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Daniel AJ Sokolov 305

US-Fluglinien verbieten "smarte" Koffer

Gepäckwagen voller Koffer vor einer Flugzeugturbine

Bild: gemeinfrei

"Smarte" Koffer kennen ihr Gewicht, verraten ihren Aufenthaltsort und laden bei Bedarf Handys. Doch US-Fluglinien verbieten nun das Aufgeben solcher Koffer - der Akkus wegen.

"Smarte" Koffer sind als Weihnachtsgeschenk vielleicht nicht die beste Idee. Mindestens drei große US-Fluggesellschaften haben Einschränkungen beim Transport angekündigt: Ab 15. Januar 2018 sind Lithium-Ionen-Akkus in aufgegebenen Gepäckstücken verboten, wenn sie fix im Koffer selbst verbaut sind. Auch in der Kabine sind "Koffergeräte" mit fix verbauten Akkus verboten. Die Akkus dürfen zwar in der Kabine mitfliegen, das Gerät muss aber deaktiviert sein. Das nimmt ihm natürlich jegliche "Smartness".

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Frau sitzt neben Koffer vor einem Gebäude
Werbesujet für einen smarten Koffer (Bild: Bluesmart)

Die Fluglinien reagieren damit auf einen Trend zu so genanntem smartem Gepäck. Es kann mit GPS, Bluetooth, WLAN, RFID und Mobilfunk ausgestattet sein, einer eingebauten Waage, einer Alarmanlage, ja manchmal sogar einem Motor. Das Kofferschloss mag nur auf das Handy des Besitzers reagieren, oder das Gepäckstück erinnert ihn vielleicht daran, es nicht zu vergessen. Außerdem bietet es an einer Ladebuchse Saft und Kraft für andere Gadgets.

Für all das ist natürlich ein Lithium-Ionen-Akku eingebaut. Werden solche Stromspeicher beschädigt – und es soll tatsächlich schon Gepäck beim Lufttransport beschädigt worden sein –, können sie Feuer fangen. Während sich das in der Kabine eines Flugzeugs rasch erkennen und hoffentlich löschen ließe, wäre das im Laderaum eines Flugzeugs eher unvorteilhaft.

Bis zur Decke aufgetürmte Koffer in einer Flughafenhalle
Kunstinstallation bei den Gepäckausgabebändern des Flughafens Sacramento (SMF) (Bild:  Tony Webster CC BY-SA 2.0)

Daher haben Alaska Airlines, American Airlines und Delta angekündigt, ab 15. Januar solche Koffer nicht mehr einzuchecken – es sei denn, der Fluggast entfernt zuvor den Akku. Sofern der Fluggast kein "Basisticket" ohne Handgepäck gebucht hat, darf er den Akku dann mit in die Kabine nehmen. Benutzen darf er ihn dort aber nicht.

Die flotte Entnahme der Stromquelle ist aber nicht bei allen Modellen vorgesehen. Und wenn doch, deaktiviert die Entnahme alle "smarten" Funktionen. Der Reisende kann seinen Koffer dann nicht mehr verfolgen und erfährt nicht, wann das Schloss geöffnet wurde oder sich das Gewicht geändert hat.

Hersteller solch aufgerüsteter Behälter versuchen, die Flugunternehmen umzustimmen oder Ausnahmen für ihre jeweils eigenen Marken auszuverhandeln. "Alle unsere Produkte erfüllen die Vorschriften [des US-Verkehrsministeriums, der US-Flugsicherheitsbehörde FAA, der US-Telecomregulierungsbehörde FCC und nach] UN38.3", schreibt beispielsweise Bluesmart, "uns ist bewusst, dass die Internationale Luftverkehrsvereinigung IATA […] und einige Fluglinien ihre eigenen Bestimmungen mit strengeren Anforderungen […] erlassen haben."

Abgebranntes Galaxy Note 7
Ein abgebranntes Galaxy Note 7 (Bild: Tham Hua)

"Wir sind traurig über diese jüngsten Änderungen […] und empfinden das als Schritt zurück – nicht nur für Reisetechnik", klagt der Hersteller. Er verweist außerdem darauf, dass die eingebauten Akkus nur von den "besten Herstellern" mit der "höchsten Qualität und Sicherheit" stammten und streng getestet würden. Dass sich die Flugunternehmen davon erweichen lassen, nachdem sie mit Samsungs Galaxy Note 7 bescheidene Erfahrungen gemacht haben, ist unwahrscheinlich. (ds)

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