Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

André Kramer 739

Strahlung in Fukushima-Reaktor zerstört Roboter

Eisbarriere um AKW Fukushima – Sicherheitsbedenken bleiben

Nach nur zwei Stunden Betrieb wurde ein Roboter aus dem Fukushima-Reaktor abgezogen. Die Strahlung hatte ihn stark beschädigt.

Die Tokyo Electric Power Company Holding (Tepco) stoppte am Donnerstag einen Roboter im Fukushima-Reaktor Nr. 2, nachdem dessen Kameras kein Bild mehr zeigten. Das berichtet die Japan Times.

Das Unternehmen vermutet, dass dies mit der Strahlenbelastung zusammenhängt. Die Strahlung im Fukushima-Reaktor Nr. 2 soll eine Belastung von etwa 650 Sievert pro Stunde erreicht haben, genug um einen Menschen binnen Sekunden zu töten. Das wäre der höchste gemessene Wert seit dem Unfall im Jahr 2011. Vermutlich ist das Brennmaterial durch den Druckbehälter geschmolzen und befindet sich in der Nähe der Unfallstelle.

Zweifel an den Messwerten

Vertreter der japanischen Regierung zweifelten die Werte an, weil Tepco diese aus der Interferenz der Roboterkamera ermittelte. Eine weitere Analyse ergab allerdings, dass die Werte trotz einer Fehlerspanne von 30 Prozent vermutlich sehr hoch sind. Ein Tepco-Sprecher verteidigte die Messung von 500 bis 600 Sievert pro Stunde: Die Kamera sei für eine kumulative Belastung von 1000 Sievert konzipiert und fiel innerhalb von zwei Stunden aus.

Der Roboter war mit einer Hochdruckwasserpumpe ausgestattet und sollte Ablagerungen von einem Zugang zum Bereich unterhalt des Druckbehälters entfernen. Ein zweiter Roboter sollte später den Boden des Druckbehälters untersuchen. Fünf von sieben Metern dieses Zugangs sind mit geschmolzenen Kabeln und geschmolzener Farbe verunreinigt. Der Roboter konnte einen Meter von den Verschmutzungen reinigen.

Keine Gefahr für die Außenwelt

Ohne Säuberung kann der zweite Roboter den Bereich unter dem Druckbehälter nicht erreichen. Trotz der hohen Strahlung innerhalb des Reaktors konnte Tepco keine Lecks feststellen, die eine Bedrohung für Menschen und Natur außerhalb des Reaktors darstellen. (akr)

739 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Wochenrückblick Replay: Betrug, Infektion, Strahlung, Dummheit

    Wochenrückblick Replay: Betrug, Infektion, Strahlung, Dummheit

    Eine Betrugsmasche per Telefon, Dauerbetrug bei Amazon, tödliche Strahlung am Reaktor in Fukushima, eine neue PC-Angriffsmasche, "künstliche Dummheit" der Online-Riesen – die Top-Meldungen der Woche haben einen sehr negativen Touch.

  2. Fukushima sechs Jahre nach dem AKW-Gau: "Die Regierung verrät die Opfer"

    Eisbarriere um AKW Fukushima – Sicherheitsbedenken bleiben

    Vor 6 Jahren verursachten Erdbeben und Tsunami einen Gau im Atomkraftwerk Fukushima. Noch immer weiß niemand, wo genau sich der geschmolzene Brennstoff befindet. Trotzdem drängt der Staat immer mehr Anwohner zur Rückkehr. Kritiker warnen vor Risiken.

  3. Sarkophag für Tschernobyl: Atomruine verschwindet, Probleme bleiben

    Tschernobyl: Als Tourist in die Todeszone, Sarkophag, Tschernobyl

    Die neue Schutzhülle für die Atomruine Tschernobyl gilt als technisches Meisterwerk. Bald verschließt das größte bewegliche Bauwerk der Welt den Unglücksreaktor. 30 Jahre nach dem Super-GAU steht der gefährlichere Teil der Sanierung allerdings erst bevor.

  4. Eisbarriere um AKW Fukushima: Sicherheitsbedenken bleiben

    Eisbarriere um AKW Fukushima – Sicherheitsbedenken bleiben

    Seit dem Atomunglück von 2011 fließt immer wieder radioaktiv verseuchtes Wasser aus der Ruine des Kernkraftwerks Fukushima in den Pazifik. Eine Eisbarriere soll dies verhindern.

  1. Fukushima: Noch höhere Strahlung von 650 Sievert in Reaktor 2

    Roboter kam kaum voran und fiel nach 2 Stunden aus, die Situation in den 3 Reaktoren, in denen es zur Kernschmelze kam, ist weiterhin nahezu unbekannt

  2. "Radioaktive Strahlung in Fukushima-Reaktor könnte einen Menschen in einer Minute töten"

    Die Folgen des Unglücks sind schlimmer, als bislang angenommen, auch die weitere Erkundung des Sicherheitsbehälters mit Robotern stößt auf Probleme

  3. Pannenserie in Fukushima: Erkundungsroboter in Reaktor 2 blieb stecken

    Der Roboter konnte nicht mehr geborgen werden, mit einem anderen Roboter soll im März Reaktor 1 erkundet werden, wo es auch eine Kernschmelze gab

  1. "Der Status quo ist der ideale Zustand für die 0,1 Prozent der Eliten"

    Ist ein demokratisches Weltparlament der Ausweg aus der Krise der globalen Politik? Ein Gespräch mit Andreas Bummel

  2. Divinity: Original Sin 2 kommt am 14. September

    Divinity: Original Sin 2 kommt am 14. September

    Das Rollenspiel Divinity: Original Sin 2 kommt am 14. September auf den Markt. Die schon veröffentlichte Early-Access-Version wurde derweil um eine Tutorial-Region erweitert.

Anzeige