Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

69

Online-Werbung: EU-Wettbewerbshüter nehmen sich Googles Kerngeschäft vor

Google

Bild: dpa, Lukas Schulze/Archiv

Die EU-Kommission dehnt ihr Wettbewerbsverfahren gegen Google auf das Werbegeschäft aus und erweitert ihre Vorwürfe beim Preisvergleich. Auch bei Android bleibt Brüssel am Ball.

Die EU-Kartellwächter verschärfen ihr Vorgehen gegen Google und werfen dem Internet-Riesen erstmals auch unfairen Wettbewerb in seinem Kerngeschäft vor. Unter anderem schränke der Konzern die Möglichkeiten von Unternehmen ein, auf ihren Websites Suchmaschinenwerbung von Googles Wettbewerbern anzuzeigen, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag und bestätigte damit entsprechende Berichte. Zusätzlich weitete die Brüsseler Behörde die Vorwürfe im Wettbewerbsverfahren zur Shopping-Suche aus.

Manipulation der Suchergebnisse

"Wir glauben, dass das Vorgehen von Google den Verbrauchern geschadet hat, weil sie die Suchergebnisse angezeigt bekommen, die Google ihnen zeigen will und nicht unbedingt diejenigen, die relevanter sind", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Brüssel. Google In den Suchergebnissen schiebe Google seine eigenen Dienste "sehr, sehr, sehr oft" nach oben.

Das Werbegeschäft beobachten die Brüsseler Kartellwächter schon seit Jahren. Google wies die Vorwürfe wettbewerbswidrigen Verhaltens stets zurück. Am Donnerstag erklärte der Konzern in einer ersten Reaktion: "Wir glauben, dass unsere Innovationen und Produkt-Verbesserungen die Auswahl für europäische Verbraucher vergrößert und den Wettbewerb vorangebracht haben." Man werde die Vorwürfe der Kommission nun prüfen.

Werbung ist der Umsatzbringer

Rund 90 Prozent der Google-Umsätze von 74,5 Milliarden Dollar kamen im vergangenen Jahr aus dem Geschäft mit Online-Werbung. Dabei bringen Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche nach wie vor das meiste Geld ein. Beim neuen Dachkonzern Alphabet steuerten alle anderen Geschäftsbereiche neben Google nur knapp 450 Millionen Dollar Umsatz bei. Es geht somit um den Kern des Geschäfts des gesamten Konzern.

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass einige Kunden Google eine Mindestzahl von Suchmaschinenanzeigen abnehmen und dafür auf ihren Websites den am besten sichtbaren Platz reservieren müssten. Außerdem dürfe konkurrierende Suchmaschinenwerbung weder über noch neben Googles Suchmaschinen-Anzeigen platziert werden, erklärte die Kommission. Der Konzern hat nun zehn Wochen Zeit für eine Stellungnahme.

Shopping und Android

Die Online-Werbung ist der dritte Bereich, in dem die Kommission Google unfairen Wettbewerb vorwirft und Änderungen fordert. In dem Verfahren geht es darüber hinaus noch um die Shopping-Angebote und das weltweit dominierende Smartphone-Betriebssystem Android. Zu den Shopping-Diensten hieß es jetzt, google seien weitere Beweismittel und Daten übermittelt worden, die die Vorwürfe der Kommission untermauerten.

Bei Android kritisiert die Kommission unter anderem, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns zwingend auch die Google-Suche und den Web-Browser Google Chrome vorinstallieren müssten. Außerdem biete der Konzern Herstellern und Mobilfunk-Betreibern finanzielle Anreize dafür, dass sie ausschließlich die Google-Suche auf den Geräten vorinstallierten.

Vestager betonte, die Kommission gehe auch weiterhin Vorwürfen von Wettbewerbern in Bereichen wie die Reisesuche und Suche nach lokalen Geschäften sowie Kritik von Medienverlagen nach. Bei EU-Wettbewerbsverfahren drohen in letzter Konsequenz Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. (Mit Material der dpa) / (vbr)

69 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Google weist Wettbewerbsvorwürfe der EU-Kommission um Android zurück

    Google weist Wettbewerbsvorwürfe der EU-Kommission um Android zurück

    Die EU-Kommission wirft Google in drei Verfahren Wettbewerbsverstöße vor. Der Internet-Konzern bestreitet bisher in allen Fällen, die Konkurrenz zu behindern – so jetzt auch beim dominierenden Smartphone-System Android.

  2. BT unterstützt Google im EU-Wettbewerbsverfahren – aus Furcht vor Apples Macht

    Bericht: BT unterstützt Google im EU-Wettbewerbsverfahren – aus Furcht vor Apples Macht

    Der britische Telekommunikationsriese, dem der größte europäische 4G-Anbieter gehört, hat sich in einem Brief dafür eingesetzt, dass Google nicht weiter durch die EU-Kommission verfolgt wird – offenbar, um Apples Macht nicht zu stärken.

  3. Brüssel gibt Google mehr Zeit im Verfahren um Online-Werbung

    Google

    Im Wettbewerbsverfahren um Online-Werbung bekommt Google von der EU-Kommission etwas mehr Zeit für seine Stellungnahme. Google hatte um die Fristverlängerung gebeten, die dem US-Unternehmen nun eingeräumt wurde.

  4. EU-Kommission nimmt offenbar auch Googles Kerngeschäft ins Visier

    Google

    Im Kartellverfahren der Europäischen Kommission steht offenbar der nächste Schritt bevor. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass die EU-Kommission Schritte eingeleitet hat, um Vorwürfe gegen Googles Werbegeschäft zu veröffentlichen.

  1. Google weiß, was Kunden mit Kreditkarten in Geschäften kaufen

    Der Konzern wird noch mehr zur Datenkrake und will das Klicken auf Online-Werbung mit Käufen in Geschäften verknüpfen

  2. EU-Kommission straft die Steuerdeals ihres Präsidenten ab

    Starbucks und Fiat müssen für die auch vom jetzigen Kommissionspräsidenten Juncker gewährten illegalen Steuerdeals Millionen nachzahlen

  3. Buchungskosten: Ihre Daten sind der Lufthansa teuer

    Ihre Daten sind der Lufthansa teuer

    16 Euro Aufschlag für Buchungen die nicht direkt bei der Lufthansa-Group erfolgen – dagegen laufen Reisebüros und Großkunden Sturm. Der Kranich will aber nicht nur die 16 Euro, sondern auch Ihre Daten. Damit kann er Sie nämlich besser melken.

  1. macOS High Sierra blockiert Kernel-Extensions von Dritt-Anbietern

    Kernel Extension blockiert

    Um macOS besser abzusichern, blockiert die kommende Version des Mac-Betriebssystems Systemerweiterungen von Dritt-Entwicklern generell. Die Kernel Extensions erfordern dann Freigabe durch den Nutzer.

  2. Das ungekürzte Originalvideo "2 Girls 1 Cup" und andere schöne Filme

    YouTube und Co. - unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

  3. Trumps Mauer soll sich mit Sonnenenergie selbst finanzieren

    Experten stellen Rentabilität infrage

  4. App Store: Apple räumt angeblich hunderttausende Titel ab

    App Store

    Wegen Verletzung der App-Review-Regeln wurden Klon- und Spam-Anwendungen aus dem Laden genommen, heißt es in einem Bericht. Betroffen sollen auch Apps sein, die von kommerziellen Template-Diensten stammen.

Anzeige