Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

123

Mach's gut Philae: DLR verabschiedet sich von Rosettas Kometen-Lander

Mach's gut Philae: DLR verabschiedet sich von Rosettas Kometen-Lander

Selten hat ein waschmaschinengroßes Labor so viele Menschen in seinen Bann gezogen: Die Mission des Roboters Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko wurde weltweit verfolgt. Jetzt heißt es: Goodbye, Philae!

Der kleine Landeroboter Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko hat seine Mission beendet. Das Mini-Labor wird sich nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wohl nicht mehr melden. "Die Chancen, dass Philae noch einmal Kontakt zu unserem Team im Lander-Kontrollzentrum des DLR aufnimmt, gehen leider gegen Null, und wir senden auch keine Kommandos mehr", erklärte DLR-Projektleiter Stephan Ulamec am Freitag in Köln. Philaes Energie reiche nicht mehr aus und die Elektronik sei zu kalt. Der Roboter geht in den ewigen Winterschlaf über.

Anzeige

Die Landung des waschmaschinengroßen Labors auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko hatte im November 2014 weltweit für Aufsehen gesorgt. Nach zehnjähriger Reise war es von der europäischen Raumsonde Rosetta abgesetzt worden.

Doch eine Harpune zur Verankerung löste nicht aus, Philae hüpfte umher. Schließlich landete er an einer schattigen Stelle – und konnte daher weniger Sonne und damit Energie tanken als geplant. Dank seiner Batterien war es den Wissenschaftlern nach eigenen Angaben dennoch möglich, mehr als 60 Stunden mit ihm zu forschen.

In den vergangenen Monaten hatten die Experten allerdings vergeblich auf Funksignale gewartet. In den nächsten Jahren entfernen sich Komet und Philae immer weiter von der Sonne. "In der Kometennacht kann es jetzt bis unter minus 180 Grad Celsius kalt werden", erläuterte DLR-Kometenforscher Ekkehard Kührt. Der Lander ist nach Angaben des DLR aber nur auf Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius ausgelegt.

Im vergangenen Jahr habe es auch Zeiten gegeben, in denen man nicht verstanden habe, warum Philae keinen Kontakt aufnehme, berichtete Projektleiter Ulamec. Philae meldete sich zwar, aber unregelmäßig und relativ unvorhersagbar. Am 9. Juli 2015 habe er zum letzten Mal Informationen gesendet. Die Ingenieure halten es für möglich, dass Kurzschlüsse an den Sendern der Grund für die Probleme sein könnten.

Das Fazit der Forscher fiel dennoch positiv aus. "Es war nicht nur das erste Mal, dass man jemals mit einem Lander auf einer Kometenoberfläche aufgesetzt hat, wir haben auch faszinierende Daten erhalten, mit denen wir noch viele Jahre arbeiten können", sagte Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR.

Anzeige

Auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt, von wo aus die Raumsonde Rosetta gesteuert wird, zeigte sich zufrieden. "Es war eine Reise ins Unbekannte", sagte Paolo Ferri, Chef des ESA-Flugbetriebs, gegenpber dpa. Natürlich wäre es noch schöner gewesen, hätte Philae mehr Energie zur Verfügung gehabt – das sei aber eher als eine Art Bonus zu betrachten.

Rosetta soll nun versuchen, bis zum Ende ihrer Mission im September letzte Fotos von dem kleinen Roboter zu machen. Dafür müssten aber die Lichtverhältnisse passen, sagte Ferri – man brauche etwas Glück. "Ich wäre traurig, wenn wir ihn physisch nicht mehr sehen würden." (dpa) / (jk)

123 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. ESA-Sonde Rosetta: Überraschend neues allerletztes Foto gefunden

    ESA-Sonde Rosetta: Überraschend allerletztes Foto vor Landung gefunden

    Wissenschaftler haben in den zuletzt von Rosetta übermittelten Daten überraschend noch ein weiteres Foto gefunden. Es zeigt die Landestelle aus gerade einmal rund 20 Metern Entfernung, und zwar noch etwas detaillierter als das vormals letzte Foto.

  2. "Europas Tor zum Weltraum" liegt in Darmstadt: Das ESOC wird 50

    "Europas Tor zum Weltraum" liegt in Darmstadt: Das ESOC wird 50

    Mit so vielen Satelliten wie heute hat die ESA noch nie zu tun gehabt. Ihre Steuerung erfolgt im European Space Operations Centre in Darmstadt, seit 50 Jahren schon. Die technische Entwicklung ist rasant.

  3. ESA bereitet Satellitenstarts vor – Treffen zu Weltraumschrott

    ESA bereitet Satellitenstarts vor: Treffen zu Weltraumschrott

    Das Kontrollzentrum ESOC der europäischen Raumfahrtagentur ESA steuert Satelliten im All. Ein Schwerpunkt soll in diesem Jahr die Beobachtung der Erde sein.

  4. "Fühle mich nicht einsam": Wenn Roboter aus dem Weltall twittern

    "Fühle mich nicht einsam": Wenn Roboter aus dem Weltall twittern

    Ob von Mars, Jupiter oder einem Kometen: Immer mehr Forschungsroboter im Weltall berichten via Twitter von ihren Abenteuern und sammeln Fans. Die Social-Media-Teams haben schon Preise gewonnen – und polieren das Image der Raumfahrtbehörden auf.

  1. Fremdes Leben im Sonnensystem

    Könnte es trotz Säurewolken, infernalischer Hitze, tödlicher Strahlung und extremer Kälte doch Leben in unserer kosmischen Nachbarschaft geben?

  2. Word: "Änderungen nachverfolgen" aktivieren und verwenden

    Wenn du mit dem Korrekturmodus von Word Änderungen in deinem Dokument nachverfolgen möchtest, folge unserer Anleitung.

  3. Neuer alter Top-Kandidat für außerirdisches Leben

    NASA-Astronomen bestätigen mit Hubble-Teleskop Wasserdampf-Fontänen auf Jupitermond Europa. Kein Hinweis auf Leben, aber die große Chance, solches mit einer Orbiter-Mission zu detektieren

  1. iPhone, iPad, Mac & Co im Ausland billiger kaufen

    iPhones, iPads und Macs kosten außerhalb Deutschlands oft viel weniger. Beim Import gibt es allerdings einiges zu beachten – dies gilt auch für Zubehör und Ersatzteile. Wir verraten, wie Sie Schwierigkeiten vermeiden und wo Sie tatsächlich sparen können.

  2. Gehacktes GPS, Fachkräftemangel, Social Engineering: Herausforderungen der Cyber Defence

    Gehacktes GPS, Fachkräftemangel, Social Engineering: Herausforderungen der Cyber Defence

    Was ein James-Bond-Film vor 20 Jahren fiktional vorführte, scheint heute durchaus machbar. Auf der Cyber Defence Conference in Bonn wurde deutlich, welche Sicherheitsherausforderungen im Cyberspace lauern.

  3. 24 Geschenke im Adventskalender von heise Download

    24 Geschenke im Adventskalender von heise Download

    Musik-Tools, Spiele und mehr: heise Download verschenkt bis zum 24.12. viele Gratis-Vollversionen für Windows und Mac. Den Anfang macht ein Video-Konverter, außerdem wird ein Smartphone verlost.

  4. Die Neuerungen von Linux 4.15

    Linux-Kernel 4.15

    Das im Januar erwartete Linux 4.15 beseitigt ein Performance-Problem schneller Netzwerkverbindungen. Ebenfalls neu: Support für eine von Apple entwickelte Thunderbolt-Vernetzungstechnik.

Anzeige