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Andreas Wilkens 115

Ozonschicht wird nicht überall dicker, schrumpft zum Teil weiter

Ozonschicht wird nicht überall dicker, schrumpft zum Teil doch weiter

Die NASA stellt dar, wie es mit der Ozon-Konzentration ohne das Montreal-Protokoll beschaffen gewesen wäre.

Bild: nasa.gov

Die Ozonschicht der Erde, die vor der UV-Strahlung der Sonne schützt, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erholt. Allerdings zeigt sich in den niedrigeren Breitengraden ein Problem.

Die Ozonschicht der Erde erholt sich – aber nicht überall. Die Schicht, die die Erde vor den krebserregenden UV-Strahlen der Sonne schützt, wird an den Polen zwar wieder dicker, nicht aber in tieferen Breitengraden, berichten Forscher im Fachblatt Atmospheric Chemistry and Physics (DOI 10.5194/acp-18-1379-2018). Dort schrumpfe die Ozonkonzentration in der unteren Stratosphäre weiter. Warum, wissen die Experten noch nicht.

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"Das Ozon in der Stratosphäre erholt sich offenbar nicht zwischen den 60. Breitengraden Nord und Süd", schreiben die Forscher. Das schließt große Teile der Welt mit ein – auch beispielsweise Deutschland. Die Folgen könnten den Forschern zufolge schlimmer sein als die Konsequenzen durch dünne Ozonschichten an den Polen. Zum einen, weil die UV-Strahlung in mittleren Breiten höher sei als an den Polen und zu anderen, weil dort mehr Menschen lebten.

"Das ist verblüffend und besorgniserregend", sagt der Leiter der Atmosphärenforschung am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, Markus Rex, der an der Studie nicht beteiligt war. Forscher hätten sich zuletzt ein bisschen zurückgelehnt, "um der Ozonschicht bei der Erholung zuzusehen."

Der Abbau der Ozonschicht durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) war in den 1980er-Jahren eines der drängendsten globalen Umweltprobleme. Im September 1987 unterzeichneten 24 Staaten und die Europäische Gemeinschaft das Montrealer Protokoll. Es leitete den verpflichtenden Ausstieg aus den FCKW ein. Der Ausstieg sei weitestgehend abgeschlossen, trotzdem stellen die teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW), die die FCKW vor allem als Kältemittel in der Klima- und Kältetechnik bis heute ersetzen, ein Problem für das Klima dar, schilderte voriges Jahr das Umweltbundesamt.

Die Schädigung der Ozonschicht durch FCKW beschrieben 1974 Mario Molina und Sherwood Rowland, zwei Forscher der Universität von Kalifornien in Irvine; 1994 erhielten sie dafür zusammen mit Paul Crutzen den Nobelpreis für Chemie. Ende der 1970er Jahre bestätigten Messungen über der Antarktis, dass diese Schicht in der Stratosphäre tatsächlich vor allem im September und Oktober massiv ausdünnte – das Ozonloch hielt Einzug in Forschung und Medien. (mit Material der dpa) / (anw)

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