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Pokémon Go in Kirche gespielt: Jungem Russen drohen fünf Jahre Gefängnis

Pokémon Go in Kirche gespielt: Jungem Russen drohen fünf Jahre Gefängnis

Weil ein russischer Blogger in einer bekannten orthodoxen Kathedrale Pokémon Go gespielt und sich dabei gefilmt hat, drohen ihm fünf Jahre Haft. Die Kirche gibt sich trotz der Kritik unversöhnlich: Umerziehung sei wichtig, unabhängig von den Mitteln.

Ein Blogger, der in der orthodoxen Kathedrale auf dem Blut in Jekaterinburg Pokémon Go gespielt hat, ist in Russland vor Gericht gelandet. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Ruslan S. aus der Stadt im Uralgebirge wird unter anderem die Verletzung religiöser Gefühle vorgeworfen. Er hatte einen Film von der Aktion im Sommer 2016 ins Internet gestellt. Der kommt inzwischen auf fast 1,7 Millionen Aufrufe bei Youtube.

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Ruslan S. weist die Vorwürfe zurück. "Im Gegensatz zu Pussy Riot habe ich niemanden gestört", sagte er der Zeitung Nesawissimaja Gaseta zufolge. Die Frauen-Punkband Pussy Riot hatte 2012 in einer spektakulären Aktion in einer Moskauer Kathedrale Präsident Wladimir Putin scharf kritisiert und enge Verbindungen zwischen Kirche und Staat angeprangert. Zwei Bandmitglieder waren zu Haftstrafen verurteilt worden. Später begnadigte Putin sie.

Das kritisierte Video

Der Fall von Ruslan S. löste in der russischen Blogger-Szene scharfe Kritik aus. Manche warfen der orthodoxen Kirche Inquisition vor. Der Angeklagte selbst sagte, er sei bereit, sich zu entschuldigen und gemeinnützige Arbeit zu verrichten. "Aber eine Haftstrafe von fünf Jahren halte ich nicht für angemessen", sagte er. Sein Anwalt forderte der Agentur Tass zufolge eine Bewährungsstrafe. Kurz nach der Festnahme des Bloggers im September hatte ein Priester der Diözese erklärt, dass man das Gericht nicht um Milde bitten werde: "Wir setzen uns für Umerziehung ein und uns ist egal, wie das erreicht wird." (dpa) / (mho)

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