Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Daniel AJ Sokolov 303

Sonos fordert mehr Daten, sonst droht Sendeschluss Update

Schritfzug Sonos, davor ein Tablet

Im Wettbewerb der Anbieter vernetzter Lautsprecher setzt der US-Pionier Sonos auf Software, die den Klang an die Besonderheiten der Räume anpasst.

Bild: dpa, Robert Schlesinger/Archiv

Sonos will bei seinen Kunden mehr Daten sammeln als bisher. Wer nicht zustimmt, könnte eines Tages vor stummen Lautsprechern sitzen, sagt die Firma.

Sonos vertreibt vernetzte Lautsprecher zur Beschallung mehrerer Zimmer. Nun hat Sonos eine neue Datenschutzerklärung aufgesetzt, in der Absicht, bei seinen Kunden mehr Daten zu ernten und Assistenzdienste wie Amazons Alexa einzubinden. "Der Kunde kann den neuen Vorgaben zustimmen, oder akzeptieren, dass sein Produkt vielleicht mit der Zeit aufhört, zu funktionieren", sagte ein Sonos-Sprecher gegenüber Zdnet.

Anzeige

Wer der intensivierten Datensammlung nicht zustimmt, bekommt von Sonos keine Softwareupdates mehr. Eines Tages könnten die Sonos-Server die Zusammenarbeit mit älteren Softwareversionen verweigern. Dann würden die einst teuer erstandenen Lautsprecher nach und nach in vielen Bereichen nutzlos, wenn etwa für Streamingdienste die neueste Software-Version vorausgesetzt wird. Dieses Szenario setzt Sonos-Kunden unter Druck, den neuen Vorgaben zuzustimmen.

Bei der Produktregistrierung erhebt Sonos Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Standort, Passworthinweise und die IP-Adresse. Bei laufender Nutzung werden wiederum E-Mail-Adresse, Standort und IP-Adresse sowie das Sonos-Zugangskonto, Spracheinstellungen, Seriennummern, Bedienungsgeräte-Typ und dessen Betriebssystem, Software-Version, Tonquelle (z.B. Audio Line-In), Signaltyp (zB Dolby), Informationen über WLAN-Antennen, Audioeinstellungen, Ausrichtung des Lautsprechers, die vom User vergebenen Zimmernamen und Fehlerdaten erhoben.

Sonos-Lautsprecher
Sonos-Lautsprecher für TV-Beschallung (Bild: Sonos )

Außerdem erfährt der Hersteller, ob seine Tuning-Software genutzt wurde. Opt-Out ist ebenso wenig möglich wie eine Löschung der Daten. Wie lange die Daten gespeichert werden hängt laut Sonos vom Datentyp ab. Konkrete Angaben gibt es nicht, außer, dass manche Daten nie gelöscht werden, solange der Kunde ein Sonos-Produkt registriert hat. Zudem werden mittels Cookies, Webpixel und Geräte-IDs Daten erzeugt und geerntet.

Möchte ein User die Tuning-Software Trueplay oder künftig einen digitalen Assistenten wie Amazon Alexa verwenden, aktiviert Sonos außerdem Mikrofone, die in neueren Lautsprecher-Versionen eingebaut sind. Die Unterhaltungen mit dem Assistenten speichert Sonos selbst nicht, sondern leitet sie an den jeweiligen Betreiber des Assistenzdienstes weiter.

Darüber hinaus erhebt Sonos so genannte "zusätzliche Nutzungsdaten", deren Weitergabe der Kunde widersprechen kann. Dabei wird genau erhoben, wie lange die Lautsprecher genutzt werden, welche Musik über welche Lautsprecher wiedergegeben oder übersprungen wird, mit welchem Usernamen wie lange auf welche Musikdienste zugegriffen wird, die Temperatur der Lautsprecher, WLAN-Daten und weitere, nicht offengelegte Informationen.

Sonos erklärt auch, dass es personenbezogene Daten zwar nicht verkauft, aber für eine Vielzahl von Zwecken auswertet, darunter Reklame, Produktentwicklung, Forschungsarbeiten, Reihung von Suchergebnissen, bei Streitigkeiten und zur Durchsetzung vertraglicher Vereinbarungen.

[Update 23.08.2017 11.33]:

Anzeige

Eine genaue Erklärung, was es mit den neuen Datenschutzbestimmungen auf sich hat und wozu welche Daten gesammelt werden, hat die deutsche Sonos-Niederlassung in ihrem Blog veröffentlicht. Demnach geht es vor allem um neue Funktionen wie Sprachsteuerung und Integration von digitalen Assistenten wie Alexa, die ohne solche Datenübertragungen nicht funktionieren. Ein Betrieb von Sonos-Anlagen etwa mit lokalen Freigaben mittels NAS oder ans lokale Netz angeschlossener Rechner ist dagegen weiterhin ohne jede Kommunikation mit Sonos-, Streaming- oder Assistenz-Servern möglich.

(ds)

303 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Vernetzte Lautsprecher: Sonos startet öffentliche Alexa-Beta und präsentiert neuen Lautsprecher

    Sonos startet öffentliche Alexa-Beta

    Durch ein Software-Update können Anwender aus USA, UK und Deutschland nun Sonos mit jedem Alexa-Gerät verbinden. Dazu gibt es einen neuen Sonos-Player mit eingebauter Alexa. 2018 will Sonos Apple Airplay 2 und Google Assistant unterstützen.

  2. Vernetzte Musiksysteme: Chef von Sonos geht

    Sonos

    Eine neue Konkurrenz ist für Sonos-Firmenmitgründer John MacFarlane recht unerwartet auf den Plan getreten. Sonos hat reagiert, aber MacFarlane nutzt die Veränderungen im Betrieb für seinen Abgang.

  3. Sonos: Alexa, Audible und der Kampf gegen unangenehme Stille

    Sonos: Alexa, Audible und der Kampf gegen unangenehme Stille

    Am Rande einer Tour durch die Audio-Labore in Boston legte das Unternehmen seine Pläne für die nahe Zukunft offen. Neben angekündigten Softwareupdates bleibt der Playschrank vorerst die einzig neue Hardware.

  4. Multiroom-Audio: Yamahas MusicCast-System hört aufs Wort - mittels Amazons Alexa

    Multiroom-Audio: Yamahas MusicCast-System hört aufs Wort

    Dank Unterstützung für Amazon Alexa soll Yamahas Multiroom-Audioystem Musik in Zukunft ganz einfach mit Sprachbefehlen im ganzen Haus verteilen. Wir bekamen schon eine Demonstration.

  1. Preiswert multiroomen: AirPlay 1 statt teurer Musikverteilsysteme

    iOS 11 beherrscht das neue AirPlay 2. Doch das setzt moderne iPhones und iPads sowie kompatible Audiogeräte voraus. Wir zeigen, wie Sie mit iTunes vom Mac aus die ganze Wohnung per AirPlay 1 mit derselben Musik versorgen.

  2. Geld verdienen mit Assistenten

    Geld verdienen mit Assistenten

    Die Technologie-Riesen Apple, Amazon und Google liefern sich ein Wettrennen im neuen Markt für virtuelle Assistenten. Lukrativ daran könnte vor allem das Sammeln zusätzlicher Daten sein.

  3. Multiroom-Lautsprecher: Tipps zum Kauf und Einsatz von Sonos & Co.

    Musik im ganzen Haus verteilen

    Multiroom-Lautsprecher verteilen die Musik von Spotify & Co. im ganzen Haus und spielen die private MP3-Sammlung ab. Neben Sonos haben weitere Hersteller einiges zu bieten. Wir helfen bei der Auswahl.

  1. Hessen baut Videoüberwachung aus

    Überwachung, Kamera

    Videoüberwachung gilt bei Politikern und Polizei als wirksames Mittel gegen Verbrechen. Daher wächst die Zahl der Kameras in Hessen. Für Datenschützer wird oft zu leichtfertig darüber entschieden.

  2. Zweibeiniger Roboter Atlas schafft Salto rückwärts

    Mann schmeißt Atlas um

    Eine neue Version des aufrecht gehenden Roboters Atlas zeigt akrobatische Talente: Kisten sind kein Hindernis mehr, und sogar ein Salto aus dem Stand gelingt – meistens jedenfalls.

  3. Verhandlungen über Killerroboter in Genf

    Verhandlungen über Killerroboter in Genf

    Am Sitz der Vereinten Nationen in Genf wurde diese Woche ein Thema diskutiert, das sich für große Teile der Öffentlichkeit nach wie vor wie Science-Fiction anhört: tödliche autonome Waffensysteme oder Killerroboter.

  4. "Blaue Briefe" von der Landesmedienanstalt NRW

    "Blaue Briefe" von der Landesmedienanstalt NRW

    Auch Letsplay-Kanäle mit wenigen hundert Zuschauern geraten inzwischen ins Visier der Landesmedienanstalten. Von Annäherung zwischen Anbietern und Behörden oder gar der Abschaffung überholter Regelungen kann offenbar keine Rede sein.

Anzeige