Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.733.931 Produkten

Martin Holland 119

NSA-Skandal: Russland verlängert Edward Snowdens Asyl um zwei Jahre

NSA-Skandal: Russland verlängert Edward Snowdens Asyl um zwei Jahre

Snowden bei einer Liveschaltung

Bild: dpa, Christian Charisius/Archiv

Der NSA-Whistleblower Edward Snowden darf weitere zwei Jahre in Russland bleiben und sich damit dem Zugriff der US-Behörden entziehen. Der Vorschlag, er könne als "Antrittsgeschenk" für Trump ausgeliefert werden, wies Moskau harsch zurück.

Das russische Außenministerium hat die Aufenthaltsgenehmigung des ehemaligen NSA-Mitarbeiters und Whistleblowers Edward Snowden um weitere zwei Jahre verlängert. Das berichten russische Medien unter Berufung auf die Sprecherin des russischen Außenministeriums, die die Verlängerung auf Facebook verkündet hat. Damit reagierte sie auch auf einen Text des ehemaligen leitenden CIA-Angestellten Michael Morell, der eine mögliche Auslieferung von Edward Snowden als "perfektes Geschenk zur Amtseinführung" Donald Trumps bezeichnet hatte. Das bezeichnete Maria Zakharova als "unmenschlich".

Anzeige

Edward Snowden hatte 2013 die umfassenden Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA und von dessen Partnern in der westlichen Welt enthüllt. Seit Juni 2013 lebt er an einem geheimen Ort in Moskau, mischt sich aber über Twitter und Auftritte per Video-Schaltung in aktuelle Debatten nicht nur zur Überwachung ein. Die US-amerikanische Forderung nach seiner Auslieferung hat Russland bislang immer abgelehnt und das Asyl stattdessen in der Zwischenzeit verlängert. Die aktuelle Entscheidung soll wohl deutlich machen, dass daran auch der Wechsel des US-Präsidenten nichts ändern werde.

Snowden hatte US-Präsident Obama per Twitter zuletzt für die drastische Milderung der Strafe von Chelsea Manning gedankt. Das Weiße Haus hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, dass es eine ähnliche Entscheidung für Snowden nicht geben könne, da der für seine Enthüllungen nie vor einem US-Gericht gestanden habe. Der hatte das immer abgelehnt, da in seinem Fall ein Anti-Spionage-Gesetz aus dem Jahr 1917 zur Anwendung kommen würde und er keinen fairen Prozess erwarte.

[Update 18.01.2017 – 15:00 Uhr] Inzwischen meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Snowdens Anwalt, dass die Aufenthaltsgenehmigung sogar um drei Jahre verlängert wurde. Er könne außerdem die russische Staatsbürgerschaft beantragen. (mho)

119 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Wikileaks-Informantin Chelsea Manning ist frei

    Wikileaks-Informantin Chelsea Manning ist frei

    Nach sieben Jahren in Haft ist die Wikileaks-Quelle Chelsea Manning am Mittwoch frei gekommen. Sie hatte Dokumenten zu Verfehlungen des US-Militärs weitergegeben und war dafür zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Barack Obama hatte die Strafe reduziert.

  2. Wikileaks: USA bereiten angeblich Anklage gegen Julian Assange vor

    Wikileaks: USA bereiten angeblich Anklage gegen Julian Assange vor

    Nach jahrelangen Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer soll das US-Justizministerium nun einen Weg gefunden haben, Assange anzuklagen.

  3. Russland soll dank Kaspersky-Software NSA-Dokumente an sich gebracht haben

    Kaspersky

    Ein NSA-Angesteller soll 2015 Dokumente mit nach Hause genommen haben, um dort daran zu arbeiten. Auf dem Rechner seien sie von der Kaspersky-Software entdeckt und der ins Visier des Kremls geraten. Das berichtet das "Wall Street Journal" – ohne Belege.

  4. TrumpiLeaks: Filmemacher Michael Moore will Whistleblower locken

    TrumpiLeaks: Filmemacher Michael Moore will Whistleblower schützen

    Einen Tag nach der Verhaftung einer jungen US-Amerikanerin wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat ist ein neues Angebot eingerichtet, das Whistleblower schützen soll. Der Regisseur Michael Moore will damit Interna aus dem Weißen Haus sammeln.

  1. Erwägt Moskau Snowdens Auslieferung als Geschenk an Trump?

    Leaks aus US-Geheimdiensten suggerieren diese Möglichkeit, die aber eher unwahrscheinlich ist

  2. Obama erklärt Strafverkürzung für Manning mit Verhältnismäßigkeit

    Assange wartet ab - Snowdens Aufenthaltserlaubnis in Russland verlängert

  3. Die vergessene Whistleblowerin Chelsea Manning

    Ihr Selbstmordversuch und ihre verschärften Haftbedingungen wurden in Deutschland kaum wahrgenommen

  1. Vorstellung: Ford Ka+ Facelift

    Ford Ka+

    Nach nur anderthalb Jahren wird der pragmatische Ford Ka+ überarbeitet, bleibt sich im Kern aber treu. Abgesehen von etwas Detailarbeit bringt das Facelift vor allem Neuerungen bei Infotainment und Motoren, wobei Ford sich an einem Punkt viel Zeit lässt - wie die Konkurrenz

  2. Vorstellung: Ford Focus

    Ford Focus

    Ford stellt in London den vierten Focus vor. Der tritt ein schweres Erbe an, war der Vorgänger doch über Jahre das meistproduzierte Auto der Welt. Der Neue hat jedoch gute Chancen, daran anzuknüpfen, denn Ford hat alte Schwächen beseitigt

  3. Infotainment im Test: Mercedes MBUX

    Mercedes

    Autohersteller geizen mit Rechenleistung, davon konnte man bisher von wenigen Ausnahmen abgesehen immer getrost ausgehen. Doch mit dem Infotainment-System in A-Klasse und Sprinter gibt Mercedes jetzt richtig Gas in Sachen Rechenleistung, Entwicklungszeit und Software-Vertrieb

  4. Ausprobiert: Porsche Classic Radio-Navigationssystem

    Porsche, Infotainment

    2010: Porsches erster Versuch einer Infotainment-Einheit für alte Porsches war gut, aber den Kunden nicht gut genug. 2015: Ein neues System soll da abhelfen. Wir fahren bei Porsche vor und probieren kurz aus

Anzeige