Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.684.020 Produkten

Ulrike Kuhlmann 49

CES Samsung SRA: Satter Sound - Audioentwicklung made in USA

Samsung SRA: Audioentwicklung made in USA

Flachbildfernseher sind nicht gerade berühmt für satten Sound. Dass es auch anders geht, will Samsung beweisen. Das koreanische Unternehmen hat dafür eigens eine Entwicklungsschmiede in den USA gegründet.

Seit 2014 feilt Samsung intensiv an der Audioqualität seiner Unterhaltungselektronik. Das koreanische Unternehmen hat dafür in den USA ein eigenes Forschungslabor aufgebaut – beziehungsweise von Allan Devantier aufbauen lassen: Der Kanadier war zuvor Entwickler bei Harman International. Aktuell arbeiten im Samsung Research America (SRA) Audio Lab 23 Leute daran, die Unterhaltungselektronikprodukte der Koreaner klanglich zu optimieren. Erste Erfolge konnten wir in vergangenen TV-Tests des c't magazin vermerken: Nicht nur die teuren TVs, sondern auch preiswerte Samsung-Fernseher glänzten mit guter Soundqualität.

Anzeige

Erklärtes Ziel sei es, die Nummer 1 unter den Audio-Systemen zu werden, erklärte Allan Deventier gegenüber heise online bei einem Besuch des Audio-Labs . Dass es Samsung ernst meint, zeigte auch die im vergangenen Jahr erfolgte Übernahme von Harman durch Samsung. Dort konzentriert man sich laut Samsung stärker auf Bereiche wie In-Car-Audiosysteme, während der Fokus von SRA auf TVs, LED-Kinos und demnächst auch Smartphones liege.

Auf der CES stellt Samsung mit der NW700 eine besonders flache Soundbar vor, die sich einfach an der Wand unterhalb des TVs befestigen lässt. Die Nachfolgerin der MS650 ist nur rund fünf Zentimeter tief und trägt so kaum dicker auf als der darüber befestigte Fernseher. Die Drei-Kanal-Soundbar hat den Woofer direkt eingebaut, ein zusätzlicher Subwoofer ist deshalb unnötig. Die NW700 wurde komplett in den Laboren der SRA im kalifornischen Valencia entwickelt.

Bei den smarten Lautsprechern will Samsung seine schicken 360 Grad Lautsprecher vorerst nicht weiterentwickeln. Stattdessen stehen in diesem Jahr eckige Speaker an, die man einfacher an der Wand befestigen kann. Vorteil: Die flachen Lautsprecher fügen sich besser respektiver unsichtbarer in den Wohnraum ein und sie nutzen die Wand als Resonanz- respektive Reflexionsfläche. Die neuen smarten Lautsprecher verbinden sich drahtlos mit dem Smartphone oder TV..

Unternehmen wie Sony nutzen statt flacher Lautsprecher gleich den flachen TV-Schirm als Soundprojektionsfläche. Auf die Frage, ob hier nicht die Zukunft eines unauffällig integrierten Soundsystems liege, erklärte SRA-Forschungsleiter Dr. Pascal Brunet gegenüber heise online, das Konzept sei interessant, es erzeugte aber ausgesprochen komplizierte akustische Spektren. Und man brauche sehr viele Aktuatoren hinter dem TV, damit der Sound gut beim Zuschauer ankomme. Dr. Brunet rechnet nicht damit, dass sich die TV-Oberflächen-Soundprojektion in den kommenden fünf Jahren durchsetzt.

Brunet hat für SRA eine nichtlineare Vorverzerrung entwickelt, mit der sich Lautsprecherausgaben linearisieren lassen. Diese Vorverzerrung nutzen auch Samsungs auf der CES vorgestellten TVs und Lautsprecher.

Anzeige

Für die Tests der Audioqualität betreiben die Entwickler bei SRA einen beachtlichen Aufwand. So wurden die Hörräume für Blindtests mit einer mechanischen Drehbühne ausgestattet, die es erlaubt, identisch im Raum positionierte Lautsprecher, Soundbars und auch Fernseher miteinander zu vergleichen. Diverse Rapid-Prototype-Werkstätten stehen ebenso bereit wie zwei schallarme Kammern für Sound-Messungen. In einer der beiden kann die Klangcharakteristik von an der Wand montierten Fernsehern vermessen werden – die Wand lässt sich dazu nach außen aufklappen.

In den Hörräumen führen die Entwickler regelmäßig Nutzertests durch, um ihre Messungen mit der Realität abzugleichen. Bei diesen Blindtests kam unter anderem heraus, dass es weder kulturelle noch alters- oder genderspezifische Unterschiede bei der bevorzugten Klangqualität gibt. Kleine Unterschiede seien eher Geschmackssache, erklärte Allan Devantier. Das sei ähnlich wie bei der Bildqualität – manche mögen es gern etwas wärmer oder mehr krispy, über die grundsätzliche Bildqualität herrsche dagegen Einigkeit.

Disclaimer: Die Autorin war auf Einladung von Samsung im SAR Lab (uk)

49 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Samsung zeigt 8K-TV und Videoscreen mit Mikro-LEDs

    Samsung zeigt 8K-TV und Videoscreen mit Mikro-LEDs

    Samsung präsentiert auf der CES QLED-Fernseher mit 8K-Auflösung und einen modularen Videoscreen aus Mikro-LED-Kacheln. Mit künstlicher Intelligenz will das Unternehmen zudem Sprachsteuerung und Vorschlagssysteme im TV verbessern.

  2. OLED-TVs von LG: Superdünn, Dolby Vision und Dolby Atmos

    OLED-TVs von LG mit Dolby Vision und Dolby Atmos

    Die Signature-OLEDs von LG unterstützen nicht nur das HDR-Format Dolby Vision, sondern auch den Raumklang Dolby Atmos. Mit dem superdünnen Wallpaper-OLED bringt LG ein besonderes Designerstück auf den Markt ̵ das seinen Preis hat.

  3. Samsung startet mit verbesserten Nanopartikeln Angriff auf OLED-TVs

    Samsung startet mit verbesserten Nanopartikeln Angriff auf OLED-TVs

    Samsung setzt im TV-Bereich auch künftig auf LCD und Quantenpunkte. Allerdings hat der Elektronikriese neue Nanopartikel entwickelt, die für kräftige Farben und für größere Einblickwinkel sorgen sollen. Letztere sind bislang der Knackpunkt der LCD-TVs.

  4. TCL setzt bei Smart-TVs auf Design und Bildqualität mit Quantenpunkten

    TCL setzt auf Bildqualität und Design

    Mit Quantum-Dot-Technik will der chinesische Hersteller bei seinen neuen Spitzenmodellen für eine noch bessere Bildqualität sorgen. In Las Vegas unterstreicht TCL seine Ambitionen, zu den Großen im TV-Geschäft aufzuschließen.

  1. Multiroom-Lautsprecher: Tipps zum Kauf und Einsatz von Sonos & Co.

    Musik im ganzen Haus verteilen

    Multiroom-Lautsprecher verteilen die Musik von Spotify & Co. im ganzen Haus und spielen die private MP3-Sammlung ab. Neben Sonos haben weitere Hersteller einiges zu bieten. Wir helfen bei der Auswahl.

  2. LG W7 im Kurztest: Flexible Videotapete

    LG W7 im Kurztest: Flexible Videotapete

    Mit seinem dünnen OLED-Display kommt LGs biegsames Wallpaper-TV dem Ideal einer Videotapete schon ziemlich nah. c't hatte die Möglichkeit, das beeindruckende W7-Masterpiece genauer unter die Lupe zu nehmen.

  3. Fernseher kaufen: Tipps für das richtige TV

    Tipps zum Fernseher-Kauf: Das sollten Sie beachten

    Der Kauf eines TV-Geräts wirft viele Fragen auf: Welche Größe, muss es 4K sein oder reicht Full HD, welche Ausstattung ist sinnvoll, was ist mit HDR? Wir liefern Tipps für die TV-Auswahl.

  1. Die Verkehrswende beginnt - überall

    Die Vermutung, dass das Auto ein billiges Fortbewegungsmittel sei, ist ein frommer Selbstbetrug. Autofahren ist teuer, umweltzerstörend und lebensgefährlich. Ein Kommentar

  2. Daten von 40.000 Kreditkarten bei OnePlus kompromittiert

    Speicherchip auf Kreditkarte

    Durch Einschleusen von Schadcode in die Payment-Seite des Smartphone-Herstellers OnePlus konnten die kompletten Kreditkartendaten von 40.000 Kunden abgegriffen werden.

  3. Korg Prologue: Synthesizer-Flaggschiff verbindet analoge und digitale Klangerzeugung

    Korg Prologue: Synthesizer-Flaggschiff verbindet analoge und digitale Klangerzeugung

    Der 16-fach polyphone Prologue-16 verknüpft die analoge Tonerzeugung des Minilogue mit digitalen Oszillatoren und Effekten, die sich per Software am PC manipulieren lassen. Der Sound ist gewaltig.

  4. Das Parteiensystem muss sich ändern

    Ein scheinbar abwegiger Vorschlag zur Lösung der politischen Paralyse

Anzeige