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Martin Holland 698

WTF "Lügenpresse": Teure Saftpresse Juicero kann durch bloße Hände ersetzt werden

Juicero: Teure Saftpresse kann durch bloße Hand ersetzt werden

Was die teure Presse kann, können zwei Hände genauso gut.

Bild: Juicero

Nachdem ein US-Startup für sein Konzept einer 400 US-Dollar teuren Saftpresse viele Millionen von Investoren bekommen hat, wird nun klar, dass Kunden die Presse gar nicht brauchen: Die Saftpackungen können einfach per Hand ausgedrückt werden.

Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Für Investoren klang es wohl sehr verlockend: Juicero will das Nespresso für gesunden Saft werden und damit einen potenziell riesigen Markt erschließen. Für mehrere Hundert US-Dollar sollen Kunden eine ganz spezielle Presse kaufen, die eigens angefertigte Saftpackungen bequem und vollautomatisch ins Glas drückt. Weil Kunden dafür die eigens hergestellten Saftpackungen brauchen, schien ein gutes Geschäftskonzept gesichert. Blöd nur, dass der Juicero dafür überhaupt nicht nötig ist, wie Bloomberg nun festgestellt hat: Die Saftpackungen lassen sich einfach und genauso schnell mit der Hand auspressen.

Saft nur für Käufer der Presse

Wie das Branchenmagazin berichtet, wurden mindestens zwei Investoren nach ihrer Geldspritze darauf aufmerksam, dass der anfangs für 700 US-Dollar und inzwischen für 400 US-Dollar verkaufte Juicero überhaupt nicht nötig ist. Kunden könnten einfach den Saft kaufen und selbst in ihre Gläser drücken. Sonderfunktionen der Saftpresse, wie die automatische Erkennung der Mindesthaltbarkeit, seien ebenfalls unnötig, da die groß auf der Packung stehe. Selbst bei Juicero scheint man das zu wissen, werden die Saftpackungen doch explizit nur an Kunden verkauft, die auch eine der eigenen Pressen gekauft haben.

Das Unternehmen selbst hat sich zu dem Bericht bislang nicht geäußert. Für 400 US-Dollar bietet es auf der eigenen Homepage weiterhin den Juicero an. Der erzeuge immerhin einen Druck von "vier bis fünf Tonnen", wie es der Unternehmensgründer in einem Blogeintrag erläutert – "genug um zwei Teslas zu stemmen". So viel Kraft braucht es aber gar nicht. Es bleibt abzuwarten, wie Kunden damit umgehen, dass sie mehrere Hundert US-Dollar für ein Gerät bezahlen sollen, das sie eigentlich gar nicht brauchen. (mho)

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