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Martin Holland 109

Totale Sonnenfinsternis: US-Regionen bereiten sich auf Besucheransturm vor

Totale Sonnenfinsternis: US-Regionen bereiten sich auf Besucheransturm vor

Zum ersten Mal seit 1979 wird sich am 21. August in den zentralen US-Bundesstaaten eine totale Sonnenfinsternis ereignen. Behörden bereiten sich auf eine regelrechte Völkerwanderung in jene Gebiete vor, wo die Sonne komplett vom Mond verdeckt werden wird.

In den USA laufen teilweise massive Vorbereitungen auf eine Sonnenfinsternis, die mehrere Millionen Menschen in vergleichsweise dünn besiedelte Regionen locken dürfte. Insgesamt erwarten die Behörden, dass bis zu 7,6 Millionen Menschen jenen 115 Kilometer breiten Streifen reisen werden, in dem der Kernschatten am 21. August zu sehen sein wird, berichtet Newsweek. Das bedeutet, dass etwa Oregon mit seinen nicht ganz vier Millionen Einwohnern eine Million Sonnenfinsternis-Touristen erwartet. Während des Himmelsspektakels könnten sich also so viele Menschen in dem US-Bundesstaat aufhalten wie noch nie zuvor.

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Der Weg des Kernschattens und der jeweilige Anteil, zu dem die Sonne verdeckt sein wird.
Der Weg des Kernschattens und der jeweilige Anteil, zu dem die Sonne verdeckt sein wird. (Bild: NASA)

Die Sonnenfinsternis wird zumindest partiell in den gesamten Vereinigten Staaten – und weiteren Ländern – zu sehen sein. Der Kernschattenkegel wird dabei in Oregon das Festland erreichen und in südöstlicher Richtung über Teile der Bundesstaaten Idaho, Wyoming, Nebraska, Kansas, Missouri, Illinois, Kentucky, Tennessee, Georgia, und North sowie South Carolina hinwegziehen. Die größten Städte, die er dabei streift sind Kansas City, St. Louis, Nashville, Columbia und Charleston. Abhängig von der Nähe zu diesem Streifen wird die Sonnenfinsternis in anderen Teilen des Landes mehr oder weniger stark partiell sein. In Europa und Deutschland werden wir dagegen nichts mitbekommen.

Fast 40 Jahre nach der letzten totalen Sonnenfinsternis, die aus den USA zu sehen war, bereiten sich die Orte an der Route des Kernschattens nun auf einen massiven Besucheransturm vor. Wie viele tatsächlich kommen, ist aber unklar. So berichtet Reuters, dass sich die kleine Stadt Driggs (Idaho) mit ihren 1600 Einwohnern auf bis zu 100.000 Besucher vorbereitet. In Nebraska erwarten die Behörden an den besten Standorten zwischen 4000 und 10.000 Besucher. Hotels an der Route des Kernschattens sind größtenteils ausgebucht, Zimmer gibt es nur noch für astronomische Preise. Und während die Gemeinden und Naturparks auch logistisch für die Menschenmassen vorsorgen, werden überall im Land Vorräte mit jenen Schutzbrillen angelegt, ohne die niemand in die Sonne gucken sollte.

Der Hype vor dem Himmelsspektakel erklärt sich auch dadurch, dass nur die wenigsten Menschen einmal eine totale – und nicht nur partielle – Sonnenfinsternis erleben können. Die letzte über Mitteleuropa zog am 11. August 1999 über Süddeutschland, die nächste hierzulande sichtbare wird sich am 3. September 2081 ereignen. Hamburg und Berlin bekommen ihre nächste am 7. Oktober 2135 zu sehen. Auch deswegen begeben sich jedes Mal viele Touristen in jene Gebiete, von denen aus eine Sonnenfinsternis als totale zu bewundern ist. In den Vereinigten Staaten werden zu dem Himmelspektakel deswegen auch nicht nur inländische Touristen erwartet, sondern auch Besucher und Forscher aus dem Ausland.

Während die lokalen Behörden und Unternehmen aber nun vor allem für verstopfte Straßen und Tausende hungrige beziehungsweise durstige Kurzzeit-Besucher planen, geht das Rote Kreuz noch weiter. Wie Newsweek erläutert, richtet die Hilfsorganisation überall in der Region, die der Kernschatten erreichen wird, Notfallunterkünfte ein. Die sollen bereitstehen, sollten sich vor Ort während des Himmelsspektakels Katastrophen ereignen. Denkbar seien Erdbeben, Hitzewellen oder Hurrikans, schreibt das US-Magazin. Krankenhäuser legen auch wegen der erwarteten Verkehrsprobleme derweil Vorräte an.

[Update 01.08.2017 – 15:40 Uhr] Die nächste totale Sonnenfinsternis über Deutschland wird sich erst 2081 ereignen. Die ursprüngliche, falsche Angabe wurde korrigiert. (mho)

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