Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Andreas Wilkens 100

Nach WannaCry: Deutscher Ärztetag warnt vor Risiken in einem totalvernetzten Gesundheitswesen

Nach WannaCry: Deutscher Ärztetag warnt vor Risiken einem totalvernetzten Gesundheitswesen

Bild: dpa

Patientendaten zentral in der Cloud zu speichern ist zu riskant, meint der Deutsche Ärztetag. Besser sei eine "moderne und dezentrale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation im Gesundheitswesen unter höchsten Datenschutzkriterien".

Der im Hinblick auf den Datenschutz ohnehin schon kritische Deutsche Ärztetag hat nach der WannaCry-Epidemie vor einer Totalvernetzung in der Medizin gewarnt. Cyberangriffe auf Kliniken und Praxen gefährdeten die Sicherheit der Patienten, heißt es in einer Mitteilung. Die Medizindaten der Bürger sollten geschützt werden, indem sie dezentral bei den Ärzten und Patienten gespeichert werden und nicht zentral in der Cloud.

Schweigepflicht verpflichtet zum Datenschutz

"Patientendaten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Daher fühlen wir Ärzte uns in besonderem Maße dafür verantwortlich, für ihren Schutz einzutreten", sagte Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft in Freiburg.

Der Kryptotrojaner WannaCry trat vor knapp zwei Wochen unter anderem zuerst dadurch in Erscheinung, dass in England zahlreiche Krankenhäuser lahmgelegt wurden. Dabei wurden offenbar keine Daten abgegriffen, allgemein wurde aber deutlich, wie anfällig die dortige IT ist.

Kritik an der elektronischen Gesundheitskarte

Der Deutsche Ärztetag drängt nun auf eine "moderne und dezentrale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation im Gesundheitswesen unter höchsten Datenschutzkriterien". Auch fordert der Ärztetag, den ab 1. Juli 2017 geplanten Online-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) so lange auszusetzen, bis nachgewiesen ist, dass die Abläufe in Arztpraxen und Klinken nicht gestört werden und dass der Datenschutz gewährleistet ist.

Bislang lägen keine Ergebnisse von Tests des Versichertenstammdatenmanagements mit der eGK vor, heißt es in der Mitteilung. Dennoch müssten sich die Arztpraxen laut E-Health-Gesetz an die Telematikinfrastruktur der Krankenkassen anschließen. Andernfalls drohten ihnen finanzielle Sanktionen. Auch wurde kritisiert, dass die Krankenkassen bei Ausgabe der Versichertenkarten nicht geprüft hätten, ob Foto, Daten und Person übereinstimmen. (anw)

100 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Wirtschaftsministerin will Digitalisierung im Gesundheitswesen anschieben

    Wirtschaftsministerin will Digitalisierung im Gesundheitswesen anschieben

    Für Brigitte Zypries ist das Gesundheitswesen noch nicht ausreichend digitalisiert. Das will sie ändern, auch damit Start-ups in diesem Bereich einen besseren Zugang bekommen.

  2. Gematik: Elektronische Gesundheitskarte kann mobil genutzt werden – aber sehr umständlich

    Gematik: Elektronische Gesundheitskarte kann mobil genutzt werden – aber sehr umständlich

    Auf der Medizin-IT-Messe ConHIT wird über die mobile Zukunft der elektronischen Gesundheitskarte diskutiert, nachdem ein Prüfbericht der Gematik dazu vorliegt.

  3. Elektronische Gesundheitskarte: Kommt nach der Wahl das Aus?

    Massive Zweifel an Zukunft der Gesundheitskarte

    Die elektronische Gesundheitskarte sollte Milliarden einsparen und Menschenleben retten. Doch mehr als elf Jahre nach dem Start ist nichts davon verwirklicht. Nun mehren sich die Zweifel, ob die Karte jemals das halten wird, was sie versprach.

  4. Elektronische Gesundheitskarte: Notfalldaten-Erprobung abgeschlossen

    Elektronische Gesundheitskarte: Notfalldaten-Erprobung abgeschlossen

    Beim "Notfalldatenmanagement-Sprint" haben 38 Ärzte im Münsterland 2598 Notfalldatensätze von Patienten angelegt und ausgedruckt.

  1. Innere Medizin: Zu fast 90 Prozent unterschiedliche Diagnosen von Ärzten

    Der Vergleich von zwei aufeinanderfolgenden Diagnosen eines Patienten verweist auf die prekäre Lage des medizinischen Wissens

  2. Seelenfrieden für Krebspatienten

    Seelenfrieden für Krebspatienten

    Mit einem Bluttest lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen, ob Patienten wirklich von Darmkrebs geheilt sind oder nicht. Analysten sehen einen lukrativen neuen Markt entstehen.

  3. EU plant zentrale Asylbehörde

    Die Flüchtlingspolitik soll radikal reformiert werden. Die Frage nach der Verteilung der Asylsuchenden an die Mitgliedsländer bleibt der heikle Punkt

  1. Atommülllager: Bohrung in der Asse wegen erhöhter Radioaktivität gestoppt

    Atommüllager: Bohrung in der Asse wegen erhöhter Radioaktivität gestoppt

    Im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel wurde eine Bohrung zur Erkundung einer Kammer abgebrochen, in der Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen lagern.

  2. VHD-Boot: Windows Update demoliert Aktivierung

    VHD-Boot: Windows Update demoliert Aktivierung

    In einer sehr speziellen Situation schafft es die Windows-Update-Funktion, die Aktivierung von Windows 10 so zu demolieren, dass sie nicht wiederherstellbar ist.

  3. Apple Watch Series 2: Abverkauf bei Nike

    Apple Watch Nike+

    Nike hat den Preis der Computer-Uhr erheblich gesenkt. Der Sportartikelhersteller stellt sich damit wohl auf die erwartete Einführung der Apple Watch 3 ein.

  4. Kunstfleisch-Burger: Mission Impossible?

    US-Behörde findet zumindest geheime Zutat des Trend-Bratlings ziemlich unmöglich

Anzeige