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Axel Kannenberg 135

Prepaid-Guthaben statt Münzen: Südkorea experimentiert beim Wechselgeld

Südkorea testet Alternativen zum Wechselgeld in Münzform

Statt Münzen in die Hand Guthaben auf die Prepaid-Card.

2020 soll der Geldverkehr in Südkorea münzfrei sei. Ein Schritt dorthin ist ein Test, ob Kunden im Laden künftig Wechselgeld statt in Münzform besser etwa als Prepaid-Guthaben bekommen.

Die Südkoreanische Zentralbank testet, ob sich Wechselgeld an der Ladenkasse auch anders als in Münzform ausgeben lässt. Unter anderem sollen Kunden bei dem Test ihr Wechselgeld als Guthaben auf verschiedene Prepaidkarten gebucht bekommen, etwa solche für den öffentlichen Nahverkehr, berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap. Mehrere große Einzelhändler des Landes nehmen an dem ab heutigem Donnerstag startenden Versuch teil.

Wie die Zeitung Korea Herald schreibt, kommt bei dem Test aber keine einheitliche Lösung als Münzersatz zum Tragen. So bietet zum Beispiel die Kette Lottemart die Speicherung in Form von Punkten an, die bei Erreichen eines bestimmten Werts in Bargeld, also Scheinen, ausgezahlt werden. Bei anderen Läden stehen hingegen Nahverkehrs-Bezahlkarten wie Tmoney und Cashbee als Gutschriftziel zur Auswahl oder es werden QR-Codes bereitgestellt, über die sich eine Buchung direkt aufs Bankkonto des Kunden triggern lässt.

Münzfrei bis 2020

Das Ganze ist Teil des Vorhabens, bis 2020 den südkoreanischen Geldverkehr münzfrei zu machen. Vergangenes Jahr gab das Land ungefähr 53,7 Milliarden Won (aktuell rund 44 Millionen Euro) für die Herstellung, Lagerung und Verteilung von Münzgeld aus. Die Hoffnung ist natürlich, hier deutlich sparen zu können. Ob die Alternativ-Verfahren wirklich günstiger sind, muss sich dann zeigen.

Rückhalt in der Bevölkerung scheint jedenfalls vorhanden: Der Korea Herald zitiert aus einer Umfrage der Zentralbank unter 2500 Südkoreanern, laut der 62 Prozent der Befragten überhaupt keine Münzen besitzen. 50 Prozent würden auch keine zur Zahlung benutzen, wenn sie sie als Wechselgeld erhielten. Generell sind Debit- und Kreditkartenzahlungen im Land weit verbreitet, Bargeld verliert mit einem Anteil von 20 Prozent an allen Zahlungen immer mehr an Bedeutung. Eine komplett bargeldlose Gesellschaft strebe man aber nicht an, hieß es von der Zentralbank. (axk)

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