Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

870

Mehr Transparenz: ARD legt Kosten und Gehälter im Internet offen

«Tagesschau»-App erneut vor Gericht

Für Ihre Sportmoderatoren nimmt die ARD nicht wenig Geld in die Hand.

Bild: ARD

Was passiert eigentlich mit dem Rundfunkbeitrag? Die ARD veröffentlicht inzwischen auf ihrer Website Details zu ihren Ausgaben. Dazu gehören die Gehälter aller Intendanten.

Die ARD setzt beim Thema Kosten verstärkt auf Transparenz. Auf der ARD-Website sind nun eine Reihe von Details nachzulesen, wofür das Geld aus den Etats aller ARD-Sender von jährlich rund 5,6 Milliarden Euro ausgegeben wird. Die in diesem Monat erstmals veröffentlichten Angaben sollen künftig regelmäßig aktualisiert werden, sagte ein ARD-Sprecher am Mittwoch. Ein Teil der Zahlen war auch vorher schon online einzusehen, wenn auch in weniger übersichtlicher Form.

Zu den neuen Daten gehören die Ausgaben für Sport-Moderatoren und -Experten. Während der Fußball-Europameisterschaft im Sommer 2016 hatte es eine Debatte darüber gegeben, wie viel Honorar Sportexperten wie Mehmet Scholl bei der ARD oder Oliver Kahn beim ZDF bekommen.

1,88 Millionen Euro für 21 Sportmoderatoren

Auf der Website ist nun nachzulesen, dass die ARD in der Saison 2015/2016 an 21 Sportmoderatoren im Ersten insgesamt 1,88 Millionen Euro gezahlt hat. An 8 Experten gingen im gleichen Zeitraum 1,2 Millionen Euro. Details, welcher Sportexperte wie viel bekommen hat, finden sich dort nicht. Das sei aus rechtlichen Gründen auch künftig nicht ohne weiteres möglich, erklärte der ARD-Sprecher.

Die ARD hatte bereits 2016 den Verfassungsrechtler Paul Kirchhof mit einem Gutachten dazu beauftragt, wie viel Transparenz die ARD in solchen Fragen brauche und was sie öffentlich machen dürfe. Die Ergebnisse sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden.

Jahresgehälter der Intendanten

Übersichtlich nebeneinander stehen unter ard.de außerdem die Angaben zu den – großteils schon vorher bekannten – Jahresgehältern aller Intendanten der Landesrundfunkanstalten. Tom Buhrow, an der Spitze des größten ARD-Senders, des Westdeutschen Rundfunks (WDR), bekommt mit 399.000 Euro am meisten.

Die Intendantin des MDR, Karola Wille, die gleichzeitig bis Jahresende ARD-Vorsitzende ist, erhält pro Jahr 275.000 Euro. Die promovierte Juristin hatte bereits zu Beginn ihrer Zeit an der ARD-Spitze angekündigt, dem Thema Transparenz mehr Gewicht beimessen zu wollen. Einige Daten sind derzeit noch nicht online zu finden, sollen aber nachgereicht werden, sagte der ARD-Sprecher. Dazu gehören die Gehälter der ARD-Direktoren.

Das ZDF stellt bereits seit 2013 Informationen zu Gehältern von Führungskräften online, wie ein Sprecher des Senders am Mittwoch erklärte: ZDF-Intendant Thomas Bellut etwa erhielt 2015 Jahresbezüge von 319.920 Euro. Auf der ZDF-Seite lässt sich auch nachlesen, was der ZDF-Justiziar, Chefredakteur und Programmdirektor verdient. Weitere Daten, ähnlich wie bei der ARD, etwa zu Produktionskosten für Serien, gibt es auf dem so genannten Transparenzportal des Senders mit Sitz in Mainz. ARD und ZDF finanzieren sich hauptsächlich über den Rundfunkbeitrag von derzeit 17,50 Euro pro Haushalt im Monat. (dpa) / (axk)

870 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. ARD will digitale Angebote ausbauen – Audio-App geplant

    ARD will digitale Angebote ausbauen – Audio-App geplant

    Der Rundfunkbeitrag wird nicht gesenkt – dafür sollen die öffentlich-rechtlichen Sender sich aber reformieren. Das haben die Ministerpräsidenten der Länder Ende Oktober entschieden. Die ARD-Intendanten haben jetzt darüber beraten, was sich ändern soll.

  2. Rio 2016: Die Olympischen Spiele ohne Fernseher sehen

    Nichts verpassen: Rio 2016 ohne Flimmerkiste

    Wer die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro verfolgen will, und keinen Fernseher zur Verfügung hat, muss trotzdem nichts verpassen.

  3. funk: ARD und ZDF starten Content-Plattform für junge Leute

    funk: ARD und ZDF starten Content-Plattform für junge Leute

    Unter dem Dach der Content-Marke funk spielen ARD und ZDF zahlreiche neue Formate über Facebook, Youtube und Co. aus, die sich an junge Leute richten. Das Budget liegt bei 45 Millionen Euro jährlich.

  4. Countdown für das "Junge Angebot" von ARD und ZDF: "Wir wollen schon anders sein"

    "Wir wollen schon anders sein": Countdown für das "Junge Angebot"

    ARD und ZDF wollen Jugendliche ab Oktober mit einem neuen Angebot im Netz locken. Woran das Team um Florian Hager und Sophie Burkhardt tüftelt, hat mit dem klassischen Fernsehen nicht mehr viel zu tun.

  1. Rundfunkverschlankung: CSU und FDP gegen CDU, SPD, Grüne und Linke

    Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schließt sich Horst Seehofers Vorschlag einer Verringerung der Zahl der öffentlich-rechtlichen Sender an

  2. Hass und Hasskultur

    Das neue massenmediale Phänomen

  3. Mit dem Zweiten sieht man schlechter

    Der Anschlag von Ansbach in den ZDF-Heute-Nachrichten

  1. "Hackintosh": Der mühsame Weg zum maßgeschneiderten Mac

    Apple

    Will man OS X nutzen, muss man MacBook, Mac mini, iMac oder dem veralteten Mac Pro wählen Wer eine andere Hardware-Zusammenstellung oder einen leistungsfähigen Gaming-Mac haben will, schaut in die Röhre – oder bastelt sich einen.

  2. Im Test: Seat Ateca 1.0 TSI

    Seat Ateca

    Der Kompakt-Klasse droht seit einiger zeit heftige Konkurrenz durch ähnlich große SUV. Bei Seat ist die Verwandtschaft zwischen Leon und Ateca unverkennbar. Wie fährt sich das SUV mit dem 115-PS-Basisbenziner? Ein Test

  3. VW Golf Sportsvan Facelift

    VW Golf Sportsvan Facelift

    Mit gut einem Jahr Verzögerung zieht VW im Golf Sportsvan jene Neuerungen nach, die die Golf-Limousine seit dem November 2016 schon bekommen hat. Dazu gehören moderne Infotainmentsysteme und neue Motoren. Gleichzeitig wird das Angebot etwas ausgedünnt

  4. Ist Fotografie grundsätzlich rassistisch?

    Seit Ende August geistert die These durch die Lande, dass Fotografie grundsätzlich rassistisch sei, weil sie für die Wiedergabe heller Hauttöne optimiert wäre

Anzeige