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Stefan Krempl 134

Smart Home: Verbraucherschützer fordern Recht auf analoges Wohnen

Google-Lautsprecher

Smartes Heim, Glück allein.

Bild: dpa, Google

Angesichts der zunehmenden Zahl vernetzter Heimgeräte hat sich der Bundesverband der Verbraucherzentralen dafür ausgesprochen, den gesetzlichen Rahmen für Smart-Home-Produkte umfassend zu überprüfen.

"Vernetzte Geräte und Smart-Home-Anwendungen werden für Verbraucher immer wichtiger", betont Klaus Müller, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), mit Blick auf die aktuelle Leistungsschau der Branche auf der IFA in Berlin. Kühlschränke, Lampen, Heizung oder Staubsauger ließen sich bereits per Smartphone steuern und teils miteinander vernetzen. Dabei müsse aber dafür gesorgt werden, dass die Konsumenten im digitalen Zuhause "genauso abgesichert sind wie im analogen".

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Der vzbv hat daher am Dienstag ein Hintergrundpapier Smart Home veröffentlicht, in dem er sich dafür ausspricht, den gesetzlichen Rahmen für Smart-Home-Produkte und -Anwendungen vollumfänglich auf den Prüfstand zu stellen. Laut Müller müssen "Haftungsfragen geklärt, die Datenschutzgesetze eingehalten werden". Zudem müsse die IT-Sicherheit der Produkte gewährleistet sein.

Darüber hinaus verlangt der vzbv-Chef, dass Verbraucher selbst entscheiden können sollen, ob sie vernetzte Produkte nutzen möchten oder nicht. "Die Möglichkeit analog zu wohnen, muss unbedingt gewahrt bleiben." In dem Papier heißt es dazu, dass sich "insbesondere Alltagsprodukte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke immer auch offline benutzen lassen sollten". Es dürfe keinen Zwang geben, Heimgeräte ans Internet anzuschließen.

Für Verbraucher könne der Einzug vernetzter Systeme und Dienste in den Haushalt und die Umgebung auch Vorteile bringen, erklärt Müller. Dabei gehe es etwa um mehr Wohn- und Lebensqualität, mehr Sicherheit sowie die Energiesparpotenziale. Kunden müssten vor dem Kauf aber besser informiert werden. So seien viele Produkte nicht kompatibel. An die Hersteller appelliert der vzbv deshalb, verstärkt auf gemeinsame Standards oder Meta-Plattformen zu setzen.

Nutzer könnten jedoch meist nicht erkennen, "was mit den Daten passiert, die die Geräte erheben", kritisieren die Verbraucherschützer. Ein Widerspruch sollte jederzeit möglich sein. Mehr Transparenz sei hier ein Schritt in die richtige Richtung, vor allem müssten aber Mindestanforderungen für IT-Sicherheitsschutz definiert werden.

Unklar ist laut dem Verband häufig auch, wer haftet, wenn durch ein Gerät ein Schaden verursacht wird. Mit zunehmender Automatisierung sei nicht mehr eindeutig nachvollziehbar, wer einen Apparat bedient habe. Zudem hänge es unter Umständen von Dritten ab, die nicht direkter Vertragspartner seien, ob ein Gerät überhaupt in vollem Umfang funktioniere. Es sollte daher eine "gewährleistungsähnliche Herstellerhaftung für vernetzte Produkte eingeführt werden".

Auch müssten die Gewährleistungsfristen verlängert werden. Verbraucher erwarteten zurecht, dass gerade teure Smart-Home-Produkte länger als zwei Jahre problemfrei nutzbar seien und mit sicherheitsrelevanten Updates während der gesamten Betriebsdauer ohne weitere Kosten versorgt würden. ( Stefan Krempl) / (vbr)

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