Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Thorsten Leemhuis 142

Linux-Größen plädieren für ein offeneres Secure Boot

Eine "Windows Verdongelung" durch das von Windows 8 unterstützte UEFI Secure Boot befürchten viele Open-Source-Entwickler – auch wenn Microsoft dies mit Dementies aus der Welt schaffen wollte. Nun hat die Linux Foundation ein Dokument zur Thematik veröffentlicht. Darin zeigen die beiden Autoren des Technical Advisory Board (TAB) der Linux Foundation einige Ansätze zur Implementation von UEFI Secure Boot auf, die den Anwendern der Technik mehr Freiheiten geben sollen. In eine ähnliche Richtung geht von Canonical und Red Hat geschriebenes Whitepaper, dass ebenfalls heute veröffentlicht wurde.

Das Dokument trägt den Titel "Making UEFI Secure Boot Work With Open Platforms" und stammt von James Bottomley, Vorsitzender des TAB und Verwalter des SCSI-Subsystems des Linux-Kernels, sowie von Jonathan Corbet, Kernel-Entwickler und Chefredakteur der angesehenen Linux-News-Webseite LWN.net. Die beiden führen an, dass UEFI Secure Boot durchaus eine die Sicherheit verbessernde Technik ist; Linux und andere Betriebssysteme könnten davon profitieren, wenn die Technik ordentlich in Hardware umgesetzt werde. Sie umreißen, wie solch eine Implementation aussehen müsste, damit sie mit verschiedenen Betriebssystemen zusammenarbeitet, ohne die Rechte der Anwender zu beschneiden.

So sollte die Hardware in einem "Setup Mode" ausgeliefert werden, bei der der Käufer die Kontrolle über den Platform Key hat; der Anwender solle das System später wieder in diesen Modus zurücksetzen können. Bei der Erstinstallation sollen Betriebssysteme den Setup Mode erkennen und eigenständig die Keys installieren, um den Secure Boot per UEFI möglich zu machen. Die Firmware sollte ferner Schnittstellen bieten, um von einem per Secure Boot gestarteten Betriebssystem weitere Keys nachzuinstallieren, damit der Anweder ein zweites Betriebssystem parallel installieren kann. Die Firmware sollte zudem Möglichkeiten zum Betriebssystemstart von Wechseldatenträgern bieten, selbst wenn diese Betriebssysteme nicht signiert sind. Langfristig solle zudem eine von Betriebssystem- und Hardware-Herstellern unabhängige Institution geschaffen werden, welche Schlüssel für Hard- und Software-Hersteller herausgibt.

Das Whitepaper von Canonical und Red Hat "Secure Boot impact on Linux " hat Victor Tuson Palau im Canonical-Blog angekündigt. Auch an diesem Dokument hat Bottomley mitgearbeitet; Mitautoren sind Jeremy Kerr von Canonical und Red-Hat-Mitarbeiter Matthew Garrett, der durch seine Blog-Einträge die Diskussionen um UEFI ins Rollen gebracht hat. Auch dieses Dokument erwähnt den Nutzen von UEFI Secure Boot und führt einige Eigenschaften auf, die gewahrt sein sollten, um Anwender nicht bei der Wahl der Software einzuschränken. Dazu zählt unter anderem die Forderung nach einer Funktion, um Secure Boot komplett zu deaktivieren. Auch dies Dokument fordert Funktionen zum Rekonfigurieren der Schlüssel; es geht aber auch auf Aspekte rund um Secure Boot bei automatischen Betriebssystem-Deployments ein. (thl)

142 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Microsoft verlängert Windows-7-Support für Skylake-PCs bis 2020

    Intel Core i5-6500 "Skylake"

    Das Support-Ende für Windows 7 auf ausgewählten Skylake-Rechner wird verschoben, aber kommende Prozessoren von AMD und Intel will Microsoft weiterhin nur mit Windows 10 unterstützen.

  2. BIOS/UEFI mit Ransomware infiziert

    UEFI mit Ransomware infiziert, US-Wahlcomputer gehackt

    Sicherheitsforscher haben gezeigt, dass sich das BIOS/UEFI eines Computers trotz aktuellem Windows 10 und diversen aktivierten Sicherheitsmechanismen mit einem Erpressungstrojaner infizieren lässt.

  3. AMD Zen: RAM-Verschlüsselung für virtuelle Maschinen

    AMD Secure Memory Encryption (SME) und Secure Encrypted Virtualization (SEV)

    Kommende Opterons mit Zen-Mikroarchitektur für Server können den Hauptspeicher ganz oder teilweise verschlüsseln, um Daten in virtuellen Maschinen zu schützen.

  4. Debian 9 wahrscheinlich ohne UEFI-Secure-Boot-Support

    Debian 9 wahrscheinlich ohne UEFI-Secure-Boot-Supprt

    Anders als geplant bekommt Debian GNU/Linux 9 nun wohl doch keine Unterstützung für UEFI Secure Boot. Offenbar hätte das die Freigabe des "Stretch" genannten Release verzögert, die langsam in greifbare Nähe zu rücken scheint.

  1. Virustotal analysiert (UEFI-)BIOS-Code

    BIOS-Analyse bei Virustotal

    Der Virenscan-Webdienst Virustotal untersucht nun auch hochgeladene Firmware-Images, beispielsweise BIOS-Updates – und liefert hochinteressante Einblicke.

  2. Die Neuerungen von Linux 4.11

    Linux-Kernel 4.11

    Die neue Kernel-Version unterstützt moderne Stromspartechniken besser und kann so die Akkulaufzeit steigern. Die Entwickler haben Grundlagen gelegt, um auf x86-64-Systemen bald bis zu 1 Petabyte Arbeitsspeicher ansprechen zu können. Die nächste Kernel-Version bringt zudem eine Technik, um die 3D-Beschleunigung von Radeon-GPUs in VMs nutzen zu können. Auch die Unterstützung für den Raspberry Pi wird besser.

  3. Die Neuerungen von Linux 4.12

    Linux-Kernel 4.11

    Linux 4.12 verbessert das Live Patching und unterstützt AMDs neue High-End-Grafikchips. Zwei neue I/O Scheduler versprechen die Redaktionsfreude von Desktops und Servern zu steigern. Die Netzwerk-Schnellstrecke Express Data Path (XDP) lässt sich jetzt universell nutzen.

  1. Klassiker: Alfa Romeo Montreal

    Klassiker

    Der Alfa Romeo Montreal bringt mit seinem Schlafzimmerblick nicht nur Alfa-Fans um den Verstand. Das Sportcoupé ist eine echte italienische Diva mit zickiger Technik, aber wenn sie läuft, dann möchte man nicht mehr aussteigen.

  2. Ausfahrt im McLaren 570S Spider

    McLaren

    Einen leibhaftigen 570S als Cabrio dürfte man angesichts der von Haus aus homöopathischen Verkaufszahlen in diesem Segment nicht gerade häufig zu Gesicht bekommen. Er ist ja lediglich die Saisonausgabe des ohnehin schon seltenen 570S

  3. "7 E-Books in 0,1 Sekunden": Vodafone startet 0,5 GBit/s-Anschlüsse in 100 deutschen Städten

    7 E-Books in 0,1 Sekunden: Vodafone startet 0,5 GBit/s-Anschlüsse in 100 deutschen Städten

    Rund 2,5 Millionen Kabel-Kunden können Vodafone-Internetanschlüsse mit bis zu 0,5 GBit/s buchen. Auch in Berlin startet der Ausbau.

  4. Firefox 55: geringerer Speicherbedarf, bessere Performance

    Firefox 55 öffnet 1691 Tabs in 15 Sekunden

    Die kommende Firefox-Version 55 soll deutlich schneller sein als ihre Vorgänger und weniger Speicher belegen: 1691 Tabs öffnet der Browser in nur 15 Sekunden, wie eine neue Messung zeigt.

Anzeige