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Florian Müssig 66

Test: Gaming-Notebook Asus RoG Strix GL702ZC mit AMD Ryzen R7 1700 und Radeon RX 580

Test: Gaming-Notebook Asus RoG Strix GL702ZC mit AMD Ryzen R7 1700 und Radeon RX 580

Asus RoG Strix GL702ZC

Bild: c't

Großes Display, dicker Desktop-Prozessor, starke Grafikeinheit: Das Asus RoG Strix GL702ZC von Asus entfacht eine hohe 3D-Leistung, ist aber auch ein richtig fetter Brummer.

Wie alle Gaming-Notebooks, die Asus unter dem Namen RoG (Republic of Gamers) in den Handel bringt, ist auch das Strix GL702ZC optisch auf Krawall gebürstet: Das dicke Gehäuse trägt ein kantiges Design, der Deckel aus Metall wurde mit Chrom-Applikationen verziert, die Tastaturbeleuchtung glüht rot. Während die ersten beiden Punkte Geschmackssache sind, hilft einem Letzteres nur in komplett dunklen Räumen weiter: Bei Tages- und Schummerlicht kann man die rote Tastenbeschriftung auf schwarzem Grund nur schwer entziffern.

Dass das Gehäuse mit über vier Zentimetern so dick wie zwei herkömmliche Notebooks ist, liegt am leistungsstarken Innenleben: Asus hat sich dafür entschieden, statt eines mobilen Ryzen-Prozessors eine Desktop-CPU zu verwenden. Der Achtkern-Prozessor Ryzen 7 1700 liefert denn auch mehr als die doppelte Performance des Notebook-Prozessors Ryzen 7 2700U und damit mehr als genug Power für alle aktuellen Spiele und sonstigen CPU-intensiven Anwendungen. Die CPU verbrät mit nominell 65 Watt TDP (Thermal Design Power) allerdings auch mehr als das Vierfache an Energie; entsprechend voluminös muss der Kühlkörper ausfallen. Hinzu kommt der Kühler für den Grafikchip, welcher ebenfalls 65 Watt verheizen darf.

Die Mobilvariante der RX-580-GPU mit Polaris-Architektur gehört zur Mittelklasse und reicht aus, um aktuelle Spiele mit schicken Details ruckelfrei in Full-HD-Auflösung zu spielen. Passend dazu hat Asus den Bildschirm gewählt: Das matte IPS-Panel hat ebendiese Auflösung. Es unterstützt zudem die Anti-Ruckel-Technik FreeSync im alltagstauglichen Bereich zwischen 40 und 60 Hz – stationäre Gaming-Monitore schaffen mitunter allerdings mehr als 120 Hz.

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Der Prozessor ist gesockelt, der Grafikchip hingegen Teil der Hauptplatine. Wer ein zweites RAM-Modul einbauen möchte, muss vorher umständlich den voluminösen Kühlkörper entfernen. (Bild: c't)

Während Mobil-CPUs und ihre zugehörigen beziehungsweise integrierten Chipsätze grundsätzlich auf einen niedrigen Stromverbrauch im Leerlauf getrimmt sind, sieht das bei Desktop-Komponenten anders aus: Wir haben bei ruhendem Desktop eine Energieaufnahme von über 50 Watt gemessen. Selbst wenn man großzügig 10 Watt für das Display abzieht, ist der Stromverbrauch immer noch deutlich zu hoch. Die Gretchenfrage, ob Asus da hätte mehr optimieren müssen oder AMDs Desktop-Plattform nicht genug Hebel für eine Mobil-Optimierung bietet, ist eher akademischer Natur – zu hoch ist zu hoch. Da dem Ryzen-Chip eine integrierte GPU fehlt, findet man beispielsweise nicht die bei Notebooks sonst übliche Hybrid-Grafik, bei der sich der Zusatz-Grafikchip abschalten kann.

Der Prozessor ist gesockelt, der Grafikchip hingegen Teil der Hauptplatine. Wer ein zweites RAM-Modul einbauen möchte, muss vorher umständlich den voluminösen Kühlkörper entfernen.

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Die Energieaufnahme resultiert in einem permanent hörbaren Lüfterrauschen von mindestens 0,7 Sone. Bei ausgelasteter CPU und GPU werden extrem laute 9,4 Sone erreicht; Gespräche auf Zimmerlautstärke sind da nicht mehr möglich. Die Laufzeiten sind arg kurz und bewegen sich in einem sehr kleinen Fenster: Je nach Last sind zwischen 50 Minuten und eineinhalb Stunden drin. Im Akkubetrieb wird zudem nur ein Bruchteil der 3D-Performance erreicht, die man bei angestecktem Netzteil erhält.

Eine USC-C-Buchse spricht USB 3.1 (SuperSpeedPlus, 10 GBit/s), alle anderen USB-Buchsen im Typ-A-Format sind halb so schnell. Externe Monitore lassen sich per HDMI-Ausgang oder Mini-DisplayPort anschließen, aber nicht per USB-C. Trotz üppiger Abmessung findet man kein optisches Laufwerk, was im Zeitalter von Steam, Origin & Co. aber kein praxisrelevanter Nachteil für Spieler ist.

Asus verkauft das Strix GL702ZC in einem Dutzend Konfigurationen. Die getestete 1800-Euro-Variante ist das Topmodell, für 100 Euro weniger bekommt man den immer noch ausreichend potenten Sechskerner Ryzen 5 1600 oder 8 statt 16 GByte DDR4-Arbeitsspeicher bei sonst jeweils unveränderter Ausstattung. In allen günstigeren Modellen bis hinab zum 1200-Euro-Einstiegsmodell muss man auf die Massenspeicherkombination aus flotter 256er-SSD und großer 1-TByte-Platte verzichten; stattdessen ist dort überall eine Hybrid-Platte mit ebenfalls 1 TByte Speicherplatz eingebaut. Konfigurationen mit großer SSD, aber ohne Festplatte bietet Asus nicht an; Bildschirm und GPU sind bei allen Modellen identisch.

Nicht nur AMD-Fans schlägt beim RoG Strix GL702ZC das Herz höher: Asus hat viel Performance in ein tragbares Gehäuse gequetscht. Dank Desktop-Ryzen mit acht Kernen gibt es im Alltag sogar mehr Rechenleistung als aktuelle Spiele benötigen, was das Gerät auch für Videoschnitt und Ähnliches interessant macht. Der Grafikchip ist passend zur Bildschirmauflösung gewählt; von AMDs schnelleren Vega-GPUs gibt es bis dato keine Ableger, bei denen nicht das Gehäuse schmelzen würde. Schon bei der gewählten CPU-GPU-Kombination haben die Lüfter allerhand zu tun und lärmen im schlimmsten Fall mit über 9 Sone.

Von einem Mobilrechner mögen wir angesichts des Stromverbrauchs, der Abmessungen und des Gewichts aber nicht sprechen: Allein das 330-Watt-Netzteil, das man ob der extrem kurzen Laufzeiten immer dabei haben muss, ist schwerer als ein typisches 13,3-Zoll-Notebook.

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