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Snapchat-Firma stürzt nach schwachen Quartalszahlen an der Börse ab

Firma Snap

Die Snap-Gründer Evan Spiegel (r.) und Bobby Murphy in der New Yorker Börse.

Bild: dpa, Richard Drew

Auf die Euphorie des Börsengangs folgt die große Ernüchterung: Snap, die Firma hinter der Snapchat-App, erlebt mit ihren Quartalszahlen ein weiteres Debakel. Der Aktienkurs fällt auf ein neues Rekordtief. Ein wesentlicher Grund für die Misere: Facebook.

Das verhaltene Wachstum der Foto-App Snapchat hat die Anleger erneut schwer enttäuscht. Nachdem im vergangenen Quartal nur rund sieben Millionen täglich aktive Nutzer hinzukamen, stürzte die Aktie im nachbörslichen Handel am Donnerstag um mehr als 16 Prozent auf einen Tiefstand ab. Zudem schwoll der Verlust der Betreiberfirma Snap im Jahresvergleich von 116 Millionen auf 443 Millionen Dollar (376 Mio Euro) an. Der Umsatz stieg zwar um über 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb damit aber unter den Prognosen der Analysten.

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Der Umsatz pro Nutzer stieg von 50 Cent im Vorjahreszeitraum auf 1,05 Dollar. Am Markt war jedoch ein noch größerer Zuwachs erwartet worden. [Update, 11.08.17, 11:50 Uhr] Mitgründer und Chef Evan Spiegel argumentierte, für Snap sei es wichtiger, um lukrativeren US-Markt zu wachsen. Denn dort erlöse die Firma zehn Mal soviel Geld pro Nutzer als im Ausland. [/Update]

Snapchats Muttergesellschaft Snap war Anfang März mit großem Rummel in New York an die Börse gegangen, zuletzt bekamen Anleger aber kalte Füße. Nachbörslich markierte der Kurs ein Rekordtief unter 12 Dollar, der Ausgabepreis der Aktien hatte bei 17 Dollar gelegen. Zum Handelsschluss am Donnerstag brachte es Snap immerhin noch auf einen Börsenwert von gut 16 Milliarden Dollar. Damit ist die Firma zwar meilenweit abgeschlagen hinter dem großen Rivalen Facebook, wird aber fast fünf Milliarden Dollar höher bewertet als Twitter.

Das einst rasante Wachstum von Snapchat stockt bereits seit Herbst. Die Probleme, mit denen sich Evan Spiegel auseinandersetzen muss, sind nicht zuletzt der harten Konkurrenz durch Facebook geschuldet. Der Konzern, dessen Chef Mark Zuckerberg Snapchat einst kaufen wollte, aber bei Spiegel abblitzte, attackiert den aufstrebenden Wettbewerber schon länger heftig.

Facebook und die zum Konzern gehörende Foto-App Instagram setzen Snapchat zu, indem sie wesentliche Funktionen kopieren. Mit Erfolg: Instagram hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 400 Millionen täglich aktive Nutzer. Snapchat hatte mit Bildern, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden, vor allem bei jüngeren Nutzern große Popularität gewonnen. Später wurde das Angebot etwa mit Fotofiltern, Medieninhalten und einer Kamera-Sonnenbrille ausgebaut.

[Update] Jetzt argumentiert Snap, in der wichtigen Zielgruppe im Alter unter 25 Jahren hielten sich Nutzer länger in der Snapchat-App auf als bei Instagram: 40 gegen 32 Minuten pro Tag. Im Schnitt posteten die User 20 Snaps pro Tag. Spiegel zeigte sich überzeugt, dass das Snap-Geschäft trotz der starken Konkurrenz durch Internet-Giganten wachsen wird. [/Update] (dpa) / (kbe)

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