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Mass Effect: Andromeda angespielt – die Suche nach dem neuen Shepard

Mass Effect: Andromeda

Mass Effect: Andromeda ist ein Neuanfang für die beliebte Sci-Fi-Reihe: Es gibt unbekannte Helden und sogar eine neue Galaxie. Inhaltlich bleibt trotzdem viel beim Alten.

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Mass Effect: Andromeda (deutsch) (PC)
Mass Effect: Andromeda (deutsch) (PC) ab € 25,95

Mit "Mass Effect: Andromeda" setzt Bioware seine legendäre Trilogie auf ungewöhnliche Weise fort. Im gleichen Universum, aber in einer fernen Galaxie angesiedelt, verzichtet das Spiel auf einige vertraute Elemente des Originals – aber nicht auf alle. Die Story schneidet ein ganz neues Kapitel im Mass Effect-Universum an. Diesmal geht es nicht um die Reaper und das Ende des Universums. Fernab von der Citadel und Commander Shepard erreicht die "Hyperion" nach 600 Jahren Reise ihr Ziel: die Andromeda-Galaxie. Hier hofft die Menschheit, eine neue Heimat zu finden. Sieben Planeten hat die "Andromeda Initiative" als bewohnbar eingestuft und 20.000 Siedler warten im Kälteschlaf auf ihren Neuanfang.

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Ganz vorne mit dabei: die Familie Ryder. Scott und Sara Ryder sind ihrem Vater Alec auf die lange Reise gefolgt. Als "Pathfinder" ist er der Leiter der Besiedlung, verantwortlich für die Suche nach einer neuen Heimat. Doch die versprochenen "goldenen Welten" erweisen sich als Höllenschlund. Eine riesige Wolke beschädigt die Hyperion, und der anvisierte Siedlungsplanet ist nicht mehr das blühende Paradies, das die Sensoren versprachen. Etwas Schreckliches muss in den sechs Jahrhunderten seit Aufbruch der Crew geschehen sein. Und während einer der Ryder-Zwillinge im Kälteschlaf verbleibt, brechen Vater und Sohn (wahlweise auch Tochter) auf, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Nach einem katastrophalen Erstkontakt mit einer fremden Alien-Spezies übernimmt der junge Scott die Aufgaben des Pathfinders. Und er ist nicht der einzige unerfahrene Leitungsträger. Die gesamte Andromeda Initiative wurde durch eine Meuterei auseinandergerissen. Nach dem Tod der Visionäre versuchen die Überlebenden, das Mammutprojekt noch zu retten. Doch Misstrauen, Egospiele und Sabotage hemmen die Operation. Scott muss Krieger sein und Diplomat, Forscher und Detektiv. Welches Geheimnis verbergen die riesigen Strukturen auf den verwesten Planeten, an denen die aggressiven Aliens so interessiert waren? Wer steckt hinter den Sabotageakten auf dem Siedlungsschiff "Nexus"? Und was wurde aus den drei verschwundenen "Archen", die wie die "Hyperion" Siedler nach Andromeda bringen sollten?

In sehr vielen Punkten gleicht "Andromeda" seinen drei heißgeliebten Vorgängern. Ein raubeiniger Held, vom Schicksal zu einer Aufgabe bestimmt, die ihm niemand zutraut. Zerstrittene Fraktionen, die zum Erreichen des großen Ziels versöhnt werden müssen. Minimissionen, die das facettenreiche Leben des fiktionalen Universums enthüllen. Und farbenfrohe Schießereien gegen Monster und Aliens, bei denen Technik und Psionik zum Einsatz kommen. Trotzdem hat man den Eindruck, dass weniger Wert auf Action als auf Erforschung gelegt wird. In den ersten Stunden Spielzeit war das am meisten benutzte Gerät nicht der Laser, sondern der Scanner. Mit dem altbekannten Multitool rückt Ryder Artefakten, Maschinen und Leichen zu Leib, sammelt Infos über die fremde Flora und gefährliche Fauna, analysiert Monumente und dechiffriert Hieroglyphen. Sicher, zwischenzeitlich tauchen immer maschinelle und biologische Gegner auf, die es abzuwehren gilt. Doch man hat den Eindruck, dass "Andromeda" die Rolle seiner Helden als Kundschafter sehr ernst nimmt.

Die Kämpfe erfolgen nach dem bekannten Muster. Scharfschützen- und Sturmgewehre, Schrotflinten und Pistolen stehen in vielen Varianten zur Auswahl. Die Entwicklung neuer Technologien wird ebenfalls durch Scans ermöglicht. Man lernt von seinen Gegnern und Verbündeten. Technische Unterstützung wie Drohnen und Geschütze können so freigeschaltet werden, und neue psionische Kräfte wie Unsichtbarkeit oder eine hüfthohe Barriere erlauben neue Taktiken. Vor allem aber kommt der Jetpack in Kämpfen zum Einsatz, der Ryder einige Meter in die Luft katapultiert oder ein paar Sekunden schweben lässt. Das Rumhopsen macht großen Spaß, auch wenn man schnell die Orientierung verlieren kann. Die Rückendüsen machen auch die Erkundung des fremden Terrains leichter.

Auch wenn die Planeten in "Andromeda" keine echten "Open Worlds" sind – die Level sind sehr groß und strahlen vor Schönheit. Mit viel Liebe zum Detail sind die geheimnisvollen Welten gezeichnet, die mit unnatürlichen Wetterphänomenen, Chamäleon-Raubtieren und Sandkäfern punkten. Zur Erkundung der Sandwüsten kann der "Nomad" gerufen werden, ein sechsrädriger Nachfahre des Dune Buggy, der mit Allrad und Düsen fast jedes Terrain meistert. Wie in den Vorgängern erkundet das neue Schiff "Tempest" ganze Systeme, um auf den interessantesten aufzusetzen. Nach den ersten beiden Welten freut man sich darauf, was den Entwicklern zu den restlichen Siedlungsräumen eingefallen ist – und wie die "Neue Erde", nach der die Ryders suchen, am Ende aussehen wird.

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Wem das reichhaltige Hauptspiel mit seinen Codices, Lexika, Hintergrundgeschichten und Nebenmissionen zu viel werden sollte, der kann sich in Multiplayer-Gefechten von der Komplexität erholen. Hier treten ganz einfach vier Spieler im Koop gegen Wellen von Gegnern an. Die verwinkelten Level sind gut gestaltet und kleine Aufträge wie Punktnahme oder Datenübermittlung locken die Spieler immer wieder aus der Deckung. Beim Tod kann man noch einige Sekunden von den Kameraden wiederbelebt werden, ansonsten steigt man in der nächsten Welle wieder mit ein. Die Gegner sind sehr abwechslungsreich und reichen von Raubtieren über Telekinetiker bis hin zu gewaltigen Kampfrobotern. Vor allem die Wahl der richtigen Extras ist hier entscheidend. Die Kombination aus Unsichtbarkeit und Schrotflinte ist auf kurze Sicht durchschlagend, aber Schutzbarrieren und Vortex-Projektionen nützen dem ganzen Team.

"Mass Effect: Andromeda" präsentierte sich in den ersten Stunden als grafisch überwältigende Ergänzung der "Mass Effect"-Reihe – die allerdings in vielen Punkten sehr nah bei ihren Vorgängern bleibt. Scott Ryder ist ein jüngerer Commander Shepard, die alten Artefakte erinnern an die Bauten der Protheaner und die fremden Aliens ähneln den "Collectors" aus dem zweiten Teil – nur dass man viel weniger über sie erfährt. Trotzdem wird es Freunden der Reihe einen Heidenspaß machen, wieder in die Mass-Effect-Welt abzutauchen, denn vom Gameplay bis zur Story funktioniert alles. Und vielleicht bringt der neue Forscheransatz sogar noch ganz frische Elemente ins Spiel, die es eigenständig gegenüber der legendären Trilogie machen. In jedem Fall wird sich das Warten gelohnt haben.

Mass Effect: Andromeda kommt am 23. März für PC, PS4 und Xbox One in den Handel. USK: ab 16 Jahren. Für unser Angespielt haben wir einige Stunden auf der Xbox One gespielt. (Stephan Greitemeier) / (dahe)

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