck: Nikon schlingert, Leica auf Erfolgsspur

    Fotobranche unter Druck: Nikon schlingert, Leica auf Erfolgsspur

    Peter Holzer ist Experte für Veränderungsprozesse. Hier schreibt er über Wege, wie Unternehmen die Krise in der Fotobranche meistern können. Leica sieht der Unternehmensberater als positives Vorbild.

Anzeige