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Test: WLAN-Verteiler EnGenius EMR3000-Kit zum Stopfen von Funklöchern

Test: WLAN-Verteiler EnGenius EMR3000-Kit fürs Funklochstopfen

EnGenius EnMesh EMR3000-Kit

Bild: c't

Mit EnGenius wagt sich ein neuer Netzwerkanbieter auf den hiesigen Markt. Sein Einstiegsprodukt ist das Mesh-WLAN-Kit EMR3000 mit drei Basen. Sie sollen Funklöcher in größeren Wohnungen und Häusern stopfen.

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Von der Hardware-Ausstattung her entsprechen die EnGenius-Mesh-Nodes jenen von Google Wifi oder TP-Link Deco M5: Sie haben zwei WLAN-Module für 2,4 und 5 GHz, die mit 2 MIMO-Streams funken (max. 300 und 867 MBit/s brutto). Über das 5-GHz-Modul läuft auch der Backbone, der die Nodes untereinander verbindet. Dualband-fähige Clients lotst das EnMesh-System per Band Steering auf die höhere Frequenz, wo sie sich die Bandbreite mit dem Backbone teilen müssen.

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Mit der EnMesh-App für Android und iOS ist der Gerätesatz schnell an einen Internet-Router angeschlossen und eingerichtet. Anschließend läuft der zuerst eingerichtete Node als IP-zu-IP-Router, sodass eine Router-Kaskade mit doppelter Adressumsetzung entsteht. Die NAT-Performance war dabei mit rund 940 MBit/s so hoch, dass man keine Einbußen hat.

Dieses Double-NAT kann aber manche Anwendungen behindern, etwa Gaming oder VoIP-Telefonie und alle Dienste, die über Subnetzgrenzen hinweg nicht funktionieren, beispielsweise UPnP/DLNA-Mediastreaming oder Bonjour. Daher empfiehlt es sich, das EnMesh-System per Browser in den Bridge-Modus umzuschalten. Das Gast-WLAN des EMR3000-Kits steht dann nicht zur Verfügung. Man sollte es ohnehin lieber ausgeschaltet lassen, weil es im Test mit der Firmware 1.60 löchrig war: Wir konnten von einem im Gast-WLAN angemeldeten Notebook aus einen Host im Stammnetz erreichen, wenn die Geräte an verschiedenen Nodes eingebucht waren.

Im Router-Modus leitete das EMR3000-Kit mit der Firmware 1.60 Multicast-IPTV (Telekom Entertain) nicht weiter. Auch IPv6 funktionierte dann nicht im (W)LAN des EnMesh-Kits. Im Bridge-Modus klappte beides hingegen problemlos. Fürs Telekom-VDSL über ein externes Modem taugte EnMesh mangels VLAN-Tagging am WAN-Port nicht.

Ein großes Manko: Das Kit beherrscht kein DFS (Dynamic Frequency Selection). Es kann deshalb im 5-GHz-Band nur den Kanalblock 36 bis 48 nutzen und so Nachbar-WLANs im selben Bereich nicht ausweichen. Das steigert das Risiko für gegenseitige Störungen. Die WLAN-Performance im Test war typisch für Mesh-Nodes mit nur zwei Funkmodulen: Sie lag auf dem Niveau von Google Wifi und genügte im Test, um die Kapazität eines VDSL50-Anschlusses je nach Band verlustfrei oder mit kleinen Einbußen weiterzuverteilen. Erfreulicherweise erkennen die EnMesh-Nodes, wenn sie sich über das LAN erreichen können und nutzen dann das Kabel als Backbone. Das steigerte den Durchsatz am 26-m-Punkt enorm (162 statt 37 MBit/s auf 5 GHz).

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Für den Fernzugriff auf die Einstellungen nutzt der EnGenius-DDNS-Dienst einen cleveren Trick: Aufrufe des geräteindividuellen Namens wie http://0fxvphb.engeniusddns.com leitet er per HTTP-Forward an die IPv4-Adresse und den gemappten TCP-Port des Routers durch. Das klappt sogar bei Double-NAT, wenn man im vorgelagerten Router automatische Portfreigaben per UPnP erlaubt – was freilich auch PC-Schädlingen ermöglicht, Wege von außen ins (W)LAN zu bahnen und deshalb besser abgeschaltet bleiben sollte.

Ferner kann man für den eigenen EnMesh-Router einen leichter merkbaren Alias setzen, beispielsweise cttest.engeniusddns.com. Ärgerlich aber: Der Fernzugriff läuft nur über eine unverschlüsselte und damit simpelst abhörbare HTTP-Verbindung. Unser Muster vergaß bei Reboots auch stets den Alias und frischte die hinterlegte IP-Adresse bei einer Neueinwahl des vorderen Routers nicht zuverlässig auf.

Das EnMesh-Kit von Engenius hat gute Anlagen: Die Hardware ist energiesparsam, kompakt, ansehnlich und liefert angemessene Performance. Doch bei den Feinheiten klemmt es noch sehr. Wem „einfach nur Internet“ nicht genügt, der nutzt das Kit besser im Bridge-Mode. EnGenius hat schon einige Verbesserungen per Firmware-Update fürs zweite Quartal in Aussicht gestellt.

EnGenius EnMesh EMR3000-Kit
Hersteller EnGenius , www.engeniusnetworks.eu
WLAN IEEE 802.11n-300/ac-867, simultan dualband, WPS, kein DFS
Bedienelemente Reset, 3 Statusleuchten
Anschlüsse 2 × RJ45 (Gigabit-Ethernet), 1 × USB 2.0
NAT-Perf. PPPoE (DS/US) 454 / 786 MBit/s
IP-zu-IP (DS/US) 937 / 936 MBit/s
WLAN 2,4 GHz nah/20 m (V13) 97 / 51 bis 96 MBit/s
5 GHz nah/20 m 276 / 75 bis 139 MBit/s
Backbone-Durchsatz 20 m 137 bis 145 MBit/s
Client-Durchsatz 26 m 80 / 37 MBit/s (2,4 / 5 GHz)
Leistungsaufnahme 2,6 W (6,1 VA) / 3,2 W (7,1 VA) (ohne / mit GE-Link, idle)
Stromkosten ca. 22 Euro jährlich (Dauerbetrieb 3 Nodes)
Preis ab 280 Euro (Kit mit 3 Nodes)

(Ernst Ahlers) / (mfi)

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