Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.682.592 Produkten

Daniel Berger 52

ProtonVPN: ProtonMail-Macher starten VPN-Dienst

ProtonVPN: ProtonMail startet VPN-Dienst

Bild: ProtonVPN

Die Macher von ProtonMail haben mit ProtonVPN einen eigenen VPN-Dienst gestartet. Dieser legt besonderen Wert auf Sicherheit und bietet Spezialfunktionen für erhöhten Datenschutz. Die Nutzung ist kostenlos möglich.

Nach einem Jahr Entwicklung und einer Betaphase von vier Monaten hat ProtonMail seinen VPN-Service ProtonVPN für alle geöffnet. Die Nutzung ist auch kostenlos möglich, dann aber mit beschränkter Datenübertragungsrate. Schneller wird's bei Bezahlung. Den VPN-Client gibt es für Windows, macOS, Android und Linux. ProtonVPN will mit seinem Dienst besonders Journalisten und Aktivisten schützen. In der Vergangenheit habe man viel von ihnen gelernt. VPN-Dienste ermöglichen es, anonym durchs Netz zu surfen und Internet-Zensur zu umgehen.

Anzeige
Die Bedienoberfläche von ProtonVPN macht optisch wirklich was her.
Die Bedienoberfläche von ProtonVPN macht optisch wirklich was her. (Bild: ProtonVPN)

ProtonVPN legt besonderen Wert auf Sicherheit: Die Daten verschlüsselt der Dienst mit AES-256 und setzt Perfect Forward Secrecy (PFS) ein, was das Entschlüsseln durch Dritte unmöglich macht – selbst wenn der Langzeitschlüssels kompromittiert werden sollte. Als weitere Sicherheitsmaßnahme kann ProtonVPN die Daten über diverse Server leiten, die sich in Ländern mit besonders strengen Datenschutzgesetzen befinden (etwa in Island). Die Server stünden laut ProtonVPN in "abgehärteten Rechenzentren". Die Umleitung über diese "Secure Core"-Architektur soll verhindern, dass Dritte die IP-Adresse des VPN-Nutzers erfahren, wenn etwa der VPN-Endpoint-Server kompromittiert ist. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber nie, schränkt ProtonVPN warnend ein.

Im Vergleich zu anderen VPN-Diensten bietet ProtonVPN einige Besonderheiten. Der Dienst speichert keine Verbindungsdaten, weil dies das Schweizer Recht verbietet. Somit können keine Rückschlüsse auf das Surfverhalten einzelner Nutzer gezogen werden. Im Client ist außerdem ein Kill-Switch eingebaut: Bei einem Verbindungsstörung zum VPN-Server kappt er alle Netzwerkverbindungen und schützt somit die IP-Adresse des Nutzers. Eine Tor-Integration erlaubt zudem die Traffic-Umleitung übers Onion-Netzwerk.

Die Nutzung von ProtonVPN ist mit einem Gerät kostenlos möglich, aber langsam ("Speed: Low"). Als weitere Beschränkung stehen IP-Adressen aus nur drei Ländern zur Auswahl. Wer schneller surfen will, muss zahlen: Für "Speed: High" werden 48 Euro im Jahr fällig. Der Plus-Account mit "Speed: Highest" kostet doppelt so viel. Nach eigenen Angaben nutzt ProtonVPN derzeit 112 Server in 14 Ländern mit einer gesamten Übertragungsgeschwindigkeit von 155 Gigabit pro Sekunde.

ProtonVPN ist nach ProtonMail das zweite Produkt der Schweizer Firma Proton Technologies AG. Das ursprünglich am CERN erdachte ProtonMail-Prinzip war 2013 von den Forschern Jason Stockman, Andy Yen und Wei Sun in das Unternehmen überführt worden. (dbe)

52 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. E-Mails anonym verschlüsseln: ProtonMail geht ins Tor-Netz

    E-Mails anonym verschlüsseln: ProtonMail geht ins Tor-Netz

    Der verschlüsselnde Mail-Service ProtonMail lässt sich ab sofort als Hidden Service im anonymisierenden Tor-Netzwerk nutzen.

  2. Malvertising-Kampagne versucht, iOS-Nutzer zur Installation eines VPN-Clients zu nötigen

    Malvertising-Kampagne versucht, iOS-Nutzer zur Installation eines VPN-Clients zu nötigen

    Auf verschiedenen Websites wird in diesen Tagen Reklame ausgeliefert, die meldet, iPad oder iPhone hätten "Viren". Sie dient dazu, Nutzern eine Software aufzudrängen, die Daten für Marktforschungszwecke sammelt.

  3. Wegen Vorratsdatenspeicherung: Threema prüft Wegzug aus der Schweiz

    Wegen Vorratsdatenspeicherung: Threema prüft Wegzug aus der Schweiz

    Unter einer neue Verordnung sollen auch Messaging-Anbieter in bestimmten Fällen unter die Schweizer Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung fallen. Die Threema-Entwickler überlegen daher, ins Ausland zu ziehen.

  4. ProtonMail Bridge: Einfache PGP-Verschlüsselung für Thunderbird, Outlook und Apple Mail

    ProtonMail / ProtonMail Bridge

    Kunden von ProtonMail können ihre Post nun auch mit Thunderbird, Outlook und Apple Mail verschlüsseln. Mit ProtonMail Bridge geht das ganz einfach – auch Durchschnittsnutzer sollen endlich PGP verwenden.

  1. Per VPN anonym surfen - so geht's

    Anonym surfen und downloaden - und das auch noch flott? Das geht nur mit Hilfe eines VPN-Dienstes.

  2. Welche Browser unterstützen HTML5?

    Es gibt dutzende Web-Browser, die für unterschiedliche Zwecke gedacht sind. Aber welche unterstützen HTML5-Webseiten?

  3. Wie finde ich meine IP-Adresse unter Mac OS X heraus?

    IP-Adresse unter Mac OS X ermitteln

    Unter macOS kannst du deine IP-Adresse ganz einfach ermitteln. In unserem tipps+tricks-Artikel zeigen wir dir, wie es geht.

  1. Silicon Valley: Apples Shuttle-Busse angegriffen

    Neuer Apple Campus

    Der iPhone-Konzern betreibt wie andere IT-Konzerne auch ein eigenes Nahverkehrssystem, das Mitarbeiter von San Francisco in sein Hauptquartier bringt. Mehrere Fahrzeuge wurden nun attackiert – womöglich von Aktivisten.

  2. Fritzbox-Updates: Kommendes FritzOS 7 könnte zwei Router per Mesh-WLAN koppeln

    Fritzbox-Updates: FritzOS 7 könnte zwei Fritzboxen per Mesh-WLAN koppeln

    Der Routerhersteller AVM erwägt, die Mesh-Funktionen im erwarteten FritzOS 7 weiter auszubauen, um entfernte Geräte via Mesh anzukoppeln. Das erklärte die Firma im Rahmen einer Stellungnahme zu einem missverständlichen Facebook-Posting.

  3. Die Neuerungen von Linux 4.15

    Linux-Kernel 4.15

    Das noch diesen Monat erwartete Linux 4.15 schützt vor den Auswirkungen der Sicherheitslücken Meltdown und Spectre. Ohne Performance-Verlust geht das aber auch bei Linux nicht. An weiteren Gegenmaßnahmen schrauben die Kernel-Entwickler bereits.

  4. Regulierer: Internet häufig langsamer als vertraglich vereinbart

    Deutsche Telekom

    Die Auswertung von rund 700.000 Bandbreitenmessungen bei der Bundesnetzagentur stellt den deutschen Zugangsanbietern kein besonders gutes Zeugnis aus: Viele Nutzer erhalten nicht einmal die Hälfte der versprochenen Bandbreite.

Anzeige