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Jürgen Kuri 25

Twitter-Chef: Keine Hinweise auf russische Anzeigen im US-Wahlkampf

Twitter

Twitter kommt nicht aus den roten Zahlen heraus.

Bild: dpa, Soeren Stache

Jack Dorsey sagte, man habe keine Belege für russische Einmischung in den US-Wahlkampf über Twitter-Anzeigen gefunden. Gleichzeitig betonte er, Twitter werde auch den US-Präsidenten Trump bannen, wenn er sich nicht an die Regeln halte.

Twitter hat im Gegensatz zu Facebook keine Hinweise darauf, dass Drahtzieher aus Russland im US-Wahlkampf Anzeigenplatz bei dem Kurznachrichtendienst gekauft haben, um Stimmung bei Amerikanern zu machen. "Wir haben keine Belege dafür gefunden", sagte Twitter-Chef Jack Dorsey gegenüber dpa.

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Facebook hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass Profile mit Verbindung zu Russland Anzeigenplatz beim Online-Netzwerk für rund 100.000 Dollar gekauft hätten, um sich in die US-Innenpolitik einzumischen. Dabei seien rund 470 Profile identifiziert worden, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten. Zudem wurde bekannt, dass dabei auch für Demonstrationen geworben wurde. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA grundsätzlich verboten.

Twitter halte ständig nach solchen Aktivitäten Ausschau, betonte Dorsey. "Wir beobachten ständig unsere Systeme und besonders die Werbung." Es ist das erste Mal, dass sich Twitter nach den Facebook-Stellungnahmen zu dem Thema äußerte.

Dorsey betonte auch, er würde nicht davor zurückschrecken, das Konto von US-Präsident Donald Trump zu sperren, wenn dieser gegen die Nutzungsregeln verstößt. "Wir wenden bei jedem Account dieselben Regeln an", sagte er, schränkte aber ein: "Wir stellen zugleich in Zusammenarbeit mit Journalisten unsere Nutzungsbedingungen in Frage, wenn es um Tweets mit Nachrichtenwert geht."

Trump ist ein reger Nutzer des Kurznachrichtendienstes und gerät immer wieder wegen seiner umstrittenen Tweets in Kritik. Dorsey selbst hat keine Probleme damit: "Wir begrüßen jeden Spitzenpolitiker, der unseren Dienst nutzt, weil es der Welt erlaubt, sie zur Rechenschaft zu ziehen", sagte er. Außerdem sei es bei Trump nicht so anders als bei vielen anderen Staatenlenkern in anderen Ländern, sagte Dorsey. "Ich denke, es ist wichtig, dass wir direkt von den Spitzenpolitikern hören. Trump hat seine Twitter-Nutzung nicht verändert, seit er 2012 beigetreten ist." (jk)

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