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Volker Briegleb 95

Pokémon Go: "Die schlechteste Vorhersage aller Zeiten"

Pokemon Go: "Die schlechteste Voraussage aller Zeiten"

John Hanke erzählt auf dem MWC über die gröbste Fehleinschätzung seiner Karriere. Die rote Linie markiert die "Worst Case"-Erwartung.

Bild: heise online

John Hanke erzählt auf dem MWC, wie sie sich beim Start von Pokémon Go ein bisschen verrechnet haben. Auch für Fans des Vorgängerspiels Ingress hat der Niantic-CEO ein paar Neuigkeiten.

Angefangen hat es mit einer massiven Fehleinschätzung. Als Niantic Labs im Sommer 2016 das neue Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go startete, war das Unternehmen gut vorbereitet. Das dachten zumindest alle Beteiligten. Doch dann wurden sie von Heerscharen Pokemon-Jägern schlicht überrannt, die Server knickten unter dem Ansturm ein. Die vorherigen Berechnungen: Für die Tonne. "Das war die schlechteste Vorhersage aller Zeiten", sagte Niantic-CEO John Hanke am Dienstagabend auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona.

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Bei der Vorbereitung für Pokémon Go konnte Niantic auf die Erfahrungen mit Ingress zurückgreifen. Das 2012 gestartete AR-Spiel mit Science-Fiction- und Mystery-Themen bildet die Basis für Pokémon Go. Mit Ingress hatte Niantic die Zielgruppe der Gamer im Visier. "Doch wir waren überrascht, dass Ingress über diese Gruppe hinaus funktioniert hat", sagte Hanke. Überall spielten Menschen Ingress, selbst in entlegenen Regionen in Sibirien waren Agenten unterwegs, um Portale zu erobern.

Dank Augmented Reality können die Spieler "mal rausgehen und sich mit anderen Spielern treffen", erklärte Hanke. Zum Beispiel auf den zahlreichen Ingress-Events, die Niantic auf der ganzen Welt veranstaltet. Bei "Aegis Nova" in Tokio kamen im vergangenen Jahr über 10.000 Spieler zusammen. Ingress wird inzwischen in 200 Ländern gespielt, die Android App wurde über 20 Millionen Mal heruntergeladen. Ingress-Spieler haben seit 2012 weltweit 344 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Auf dem Messegelände sind spezielle Poke-Stops verteilt, die es nur während des MWC gibt.
Auf dem Messegelände sind spezielle Poke-Stops verteilt, die es nur während des MWC gibt. (Bild: heise online)

"Mit diesen Erfahrungen haben wir uns an unser nächstes Projekt gemacht", sagte Hanke. Die Menschen haben Pokémon Go ebenso positiv angenommen wie Ingress, "nur in einem viel größeren Maßstab". Über 650 Millionen Mal wurde die Pokémon-Go-App seit vergangenem Sommer heruntergeladen. Bisher haben die Menschen 8,7 Milliarden Kilometer auf der Jagd nach Pokémons zurückgelegt, sagte der Niantic-Chef. Dabei haben die Spieler 88 Milliarden Pokémons gefangen. "Aber keine Sorge, es gibt noch viel mehr", sagte Hanke.

Für die Netzbetreiber auf dem MWC ist eine andere Zahl interessant, die Hanke mitgebracht hat: Pokemón Go hat bisher einen Datenumsatz von stolzen 44.600 Terabyte. Ein so erfolgreiches AR-Spiel lässt sich auch gut für die Kundenbindung einsetzen. Deshalb ist Hanke auf dem MWC: Für die Nutzer ist Pokémon Go zwar kostenlos, für Niantic ist es ein Geschäft.

So können Unternehmen eigene Poké-Stops errichten und das Spiel zur Kundenbindung nutzen. Das machen etwa die Netzbetreiber Sprint und Reliance Jio schon. Insgesamt gibt es 35.000 solcher Orte, an denen 500 Millionen Spieler gezählt wurden sagte Hanke. In den USA ist auch Starbucks beim Pokémon-Hype dabei: Für Spieler gibt es einen speziellen "Pokémon Frappuccino".

Niantic will AR-Spiele weiterentwickeln und hat dafür auch ein paar Wünsche an die Netzbetreiber: Bessere Ortung und Abrechnung von Transaktionen über die Netzbetreiber. Unterdessen arbeitet Niantic neben der Weiterentwicklung von Pokémon Go an neuen AR-Spielen. Und auch für Ingress-Fans hat Hanke eine gute Nachricht: Im Laufe des Jahres soll eine neue Version des Spiels herauskommen. (vbr)

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