Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Volker Briegleb 177

Nach Millionen-Strafe: Bossland stellt Vertrieb von WoW-Cheat ein

Nach Millionen-Strafe: Bossland stellt Vertrieb von WoW-Cheat ein

Am Boden: Bossland lenkt gegenüber Blizzard ein.

Bild: Blizzard

Die von einem US-Gericht verhängte Strafe von 8,6 Millionen US-Dollar will Bossland nicht bezahlen – doch den Vertrieb einiger Bots stellt das Zwickauer Unternehmen sicherheitshalber ein.

Die Cheat-Schmiede Bossland lenkt im Streit mit US-Spielhersteller Blizzard ein. Das Zwickauer Softwareunternehmen stellt den Vertrieb seines Farming-Bots für den Blizzard-Titel “World of Warcraft” sowie weitere Cheat-Programme ein. Neben dem “Honorbuddy” für WoW kommt das Aus auch für Buddywing (für “Star Wars: The Old Republic”), Hearthbuddy (für “Hearthstone”) und Lazymon (für “Pokémon Go”), teilte Bossland am Wochenende in seinem Nutzerforum mit.

Anzeige

Für Bestandskunden sollen die Dienste der betroffenen Bots noch bis Ende des Jahres verfügbar sein, heißt es weiter. Demonbuddy (für “Diablo 3”) und Exilebuddy (für “Path of Exile”) sollen bis auf Weiteres verfügbar bleiben. Über das Schicksal weitere Programme werde noch entschieden. Darüber hinaus kündigte Bossland Änderungen am Forum und die Schließung des Online-Stores an.

Bossland liegt schon seit Jahren mit Blizzard im Clinch. Der US-Spielehersteller hatte im Sommer 2012 eine Einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb eines Diablo-Bots von Bossland erwirkt. Zuletzt hat ein US-Gericht den deutschen Softwareanbieter zu Strafe und Schadensersatz in Höhe von knapp 8,6 Millionen US-Dollar verurteilt. Bossland will das nicht bezahlen und argumentiert unter anderem damit, das US-Gericht sei nicht zuständig.

Blizzard ist der Ansicht, dass Spieler mit den von Bossland angebotenen Programmen einen unfairen Vorteil verschaffen. Der Spielehersteller untersagt den Einsatz von solchen Hilfsmitteln in den Nutzungsbedingungen seiner Online-Spielplattform Battle.net. “Wir waren immer der Meinung, dass wir niemandem einen Vorteil verschaffen, sondern Spielern mit weniger Zeit als andere ermöglichen, das Spiel zu genießen”, hält Bossland dem entgegen.

Bossland wirft Blizzard auch vor, mit seinen Gegenmaßnahmen die Privatsphäre der Spieler zu verletzen. “Während WoW läuft, überprüft das Spiel andauernd den Computer des Nutzers und meldet zurück, welche Anwendungen noch laufen”, heißt es in dem Bossland-Beitrag weiter. Das gehe stellenweise sogar so weit, dass die Titel der auf dem Rechner geöffneten Fenster zurückgemeldet würden. (vbr)

177 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Zwickauer Cheater-Firma Bossland verliert gegen Blizzard: 8,6 Millionen US-Dollar Strafe

    Zwickauer Cheater-Firma Bossland verliert gegen Blizzard: 8,6 Millionen US-Dollar Strafe

    Die Firma Bossland ist aufgrund von Urheberrechtsverletzungen durch selbst entwickelte Cheat-Programme zu einer Strafe von rund 8,6 Millionen US-Dollar verurteilt worden.

  2. Blizzard gegen Bossland: Cheat-Entwickler will Schadensersatz nicht zahlen

    Activision Blizzard

    Zwischen dem US-Spiele-Publisher Blizzard und dem deutschen Cheat-Entwickler Bossland kracht es seit Jahren. Ende März wurde Bossland von einem kalifornischen Gericht zu Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt. Zahlen will der Chef aber nicht.

  3. Kampf gegen Betrüger: Cheats vergiften die Computerspiele-Welt

    Kampf gegen Betrüger: Cheats vergiften die Computerspiele-Welt

    Betrüger gibt es überall, auch in der Welt der Videospiele. Durch Cheats verschaffen sich manche Spieler unfaire Vorteile, sehr zum Leidwesen anderer. Der Kampf gegen Cheater gleicht einem ewigen Wettrüsten.

  4. Neuer Name für Battle.net: Blizzards halbe Rolle rückwärts

    Activision Blizzard

    Die zentrale Online-Plattform des Spiele-Riesen soll nun doch keinen ganz neuen Namen mehr bekommen. Es bleibt fast alles beim alten, aber auch Blizzard bekommt seinen Wunsch.

  1. Können die Wahlen in den USA manipuliert werden?

    Der US-Wahlkampf, Verschwörungstheorien und Wahlgerechtigkeit

  2. Sieg ohne Wert gegen die Schattenbibliotheken?

    Elsevier wird Schadensersatz in Höhe von 15 Millionen US-Dollar zugesprochen

  3. Irak: Regierung will in 200 Tagen 1,5 Millionen Geflüchtete nach Mosul umsiedeln

    Der Wiederaufbau der großflächig verwüsteten Stadt kann nach Schätzungen der irakischen Regierung zwischen 50 und 100 Milliarden US-Dollar kosten

  1. Kommentar: Firefox ist wieder cool

    Kommentar: Firefox ist wieder cool

    Mit großem Tamtam hat Mozilla Firefox Quantum veröffentlicht. Ein längst überfälliges Update: Endlich kann es der Browser mit seinem ärgsten Rivalen aufnehmen. (Nicht nur) Chrome-Nutzer sollten einen Blick riskieren und Firefox eine (zweite) Chance geben.

  2. Zweibeiniger Roboter Atlas schafft Salto rückwärts

    Mann schmeißt Atlas um

    Eine neue Version des aufrecht gehenden Roboters Atlas zeigt akrobatische Talente: Kisten sind kein Hindernis mehr, und sogar ein Salto aus dem Stand gelingt – meistens jedenfalls.

Anzeige