Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Martin Holland 698

"Lügenpresse": Teure Saftpresse Juicero kann durch bloße Hände ersetzt werden

Juicero: Teure Saftpresse kann durch bloße Hand ersetzt werden

Was die teure Presse kann, können zwei Hände genauso gut.

Bild: Juicero

Nachdem ein US-Startup für sein Konzept einer 400 US-Dollar teuren Saftpresse viele Millionen von Investoren bekommen hat, wird nun klar, dass Kunden die Presse gar nicht brauchen: Die Saftpackungen können einfach per Hand ausgedrückt werden.

Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Für Investoren klang es wohl sehr verlockend: Juicero will das Nespresso für gesunden Saft werden und damit einen potenziell riesigen Markt erschließen. Für mehrere Hundert US-Dollar sollen Kunden eine ganz spezielle Presse kaufen, die eigens angefertigte Saftpackungen bequem und vollautomatisch ins Glas drückt. Weil Kunden dafür die eigens hergestellten Saftpackungen brauchen, schien ein gutes Geschäftskonzept gesichert. Blöd nur, dass der Juicero dafür überhaupt nicht nötig ist, wie Bloomberg nun festgestellt hat: Die Saftpackungen lassen sich einfach und genauso schnell mit der Hand auspressen.

Anzeige

Wie das Branchenmagazin berichtet, wurden mindestens zwei Investoren nach ihrer Geldspritze darauf aufmerksam, dass der anfangs für 700 US-Dollar und inzwischen für 400 US-Dollar verkaufte Juicero überhaupt nicht nötig ist. Kunden könnten einfach den Saft kaufen und selbst in ihre Gläser drücken. Sonderfunktionen der Saftpresse, wie die automatische Erkennung der Mindesthaltbarkeit, seien ebenfalls unnötig, da die groß auf der Packung stehe. Selbst bei Juicero scheint man das zu wissen, werden die Saftpackungen doch explizit nur an Kunden verkauft, die auch eine der eigenen Pressen gekauft haben.

Das Unternehmen selbst hat sich zu dem Bericht bislang nicht geäußert. Für 400 US-Dollar bietet es auf der eigenen Homepage weiterhin den Juicero an. Der erzeuge immerhin einen Druck von "vier bis fünf Tonnen", wie es der Unternehmensgründer in einem Blogeintrag erläutert – "genug um zwei Teslas zu stemmen". So viel Kraft braucht es aber gar nicht. Es bleibt abzuwarten, wie Kunden damit umgehen, dass sie mehrere Hundert US-Dollar für ein Gerät bezahlen sollen, das sie eigentlich gar nicht brauchen. (mho)

698 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Juicero: Kein Saft mehr

    Juicero: Kein Saft mehr

    Das Startup Juicero mit dem umstrittenen Angebot einer Edel-Saftpresse gibt auf.

  2. Bitcoin-Fonds: Pyramidenspiel statt Hochfrequenzhandel

    Bitcoin

    Tolle Gewinne aus dem Hochfrequenzhandel mit Bitcoins und dann ein Hack, der alles zunichte macht. Diese Story glauben US-Behörden nicht. Sie bezichtigen den Fondsbetreiber der Veruntreuung und haben ihn verklagt.

  3. Wegen Brexit: Sonos erhöht Preise in Großbritannien deutlich

    Sonos

    Seitdem die Briten mehrheitlich für den sogenannten Brexit gestimmt haben, hat ihre Währung gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert verloren. Nun zieht auch der Soundsystem-Hersteller Sonos Konsequenzen und kündigt Preiserhöhungen an.

  4. Produktion in den USA: Apple verteilt erste Gelder

    Produktion in den USA: Apple verteilt erste Gelder

    Mit dem "Advanced Manufacturing Fund" in Höhe von einer Milliarde US-Dollar will Apple-Boss Cook moderne Fabriken in Nordamerika fördern. Ein Glasspezialist bekommt die erste Finanzspritze.

  1. The Codfather

    Behörden-Ermittlungen gewähren einen Einblick in die Geschäftspraktiken einer Ikone der US-Fischereibranche

  2. Industrie 4.0

    Marketingstrategie oder nächste industrielle Revolution?

  3. Apple wird Uber-Konkurrent: Eine Milliarde für chinesischen Rivalen

    Apple investiert in chinesischen Uber-Konkurrent Didi

    Das Fahrdienst-Geschäft in China ist heiß umkämpft. Als großer Investor stärkt Apple dem Marktführer Didi den Rücken im Rennen gegen den US-Anbieter Uber. Geht der iPhone-Konzern neue Wege?

  1. Nach dem Scheitern von "Jamaika": Politisches Neuland

    Sondierungsgespräche: Der FDP reißt der Geduldsfaden, sie lässt die Regierungsbildung scheitern. Deutschland in der Krise

  2. Die Bilder der Woche (KW 45) - Interessantes im Alltäglichen

    Die Bilder der Woche (KW 45) - Interessantes im Alltäglichen

    Gute Bilder brauchen nicht immer spektakläre Foto-Locations Manchmal tut es auch eine Außentreppe, eine U-Bahn-Station oder eine Bahnunterführung.

Anzeige