Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

260

Pokémon Go in Kirche gespielt: Jungem Russen drohen fünf Jahre Gefängnis

Pokémon Go in Kirche gespielt: Jungem Russen drohen fünf Jahre Gefängnis

Weil ein russischer Blogger in einer bekannten orthodoxen Kathedrale Pokémon Go gespielt und sich dabei gefilmt hat, drohen ihm fünf Jahre Haft. Die Kirche gibt sich trotz der Kritik unversöhnlich: Umerziehung sei wichtig, unabhängig von den Mitteln.

Ein Blogger, der in der orthodoxen Kathedrale auf dem Blut in Jekaterinburg Pokémon Go gespielt hat, ist in Russland vor Gericht gelandet. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Ruslan S. aus der Stadt im Uralgebirge wird unter anderem die Verletzung religiöser Gefühle vorgeworfen. Er hatte einen Film von der Aktion im Sommer 2016 ins Internet gestellt. Der kommt inzwischen auf fast 1,7 Millionen Aufrufe bei Youtube.

Ruslan S. weist die Vorwürfe zurück. "Im Gegensatz zu Pussy Riot habe ich niemanden gestört", sagte er der Zeitung Nesawissimaja Gaseta zufolge. Die Frauen-Punkband Pussy Riot hatte 2012 in einer spektakulären Aktion in einer Moskauer Kathedrale Präsident Wladimir Putin scharf kritisiert und enge Verbindungen zwischen Kirche und Staat angeprangert. Zwei Bandmitglieder waren zu Haftstrafen verurteilt worden. Später begnadigte Putin sie.

Das kritisierte Video

Unversöhnliche Kirche

Der Fall von Ruslan S. löste in der russischen Blogger-Szene scharfe Kritik aus. Manche warfen der orthodoxen Kirche Inquisition vor. Der Angeklagte selbst sagte, er sei bereit, sich zu entschuldigen und gemeinnützige Arbeit zu verrichten. "Aber eine Haftstrafe von fünf Jahren halte ich nicht für angemessen", sagte er. Sein Anwalt forderte der Agentur Tass zufolge eine Bewährungsstrafe. Kurz nach der Festnahme des Bloggers im September hatte ein Priester der Diözese erklärt, dass man das Gericht nicht um Milde bitten werde: "Wir setzen uns für Umerziehung ein und uns ist egal, wie das erreicht wird." (dpa) / (mho)

260 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Pokémon Go in Kirche gespielt: Russe der "Anstachelung zum Hass" schuldig

    Pokémon Go in Kirche gespielt: Russe der "Anstachelung zum Hass" schuldig

    Ein Russe wurde wegen "Anstachelung zu Hass" und "Verletzung religiöser Gefühle" zu mehr als drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, weil er in einer Kirche Pokémon Go gespielt und sich dabei gefilmt hat. Das Verfahren hatte für viel Kritik gesorgt.

  2. Pokémon Go soll geobasierte Werbung bekommen

    Pokémon Go soll geobasierte Werbung bekommen

    Ähnlich wie im AR-Spiel Ingress könnten Unternehmen dafür bezahlen, dass an bestimmten Orten Pokéstops eingerichtet werden, die dort potenzielle Kundschaft anlocken.

  3. Pokémon Go verbucht 75 Millionen Downloads

    Pokémon Go verbucht 75 Millionen Downloads

    Innerhalb von knapp drei Wochen wurde das Smartphone-Spiel laut Analysten 75 Millionen Mal heruntergeladen. Derweil verraten Entwickler weitere Pläne für das Spiel.

  4. "Pokémon Go" will nach Welterfolg nun die Spieler halten

    Pokemon Go

    Mit inzwischen mehr als 600 Millionen Downloads ist "Pokémon Go" eines der erfolgreichsten Smartphone-Spiele überhaupt. Die Entwickler kämpfen jetzt um das Interesse der Spieler.

  1. "Die Ukrainer leiden unter dem Fleischwolf der Interessen"

    Uliana Kotsaba kämpft für die Freilassung ihres Mannes, der 2004 die orangene Revolution in Kiew unterstützte und jetzt wegen eines Aufrufs zur Kriegsdienstverweigerung im Gefängnis sitzt

  2. Pokémon Go: Tipps und Tricks, die ich gern vorher gewusst hätte

    Pokémon Go: 5 Dinge, die ich gern vorher gewusst hätte

    Trotz Herbsteinbruch bleibt Pokémon Go ein beliebtes Spiel: Überall sammeln Spieler des AR-Games fleißig kleine Monster. c't-Redakteure Jürgen Schmidt, Gerald Himmelein und Ronald Eikenberg fassen selbst erprobte Tipps zu Pokémon Go zusammen – von Einstiegshilfen bis zu Tricks für Fortgeschrittene.

  3. Patriarchale Kontrolle im Namen Allahs

    Expertinnen zufolge fördern britische Scharia-Gerichte Frauenfeindlichkeit sowie Radikalisierung und somit fundamental-islamischen Terrorismus

  1. Bahn-Baustelle Rastatt: Rien ne va plus auf der Rheintalstrecke

    Der Einbruch des Rastatter Tunnelneubaus wird voraussichtlich noch bis zum 7. Oktober für eine Unterbrechung der Nord-Süd-Verbindung von Genua nach Rotterdam sorgen

  2. Ethereum statt Nebenjob: Anleitung zum Geldverdienen mit Gaming-PCs

    Ethereum statt Nebenjob: Anleitung zum Geld verdienen mit Gaming-PCs

    Goldgräberstimmung: Derzeit explodieren die Kurse verschiedener Krypto-Währungen und Grafikkarten der Serien AMD Radeon RX 470/480 und RX 570/580 werden knapp. Wir haben eine Anleitung zum Schürfen mit dem Desktop-PC zusammengestellt.

  3. Wer erhält das Bundesverdienstkreuz?

    Weshalb die Initiatorin der Klage gegen das Handelsabkommen CETA nach Ansicht von Schwarz-Gelb in NRW nicht ausgezeichnet werden soll

  4. Paydirekt: Datenschützer prüfen "Komfortregistrierung" bei den Sparkassen

    Paydirekt

    Paydirekt muss mehr Nutzer gewinnen, um Paypal die Stirn bieten zu können. Die Sparkassen wollten da mit einer schnelleren Registrierung über eine AGB-Änderung nachhelfen; für die interessieren sich nun auch Landesdatenschutzbehörden.

Anzeige